Geld & Investieren: Warum Anleger trotz Rekordhochs beim S&P 500 nervös bleiben
Wichtige Erkenntnisse
- •Das aggregierte Gewinnwachstum des S&P 500 liegt bei rund 50 % im Jahresvergleich – weit über der Erwartung von 18 % – und treibt den Index auf Rekordhochs.
- •Ohne Google und Amazon sinkt das Gewinnwachstum des S&P 500 auf 28 %, was zeigt, dass die Gewinne auf wenige Mega-Caps konzentriert sind.
- •Microsofts Ergebnisse ließen die Aktie steigen, während Metas Zahlen enttäuschten – ein Zeichen für die Präferenz der Anleger für echte Cashflows statt Ausgaben ohne klare Erträge.
- •Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 4,6 %–4,7 %; ein Anstieg über 5 % könnte Anleihen und Termingelder attraktiver machen und die Bewertungen von Growth-Aktien komprimieren.
- •Durch den Nahostkonflikt steigende Ölpreise und Verschiffungsversicherungskosten – nicht Zölle – sind die Hauptsorge bei der Inflation; die Wirkungen erreichen die Güterpreise zeitverzögert.

In dieser Woche bei Geld & Investieren erläutern Mitch Olarenshaw und ich, warum der S&P 500 Rekordhöhe erreicht, während Anleger nervös bleiben, und beleuchten die Gewinndaten, die Investitionsausgaben und die Risiken, die diese Diskrepanz treiben.
Das aggregierte Gewinnwachstum des S&P 500 liegt derzeit bei rund 50 % im Jahresvergleich – deutlich über der ohnehin hohen Erwartung von 18 %. Das ist der wichtigste Katalysator für den Anstieg des Marktes auf Rekordniveau, auch wenn die Zahl ohne Google und Amazon auf immer noch beeindruckende 28 % fällt. Diese Lücke ist für die Marktstimmung relevant: Wenn ein großer Teil des Indexwachstums von einer Handvoll Mega-Caps generiert wird, wirkt das Rekordhoch weniger wie breit verankerte Unternehmensstärke, sondern eher wie konzentrierte Outperformance – ein Grund, warum Anleger selbst bei steigendem Leitindex nervös sein können. Zudem bedeutet es, dass die Indexentwicklung zunehmend davon abhängt, wie wenige Unternehmen performen, und ein Fehltritt bei den wichtigsten Namen würde den Benchmark unverhältnismäßig stark belasten.
Microsofts Ergebnisse ließen die Aktienkursnachfrage explodieren, während Metas Zahlen enttäuschten – obwohl beide Unternehmen KI-exponiert sind. Der Unterschied liegt in echten Cashflows gegenüber Ausgaben ohne klaren Ertrag. Es ist ein Muster, das aus früheren Technologie-Investitionszyklen bekannt ist: Märkte belohnten anfangs hohe Kapitalausgaben, verlangten später jedoch Belege, dass sich die Ausgaben in Umsatz umsetzten. Googles Ansatz, der eine Lehre aus Kodaks Fehler zieht, das eigene Geschäft nicht selbst zu kanibalisieren, hat das Unternehmen als eines der stärkeren Langfrist-Investments positioniert.
Die Märkte bewegen sich vom Verhalten der frühen Zyklusphase, in der alles mit Dynamik gekauft wird, hin zur Disziplin der Zyklusmitte, in der Anleger nachweisbare Gewinne und Cashflow-Rückflüsse sehen wollen statt Wachstum um des Wachstums willen. Das praktische Signal, auf das man hier achten sollte, ist, wie Unternehmen in den kommenden Quartalen zu ihren Kapitalausgaben führen – ob KI-bezogene Ausgabenpläne halten, ausgeweitet oder zurückgefahren werden – sowie die Free-Cashflow-Margen der größten Investoren in diesem Bereich.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 4,6 % bis 4,7 %. Steigt sie über 5 %, erhöhen sich die Kreditkosten, und sicherere, garantierte Renditen beginnen, hart mit Aktien zu konkurrieren. Ein neuer Fed-Vorsitzender und verschobene Zinserhöhungserwartungen haben zur Unsicherheit beigetragen. Die 5-%-Marke wird genau beobachtet, da sie eine psychologische Schwelle darstellt, ab der Anleihen und Termingelder deutlich attraktivere Alternativen zu riskanteren Aktien werden – historisch insbesondere mit einer Kompression der Bewertungsprämie, die Anleger für Growth-Aktien zahlen.
Zölle haben die Inflation nicht so angetrieben, wie viele erwartet hatten. Die größere Sorge gilt der Energie: Der Nahostkonflikt treibt die Ölpreise und die Kosten für Verschiffungsversicherungen stark in die Höhe – ein Druck, der sich in nahezu alle Bereiche der Wirtschaft fortsetzt. Erhöhte Fracht- und Versicherungskosten wirken zeitverzögert auf die Güterpreise, weshalb die inflationäre Wirkung einer Angebotsunterbrechung erst Monate nach dem ursprünglichen Schock und nicht unmittelbar sichtbar werden kann.
Hinweis: Wealth Magnet Pty Ltd (ABN 52 618 868 830), handelnd als Australian Investment Education, ist ein Corporate Authorised Representative (CAR no. 1255231) der Grange Financial Services Pty Ltd (AFSL No. 488609). Das in diesem Artikel bereitgestellte Material dient ausschließlich der Information und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Lesern wird empfohlen, eigene Recherchen durchzuführen und vor Anlageentscheidungen einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.