S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital starten Digital-Asset-Index ohne Bitcoin
Wichtige Erkenntnisse
- •Der S&P Pantera Digital Asset Index umfasst 18 Krypto-Assets, die teilweise danach ausgewählt werden, ob Protokollerlös die Token-Inhaber erreicht.
- •Bitcoin wird ausgeschlossen, da sein Design keine Protokollschicht umfasst, die Erträge generiert und an Inhaber verteilt.
- •Ether ist die größte Komponente, gefolgt von BNB, Solana, Tron und Hyperliquid unter den Top-Fünf-Positionen.
- •Der Index verwendet eine Gewichtung nach Streubesitz-Marktkapitalisierung, Komponenten-Obergrenzen und vierteljährliche Anpassung ähnlich den S&P-Aktien-Benchmarks.
- •Die Protokolle der Komponenten erwirtschafteten in den vergangenen zwei Quartalen mehr als 3 Milliarden USD an annualisiertem Erlös.

S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital haben gemeinsam den S&P Pantera Digital Asset Index gestartet, ein Kryptowährungs-Benchmark mit 18 Komponenten. Bemerkenswerterweise ist Bitcoin vollständig aus dem Index ausgeschlossen, da das Netzwerk kein Protokollerlös generiert, der an Token-Inhaber fließt.
S&P Dow Jones Indices, das Unternehmen hinter Benchmark-Indizes wie dem S&P 500, hat sich mit Pantera Capital, einem auf digitale Assets spezialisierten Investmentunternehmen, zusammengetan, um Krypto-Assets nach einer aus dem Aktienmarkt abgeleiteten Methodik zu prüfen. Unter diesem Rahmenwerk bestimmt allein die Marktkapitalisierung nicht über die Aufnahme. Ausschlaggebend ist vielmehr ein nachweisbarer, an Token-Inhaber verteilter Protokollerlös. Der Start baut auf der breiteren Expansion von S&P DJI im Bereich digitaler Benchmark-Indizes auf, die bisher nach Marktkapitalisierung gewichtete Krypto-Indizes umfasste, die große Assets wie Bitcoin und Ether abbildeten. Der neue Index stellt einen Bruch mit diesem Ansatz dar, indem er ein nach Aktienmarkt-Art funktionierendes Gewinnfilter auf Krypto-Netzwerke anwendet.
Pantera-Gründer Dan Morehead gründete das Unternehmen 2013, als Bitcoin bei rund 65 USD notierte. Er hat angegeben, dass es der erste institutionelle Krypto-Fonds in den Vereinigten Staaten war. Pantera entwickelte die neue Indexmethodik in Zusammenarbeit mit S&P DJI.
Warum Bitcoin ausgeschlossen ist
Das Aufnahmekriterium des Index dreht sich um eine einzige Frage: ob ein Protokoll Erträge erwirtschaftet und ob diese Erträge die Token-Inhaber erreichen. Konkret muss ein Asset über mehrere aufeinanderfolgende Quartale hinweg einen positiven Protokollerlös oberhalb eines Mindestschwellenwerts ausweisen. Die Erlösdaten stammen von der On-Chain-Analysefirma Artemis.
Darüber hinaus muss der Erlös nachweislich die Inhaber erreichen – durch Mechanismen wie Rückkäufe, um die Inflation bereinigte Staking-Erträge, direkte Ausschüttungen oder von Token-Inhabern kontrollierte Finanzreserven.
S&P hat diesen Ansatz direkt aus seiner Praxis für Aktienindizes übernommen. Um in den S&P 500 aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen vier aufeinanderfolgende Quartale mit positiven GAAP-Erträgen nachweisen. Der neue Krypto-Benchmark wendet dasselbe Prinzip an: Ein Netzwerk qualifiziert sich nur, wenn es messbare Cashflows erwirtschaftet und diese an Token-Inhaber weitergibt.
Bitcoin erfüllt strukturell nicht diese Bedingung. Seine Architektur ist als monetäres System konzipiert, nicht als ein Protokoll, das fortlaufende Renditen ausschüttet. Es gibt keine Protokollschicht, die Erträge generiert und auszahlt. Der Ausschluss folgt also aus dem definitorischen Filter des Index und nicht aus einer negativen Bewertung von Bitcoin. Dennoch ist das Fehlen der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährung bemerkenswert und signalisiert eine wachsende Kluft in der Art und Weise, wie institutionelle Anbieter den Wert von Krypto-Assets bewerten – weg von reiner Marktkapitalisierung hin zu nachweisbarem Erlös. Der Methodenkontrast ist besonders bedeutsam, da Bitcoin in herkömmlichen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Krypto-Indizes normalerweise dominiert und oft mehr als die Hälfte des gesamten Krypto-Marktwerts ausmacht.
Ether, BNB und Solana führen die Gewichtung an
Der Index umfasst 18 nach streubesitzgewichteter Marktkapitalisierung gewichtete Komponenten. Keine einzelne Komponente darf mehr als 35 % des Index ausmachen, und keine zweite Komponente mehr als 20 %. Die Anpassung erfolgt vierteljährlich. Diese Obergrenzenregeln entsprechen denen, die S&P auch auf seine Aktien-Benchmarks anwendet.
Die fünf größten Komponenten sind Ether, BNB, Solana, Tron und Hyperliquid. Ether führt mit einer Marktkapitalisierung von rund 231 Milliarden USD bei einem Preis von etwa 1.914 USD und ist damit die dominierende Komponente. BNB folgt mit rund 76 Milliarden USD, Solana mit knapp 45 Milliarden USD. Tron und Hyperliquid runden die führende Gruppe mit jeweils rund 31 Milliarden USD und 15 Milliarden USD ab. Die Aufnahme von Netzwerken wie Tron, das beträchtliche Transaktionsgebührenerlöse generiert, und Hyperliquid, einem dezentralen Börsenprotokoll, veranschaulicht, wie das Erlösfilter Netzwerke auswählt, bei denen die Gebührengenerierung strukturell in ihr Design integriert ist.
Insgesamt erwirtschafteten die zugrunde liegenden Protokolle der Indexkomponenten in den vergangenen zwei Quartalen mehr als 3 Milliarden USD an annualisiertem Erlös. Der Index bündelt damit Large-Cap-Netzwerke, deren reale Nutzung sich durch Protokollerlös belegen lässt. Wie bei den Aktien-Benchmarks von S&P ist die Methodik so konzipiert, dass sie von Asset-Managern für potenzielle strukturierte Produkte lizenziert werden kann, obwohl bisher keine spezifischen an den Index gebundenen Finanzprodukte angekündigt wurden.