Wall Street dreht nach oben, während der KI-Trade standhält und AMD sowie Nvidia im Fokus stehen
Wichtige Erkenntnisse
- •Alphabets erstes Quartal mit negativem Free Cashflow schürte zu Beginn der Berichtssaison Sorgen über die Kosten der KI-Investitionen.
- •Der S&P 500 fiel vergangenen Mittwoch um 1,5%, bevor sich die Stimmung in dieser Woche dank besserer Nachrichten und stärkerer Käufe erholte.
- •Ein technischer Ausbruch im S&P 500 hat zusätzlichen Schwung gebracht und den Index wieder in die Nähe der Rekordhochs von Anfang Juni geführt.
- •AMD meldete starke Zahlen, was das Interesse an Halbleitern und anderen KI-bezogenen Chipwerten neu belebt hat.
- •Im nachbörslichen Handel lag AMD etwa 9% im Minus und Nvidia 2,5% im Plus; als nächste große Quartalsberichte stehen nach Börsenschluss Sandisk und Western Digital an.

Wall Street schien zu Beginn der Berichtssaison in eine schwierige Phase zu geraten, wobei Alphabet (Google) den frühen Ton vorgab. Ein erstmals negativer Free Cashflow in einem Quartal, zusammen mit höheren KI-Investitionsausgaben, kam bei Anlegern nicht gut an, da die Sorgen darüber zunahmen, wie die Hyperscaler weiter liefern würden.
Dieser Druck hielt bis letzten Mittwoch an, als der S&P 500 um 1,5% fiel und den niedrigsten Tages-Schlussstand seit sieben Wochen markierte. Seitdem hat Microsoft jedoch dazu beigetragen, den Ton zu verändern, und bessere Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran in dieser Woche haben die Stimmung weiter verbessert.
Der Anstieg am Montag war ein vorsichtiger Aufwärtsbewegung, wobei der S&P 500 nahe 7.600 und damit in der Nähe der vorherigen Rekordhochs von Anfang Juni blieb. Darauf folgte gestern eine starke Kaufwelle, wobei ein technischer Ausbruch nun für weiteren Aufwärtsdruck sorgt.
[S&P 500 index daily chart]
Was lässt sich also aus dem jüngsten Ausbruch schließen?
Eine Erkenntnis ist, dass der KI-Trade nicht so fragil ist, wie manche befürchtet hatten. In den vergangenen zwei Wochen setzte sich zunehmend die Ansicht durch, dass Anleger in eine Phase eintreten, in der sie von Unternehmen verlangen, jetzt Ergebnisse zu liefern, angesichts wachsender Sorgen über das massive Ausmaß der KI-bezogenen Investitionsausgaben.
Dieses Thema steht seit Jahresbeginn im Mittelpunkt. Doch jedes Mal, wenn der Markt sich diesem Punkt nähert, wird die Frage erneut vertagt. Es geht nun seit etwa acht bis zehn Monaten so, und der Markt weicht dem Thema weiterhin nicht aus. Das sagt einiges.
Da der S&P 500 im Juni und Juli seitwärts tendierte, sollte diese Berichtssaison ein entscheidender Test werden. Es war im Grunde ein Moment der Entscheidung, und die jüngste Aufwärtsbewegung legt nahe, dass der Markt darauf nun seine Antwort gegeben hat.
Das Platzen von Leopold Aschenbrenners KI-Fonds wirkte zunächst wie ein Warnsignal, doch die Märkte scheinen dies nach der stärkeren Dynamik durch die Big-Tech-Berichte inzwischen als Bodensignal zu interpretieren. Es war ein schmaler Grat, aber am Ende wurden Anleger belohnt, die den Rücksetzer zum Einstieg genutzt haben.
Was steht also in dieser Woche noch an?
AMD meldete gestern starke Zahlen, was den Schwung bei Halbleitern und Chip-Herstellern erneut verstärkt. Die Aktie steht im nachbörslichen Handel unter Druck, was jedoch vor allem daran liegt, dass sie vor der Veröffentlichung bereits stark gestiegen war, weil bessere Erwartungen eingepreist wurden, sowie daran, dass SpaceX erklärte, künftig auf Nvidia-Chips zu setzen und keine AMD-Chips mehr zu kaufen.
Die AMD-Aktie könnte im nachbörslichen Handel um etwa 9% gefallen sein, während die Nvidia-Aktie um 2,5% zulegt. Die breitere Marktstimmung bleibt nach dem technischen Ausbruch ebenfalls eher positiv.
Später heute werden Sandisk und Western Digital die beiden weiteren großen Namen sein, auf die man nach Börsenschluss achten sollte.