NachrichtenKryptoS&P Dow Jones Indices und Pantera Capital starten Blockchain-Fundamentaldatenindex auf Basis von Protokollerträgen

S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital starten Blockchain-Fundamentaldatenindex auf Basis von Protokollerträgen

Autor: CryptoBreaking·

Wichtige Erkenntnisse

  • S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital haben einen Digital-Asset-Index eingeführt, der Blockchain-Netzwerke auf Basis von Protokollerträgen statt nach Marktkapitalisierung bewertet und einordnet.
  • Der Benchmark startete mit 18 Bestandteilen; Ether, BNB, Solana, TRON und Hyperliquid waren die fünf größten Positionen.
  • Bitcoin und XRP wurden aus dem Index ausgeschlossen, weil ihre Netzwerkgebührenstrukturen keine Protokollerträge auf dieselbe Weise erzeugen wie Smart-Contract-Plattformen.
  • Der Index setzt Konzentrationsgrenzen durch, wobei die größte Position auf 35% und die meisten anderen Bestandteile auf 20% begrenzt sind, und wird vierteljährlich neu gewichtet.
  • Die neue Benchmark soll institutionellen Anlegern ein Instrument bieten, um etablierte On-Chain-Wirtschaftsaktivität von spekulativem Krypto-Engagement zu unterscheiden.
S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital starten Blockchain-Fundamentaldatenindex auf Basis von Protokollerträgen

S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital, eine der ersten institutionellen Investmentfirmen für digitale Vermögenswerte mit Sitz in den USA, haben einen neuen regelbasierten Digital-Asset-Index eingeführt, der Blockchain-Netzwerke und -Protokolle nach Protokollerträgen statt nach Tokenpreisen oder reiner Marktkapitalisierung bewertet. Der Schritt spiegelt einen breiteren institutionellen Vorstoß hin zu Kennzahlen für "produktive Aktivität" wider, da Marktteilnehmer nach Benchmarks suchen, die die reale Nutzung besser erfassen — ein Ansatz, der eine direkte Parallele dazu zieht, wie traditionelle Aktienindizes Unternehmensumsätze und Gewinne statt allein den Aktienkurs gewichten.

In einer Mitteilung vom 21. Juli erklärten die Unternehmen, der Index sei für institutionelle Allokationen konzipiert und könne als Grundlage für Anlageprodukte oder als Referenzportfolio für aktiv verwaltete Strategien dienen. Die Methodik soll Anlegern zudem helfen, etablierte On-Chain-Geschäftsaktivität von spekulativeren Formen des Engagements zu unterscheiden.

Methodik: Erträge als zentrale Kennzahl

Traditionelle Krypto-Benchmarks verfolgen Vermögenswerte in der Regel nach Marktkapitalisierung oder Tokenpreisbewegungen. Im Gegensatz dazu stellt der Index von S&P und Pantera die Protokollerträge in den Mittelpunkt — die durch Netzwerknutzung generierten Gebühren, etwa Transaktions- und Gasgebühren, die dem Protokoll zufließen —, um zu messen, wie viel wirtschaftlicher Wert von Netzwerken und den dazugehörigen Anwendungen erzeugt wird.

Das Indexuniversum wird aus dem S&P Cryptocurrency Broad Digital Asset Index abgeleitet und anschließend anhand von Mindestanforderungen für Protokollerträge, Marktkapitalisierung und Liquidität gefiltert. Netzwerke, die diese Hürden erfüllen, werden nach den aggregierten Protokollerträgen der vorangegangenen zwei Quartale eingestuft. Die Gewichtung wird auf Basis der angepassten Marktkapitalisierung bestimmt, vorbehaltlich der Regeln für die Portfoliokonstruktion.

Konzentrationsobergrenzen sind in den Rahmen integriert: Die größte Position ist auf 35% begrenzt, während die meisten anderen Bestandteile auf 20% gedeckelt sind. Der Index wird vierteljährlich neu berechnet und neu gewichtet, sodass die Benchmark im Zeitverlauf auf Veränderungen der Protokollperformance reagieren kann, statt an einen statischen Korb gebunden zu bleiben.

Laut S&P soll der Rahmen etablierte Blockchain-Aktivität hervorheben und die Abhängigkeit von Engagements verringern, die vor allem durch Spekulation getrieben sind. Protokollerträge dienen als Näherungswert für nachhaltige Nutzung und Monetarisierung, während Marktkapitalisierung und Tokenpreis Erwartungen und Stimmung widerspiegeln können, selbst wenn die On-Chain-Monetarisierung begrenzt bleibt.

Startbestandteile und bemerkenswerte Ausschlüsse

Der Index startete mit 18 Bestandteilen. Laut dem Indexology-Blogbeitrag von S&P Dow Jones Indices waren die fünf größten Positionen zum Start Ether (ETH), BNB (BNB), Solana (SOL), TRON (TRX) und Hyperliquid (HYPE).

