NachrichtenAktienSüdkoreanische Aufsichtsbehörde stellt fest: Google und Apple verstoßen gegen In-App-Zahlungsgesetz

Südkoreanische Aufsichtsbehörde stellt fest: Google und Apple verstoßen gegen In-App-Zahlungsgesetz

Autor: Korea Herald Business·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Korea Media Communications Commission erklärte, dass Google und Apple gegen südkoreanisches Recht bei ihren App-Marktplatz-Praktiken verstoßen haben.
  • Der Fall dreht sich um eine Gesetzesnovelle aus dem Jahr 2021, die App-Store-Betreibern verbietet, Entwickler ausschließlich zur Nutzung hauseigener In-App-Zahlungssysteme zu zwingen.
  • Nach der Zulassung von Drittanbieter-Zahlungen erhoben beide Unternehmen rund 26 % Gebühren auf externe Transaktionen.
  • Die Kommission teilte mit, dass das Ausmaß der Sanktionen später festgelegt wird, nach einer früheren Ankündigung der maximal möglichen Geldstrafe im Oktober 2023.
  • Die Entscheidung gibt der weltweiten Regulierung von App-Store-Zahlungsregeln zusätzlichen Rückenwind, einschließlich des Digital Markets Act der Europäischen Union.
Südkoreanische Aufsichtsbehörde stellt fest: Google und Apple verstoßen gegen In-App-Zahlungsgesetz

Südkoreas Medienaufsicht kam am Mittwoch zu dem Schluss, dass Google LLC und Apple Inc. gegen nationale Gesetze verstoßen haben, indem sie ihre dominanten Positionen auf ihren jeweiligen mobilen App-Marktplätzen missbrauchten.

Die Korea Media Communications Commission verkündete das Ergebnis während einer regulären Nachmittagssitzung. Die Kommission teilte mit, dass das genaue Ausmaß der Sanktionen zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt wird.

Den beiden in den USA ansässigen Technologieunternehmen wird vorgeworfen, eine 2021 beschlossene Novelle des südkoreanischen Telekommunikationsgesetzes (Telecommunications Business Act) zu umgehen. Diese gilt weithin als das weltweit erste Gesetz, das große App-Store-Betreiber daran hindert, Entwickler ausschließlich zur Nutzung ihrer hauseigenen In-App-Zahlungssysteme zu zwingen.

Nach Verabschiedung der Gesetzesnovelle erlaubten sowohl Google als auch Apple den Nutzern, Käufe über Zahlungsgateways von Drittanbietern abzuwickeln. Gleichzeitig erhoben sie jedoch eine Transaktionsgebühr von etwa 26 Prozent auf Käufe, die außerhalb ihrer eigenen Abrechnungssysteme abgewickelt wurden – eine Praxis, die scharfe Kritik auf sich zog, da sie die Absicht der Gesetzgebung faktisch untergrub. Dieser Gebührensatz entspricht weitgehend den Provisionen, die Google und Apple bereits für In-App-Käufe über ihre eigenen Systeme erheben, die je nach Entwicklergröße und Abo-Laufzeit üblicherweise zwischen 15 und 30 Prozent liegen. Kritiker argumentieren, dass Entwicklern dadurch keine echte Alternative bleibt.

Im Oktober 2023 hatte die Aufsichtsbehörde gewarnt, sie werde die maximal zulässige Geldstrafe gegen die beiden Unternehmen verhängen. Diese Strafe wurde bislang nicht vollstreckt.

Die Entscheidung markiert eine bedeutende regulatorische Eskalation in dem langanhaltenden Streit über die Zahlungspraktiken in App-Stores auf einem der größten Technologiemarkte Asiens. Südkoreas Gesetzesnovelle von 2021 diente als Referenzpunkt für ähnliche regulatorische Bemühungen in anderen Rechtsräumen, darunter der Digital Markets Act der Europäischen Union, dessen formelle Durchsetzung 2024 begann und der benannte Gatekeeper ausdrücklich verpflichtet, App-Entwicklern zu ermöglichen, Verbraucher zu alternativen Zahlungsoptionen zu lenken, ohne vergeltende Gebühren zu erheben.

Die Untersuchung geht nun in eine Sanktionsphase über, in der die Kommission voraussichtlich die formalen Strafmaßnahmen festlegen wird.

Quelle: Yonhap, via Korea Herald