NachrichtenMakroNachrichtenüberblick aus Europa: Risikostimmung verbessert sich auf Hoffnungen auf einen US-Iran-Durchbruch

Nachrichtenüberblick aus Europa: Risikostimmung verbessert sich auf Hoffnungen auf einen US-Iran-Durchbruch

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Al Arabiya berichtete, dass Pakistans Armeechef Munir den iranischen Führern einen Vorschlag überbrachte, der im Rahmen des Islamabader Memorandums of Understanding eine schrittweise Lockerung der US-Sanktionen und ein Ende der US-Blockade vorsieht.
  • Die Märkte reagierten mit einer Rally auf die Entspannungshoffnungen: Die Aktienkurse stiegen vor dem Jackson-Hole-Symposium, und die Ölpreise fielen nach dem Bericht spürbar.
  • Deutschlands endgültiges BIP-Wachstum im zweiten Quartal wurde gegenüber dem vorläufigen Wert von 0,2 % auf 0,3 % gegenüber dem Vorquartal nach oben revidiert.
  • Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex sprang im August auf 88,8 und lag damit deutlich über dem Konsens von 87,2; sowohl die Lage- als auch die Erwartungskomponente übertrafen die Prognosen.
  • Die französische Verbraucherzuversicht lag im August unverändert bei 86, unter den von Analysten erwarteten 87 Punkten und deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 100.
Nachrichtenüberblick aus Europa: Risikostimmung verbessert sich auf Hoffnungen auf einen US-Iran-Durchbruch

Top-Schlagzeilen

USA-Iran: Munir überbringt Teheran einen Vorschlag

Die marktbewegendste Entwicklung der Sitzung kam etwa zur Tagesmitte, als Al Arabiya berichtete, dass Pakistans Armeechef Munir den iranischen Führern einen Vorschlag zur Reduzierung der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran überbringt. Nach dem berichteten Rahmen könnten die Sanktionen schrittweise gelockert und die US-Blockade im Rahmen des Islamabader Memorandums of Understanding beendet werden.

Die Zuversicht wuchs weiter, als iranische Quellen Munirs Besuch in Teheran als „highly productive“ („hoch produktiv“) bezeichneten und anmerkten, dass die Ergebnisse der Gespräche bald sichtbar werden könnten.

Die Märkte reagierten positiv auf die Nachricht in Erwartung einer möglichen Entspannung und letztlich eines Abkommens: Die Ölpreise gingen nach dem Bericht spürbar zurück, während die Aktienmärkte deutlich zulegten. Der Rückgang beim Rohöl unterstreicht Irans Stellung als einer der größten Ölproduzenten der Welt, weshalb Ölpreise auf Schlagzeilen über eine Eskalation oder Entspannung mit Teheran hochgradig empfindlich reagieren. Derart positive Schlagzeilen gab es zwar schon zuvor, doch die Tatsache, dass Trump vor Munirs Reise mit ihm sprach, stärkte die Hoffnung des Marktes auf ein besseres Ergebnis.

Die Rally an den Aktienmärkten erfolgt zudem vor dem jährlichen Jackson-Hole-Symposium der Federal Reserve, einem festen Bestandteil des Marktkalenders, bei dem Anleger traditionell die Äußerungen des Fed-Vorsitzenden nach Signalen zum Politikaußblick durchforsten. Da iranische Quellen signalisieren, dass die Ergebnisse der Gespräche bald sichtbar werden könnten, sind weitere Erklärungen aus Teheran und Washington der nächste Prüfpunkt für die Entspannungserzählung.

Deutsche Daten stärken die Erholungserzählung

Auf der Seite der Konjunkturdaten sorgte Deutschlands endgültiger BIP-Bericht für das zweite Quartal für eine positive Überraschung, da der vorläufige Wachstumswert von 0,2 % auf 0,3 % nach oben revidiert wurde. Der stärkere Wert bekräftigte die Erzählung einer wirtschaftlichen Erholung in der größten Volkswirtschaft des Euroraums und reihte sich in eine wachsende Liste ermutigender deutscher Daten ein, die auf eine sich verstärkende Wirtschaftstätigkeit hindeuten.

Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex sprang im August auf 88,8 und lag damit deutlich über dem Konsens von 87,2 sowie deutlich über dem Vormonat. Der Ifo wird monatlich vom Münchner Ifo-Institut auf Basis einer Befragung deutscher Unternehmen aus Industrie, Bauwesen, Großhandel, Einzelhandel und Dienstleistungen erstellt und zählt zu den meistbeobachteten Stimmungsbarometern für die Geschäftswelt in Europas größter Volkswirtschaft. Sowohl die Komponente für die aktuelle Lage als auch die Erwartungskomponente übertrafen die Prognosen, was auf eine sich verbessernde Geschäftszuversicht in der gesamten Wirtschaft hindeutet. Die Umfrage bestätigte, dass die deutsche Wirtschaftsleistung anzieht, wobei die Unternehmen trotz geopolitischer und energiebezogener Unsicherheiten für die kommenden Monate zunehmend optimistisch werden.

Französische Verbraucherzuversicht bleibt schwach

In Frankreich blieb die Verbraucherzuversicht im August schwach. Der Gesamtindex verharrte bei 86 und lag damit unter den von Analysten erwarteten 87 Punkten sowie deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 100. Französische Haushalte bleiben pessimistisch hinsichtlich der breiteren wirtschaftlichen Aussichten des Landes. Der Index, der aus der monatlichen Haushaltsbefragung von INSEE stammt, wird aufmerksam verfolgt, da der private Konsum den größten Anteil an der französischen Wirtschaftsleistung ausmacht und die Verbraucherstimmung somit eine wichtige Grundlage für den Wachstumsausblick darstellt.