Der Blogbeitrag nannte außerdem Bitcoin (BTC) und XRP (XRP) als die größten Nicht-Bestandteile im Vergleich zum S&P Cryptocurrency Broad Digital Asset Index. Dieses Ergebnis entspricht einer Methodik, die die Eignung und Einstufung auf Basis von Protokollerträgen priorisiert — Vermögenswerte können nach Marktkapitalisierung zu den größten zählen und dennoch die Ertragskriterien des Index verfehlen. Bitcoins Transaktionsgebühren fließen beispielsweise Minern zu, statt Protokollerträge in der Weise darzustellen, wie Smart-Contract-Plattformen Gebühren über programmierbare Netzwerkaktivität generieren.

Für Allokatoren hat dieser Auswahlmechanismus praktische Bedeutung. Ein ertragsorientierter Ansatz verändert nicht nur die Vermögenswerte, die Anleger halten, sondern auch das Risikoprofil, auf das die Benchmark implizit abzielt, indem sie sich von reinem Token-Beta hin zu Netzwerken verschiebt, deren Protokollökonomie direkt in die Indexkonstruktion einfließt.

Institutionelle Nachfrage nach neuen Benchmark-Ansätzen

Der Start erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Entwicklung institutioneller Krypto-Benchmarks. Diese Bemühungen laufen parallel dazu, dass traditionelle Finanzunternehmen ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Vermögenswerte ausbauen und die Akzeptanz tokenisierter Vermögenswerte zunimmt, wodurch die Nachfrage nach standardisierten Messrahmen steigt.

In den Vereinigten Staaten hat sich die ETF- und Indexaktivität beschleunigt. Hashdex startete am 14. Februar 2025 den Nasdaq Crypto Index US ETF, der als erster börsengehandelter Spot-Krypto-Fonds mit mehreren Vermögenswerten im Land beschrieben wurde. Franklin Templeton folgte sechs Tage später mit dem Franklin Crypto Index ETF, der Bitcoin und Ether über den nach Marktkapitalisierung gewichteten US CF Institutional Digital Asset Index abbildet.

Auch andere Benchmark-Designs sind entstanden. Im April führten MarketVector Indexes und Coinbase Asset Management den Coinbase Store of Value Index ein, der Bitcoin mit tokenisiertem Gold unter Verwendung eines inversen Volatilitätsgewichtungsmodells kombiniert — ein Beispiel dafür, wie Benchmark-Architektur auf unterschiedliche Portfolioziele zugeschnitten werden kann.

Marktteilnehmer haben argumentiert, dass mit der Reifung von Krypto-Ökosystemen die Diversifizierung über Netzwerke und Strategien hinweg zunehmend attraktiv werden könnte. Frühere Berichte verwiesen auf Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, der erklärte, dass Krypto-Indexfonds 2026 voraussichtlich ein wichtiges Thema werden, da die Bedürfnisse der Anleger zunehmen und der Markt komplexer wird. Die zentrale Begründung lautet, dass es schwierig bleibt vorherzusagen, welche Blockchain-Netzwerke sich langfristig als dauerhaft erfolgreich erweisen werden, wodurch diversifizierte Indexlösungen zu einem praktischen Ansatz werden, um breites Engagement zu erhalten.

Das wachsende Digital-Asset-Benchmark-Portfolio von S&P

Über dieses neue Produkt hinaus hat S&P Dow Jones Indices seine Präsenz bei Digital-Asset-Benchmarks stetig ausgebaut. Im vergangenen Oktober stellte S&P den S&P Digital Markets 50 Index vor, der 15 Kryptowährungen mit 35 börsennotierten Unternehmen kombiniert, die mit dem Krypto-Ökosystem verbunden sind. Dieser frühere Index zeigt, wie S&P damit experimentiert, Krypto-Engagement sowohl mit On-Chain-Aktivität als auch mit börsennotierten, krypto-nahen Aktien zu verknüpfen.

Der neue Protokollertragsindex verfolgt einen engeren und spezifischeren Ansatz: die Messung von Blockchain-Netzwerken durch die Linse ihrer Protokollökonomie. Ob ertragsbasierte Methodiken in indexgebundenen Produkten an Bedeutung gewinnen, wird teilweise davon abhängen, wie Emittenten diese Regeln in investierbare Strategien übersetzen, insbesondere mit Blick auf Transparenz bei der Ertragsschätzung und die Auswirkungen methodischer Änderungen auf Indexbestandteile im Zeitverlauf.

Mit Blick nach vorn werden Anleger und Portfoliomanager beobachten, wie sich die Benchmark entwickelt, wenn sich die Monetarisierungstrends der Protokolle von Quartal zu Quartal verändern, und ob der ertragsbasierte Rahmen Liquidität und Produktsponsoring in einem Ausmaß anziehen kann, das mit traditionellen nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes vergleichbar ist.