SpaceX-Wirelessstrategie zielt auf Nischenmarkt, während Analysten und Institutionen SPCX bewerten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die geplante Mobilfunkstrategie von SpaceX soll voraussichtlich das Satelliten- und Technologie-Ökosystem ergänzen, statt ein landesweites Mobilfunknetz direkt zu kopieren.
- •Wells Fargo erwartet, dass SpaceX zunächst etwa 2% der US-Mobilfunkkunden ansprechen wird, wodurch der Bedarf an Frequenzen, Funkmasten und geografischer Reichweite begrenzt bleibt.
- •Die Einschätzungen der Analysten gehen weiterhin auseinander: 47 Analysten kommen im Durchschnitt auf Moderate Buy und ein Kursziel von $221.06, während einige Unternehmen Kursziele unter $100 ansetzen.
- •Der Umsatz im zweiten Quartal erreichte $7.81 Milliarden und stieg damit im Jahresvergleich um 91.9%; der Verlust je Aktie von $0.09 übertraf die Konsensschätzung.
- •Eine mögliche Neugewichtung des Nasdaq-100 könnte passive Zuflüsse von etwa $15.5 Milliarden auslösen, während 319 Millionen neu zum Verkauf zugelassene Aktien Verkaufsdruck erzeugen könnten.

Die SpaceX-Aktie (SPCX) notierte am frühen Mittwochshandel bei etwa $153.06 und lag damit angesichts der allgemeinen Marktschwäche rund 0.27% im Minus. Die Aktie blieb deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von $225.64, aber über ihrem Tief von $104.83. Die Bewertung von SpaceX lag bei etwa $2.01 Billionen.
Analysten richten ihren Fokus verstärkt auf die Telekommunikationsstrategie der Space Exploration Technologies Corp. Während eines Auftritts am Dienstag bei CNBC erklärte Steven Cahall, Senior Analyst bei Wells Fargo, dass SpaceX nicht anstrebe, der vierte große Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten zu werden. Seiner Einschätzung nach sprechen die finanziellen Grundlagen nicht für einen solchen Ansatz.
Stattdessen beschrieb Cahall die Mobilfunkinitiative als einen Bestandteil eines umfassenderen Technologie-Ökosystems. Seiner Analyse zufolge könnte SpaceX sein Satellitennetzwerk und seine Frequenzressourcen mit bodengestützter Infrastruktur kombinieren, möglicherweise einschließlich Funkmasten und Vereinbarungen zur WLAN-Auslagerung mit Kabelunternehmen. Diese Struktur könnte Kabel- und Turmbetreibern begrenzte Wachstumschancen bieten und zugleich zusätzlichen Wettbewerb für etablierte Telekommunikationsunternehmen schaffen.
„Die Telekommunikationsunternehmen sehen sich lediglich einem weiteren Wettbewerber gegenüber; ein Drei-Anbieter-Markt, der zu einem deutlich kleineren vierten Anbieter wird, ist ganz sicher weiterhin ein Nettonegativ“, sagte Cahall.
Cahall erwartet nicht, dass SpaceX kurzfristig die derzeitige Position von T-Mobile, AT&T oder Verizon herausfordern wird. Seinen Prognosen zufolge könnte das Unternehmen zunächst etwa 2% der US-Mobilfunkkunden ansprechen. Eine begrenztere Strategie würde weniger Frequenzen, weniger Funkmasten und eine kleinere geografische Reichweite erfordern als ein herkömmliches landesweites Mobilfunknetz.
Einschätzungen und Kursziele der Wall Street
Pivotal Research nahm am Dienstag die Bewertung mit einer Strong-Buy-Empfehlung und einem Kursziel von $220 auf. Die Investmentthese basiert zu einem erheblichen Teil darauf, dass SpaceX durch seine wiederverwendbare Starship-Plattform operative Skaleneffekte erreicht. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte dies die Startkapazität deutlich erhöhen und das Wachstum von Starlink beschleunigen.
Wells Fargo behielt seine Overweight-Einstufung bei, senkte jedoch das Kursziel von $215 auf $212. Oppenheimer erhöhte sein Kursziel am 2. September auf $280 und behielt die Outperform-Einstufung bei. Unter 47 Analysten lautet der Konsens Moderate Buy, mit einem durchschnittlichen Kursziel von $221.06. Die einzelnen Kursziele reichen von $115 bis $800.
Einige Analysten vertreten eine negativere Einschätzung. DZ Bank nahm die Bewertung mit Sell und einem Kursziel von $100 auf. UBS senkte sein Kursziel deutlich auf $75, während Seaport Research Partners die Aktie im August von Buy auf Neutral herabstufte.
Institutionelle Aktivitäten und Quartalsergebnisse
Virginia Retirement Systems erwarb im zweiten Quartal 50,000 SpaceX-Aktien im Wert von etwa $8.54 Millionen. Hyperion Asset Management baute eine Position im Wert von rund $201 Millionen auf, während Wedbush Securities eine Position von etwa $5 Millionen eröffnete.
SpaceX meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von $7.81 Milliarden, was einem Wachstum von 91.9% im Jahresvergleich beziehungsweise etwa 92% entspricht. Der Gewinn je Aktie lag bei minus $0.09 und übertraf die Konsensschätzung von minus $0.26 um $0.17. Analysten prognostizieren derzeit für das Gesamtjahr einen EPS von minus $0.15.
Laut einer Analyse von JPMorgan könnte eine mögliche Neugewichtung des Nasdaq-100 passive Anlagezuflüsse von etwa $15.5 Milliarden für SPCX auslösen. Gleichzeitig wurden rund 319 Millionen weitere Aktien am 9. September zum Verkauf zugelassen. Dieses Ereignis stellte das dritte Auslaufen einer Haltefrist des Unternehmens dar und wird im Hinblick auf möglichen Angebotsdruck beobachtet. Neben diesen handelsbezogenen Entwicklungen bleibt die operative Skalierung durch Starship und das Wachstum von Starlink ein zentraler Bestandteil der von Pivotal Research angeführten Investmentthese.
Quelle: Blockonomi