Krypto-Handelsvolumen in Südkorea brechen ein, während der KOSPI um über 114% steigt
Wichtige Erkenntnisse
- •Das kombinierte tägliche Handelsvolumen an Südkoreas fünf großen Kryptobörsen sank im Jahresvergleich um rund 89% von $2.82 billion auf $305 million.
- •Der KOSPI-Index stieg im selben Zwölfmonatszeitraum um 114.44% und bot Privatanlegern eine attraktive Alternative für spekulative Renditen.
- •Sinkende Gebühreneinnahmen zwangen einige Börsen zum Verkauf von Kryptoassets; Korbit liquidierte 15 Bitcoin und 60 Ether, um rund $1 million einzunehmen.
- •Tiger Research führt den Volumenrückgang auf Anlegerermüdung durch nicht erfüllte Projektversprechen und wiederverwendete Narrative zurück, nicht auf einen vollständigen Ausstieg aus Krypto.
- •Südkoreas Kryptomarkt befindet sich in einem strukturellen Wandel von privatkundengetriebenem Handel hin zu institutioneller Beteiligung, wobei Banken sich bei Stablecoins und tokenisierten realen Vermögenswerten positionieren.

Die Handelsaktivität an den großen Kryptowährungsbörsen Südkoreas ist im vergangenen Jahr stark zurückgegangen, obwohl der Aktienmarkt des Landes auf Rekordhöhen gestiegen ist. Das deutet laut einer Analyse von Cointelegraph darauf hin, dass sich spekulatives Interesse von Privatanlegern in Richtung Aktien verlagern könnte.
Der Korea Composite Stock Price Index (KOSPI) stieg in den 12 Monaten bis zum 22. Juli laut Daten von Yahoo Finance um 114.44%, auch wenn er sich von seinem Höchststand im Juni wieder entfernte. Im selben Zeitraum gingen die Handelsvolumen auf den größten wonbasierten Kryptoplattformen des Landes deutlich zurück.
Cointelegraph prüfte die historischen 24-Stunden-Volumendaten von CoinGecko für Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax und verglich dabei jeweils siebentägige Zeitfenster im Juli 2025 und Juli 2026. Der einfache, ungewichtete Durchschnitt der fünf prozentualen Rückgänge im Jahresvergleich lag bei etwa 77%, wodurch jede Plattform unabhängig von ihrem individuellen Handelsvolumen gleich gewichtet wurde.
Auf kombinierter Basis fällt das Bild jedoch deutlich schärfer aus: Das durchschnittliche Tagesvolumen der fünf Börsen sank um rund 89% und fiel im vergleichbaren Zeitraum im Juli 2025 von $2.82 billion auf $305 million.
ZDNet Korea berichtete separat, dass das kombinierte Tagesvolumen der fünf Plattformen am Montag im Jahresvergleich um 88% gesunken sei. Das Medium merkte an, dass rückläufige Gebühreneinnahmen einige Börsen dazu veranlasst hätten, Kryptobestände zu liquidieren. Korbit etwa nahm durch den Verkauf von 15 Bitcoin (BTC) und 60 Ether (ETH) rund 1.6 billion won (etwa $1 million) ein.
Südkorea zählt zu den weltweit aktivsten Krypto-Privatanlegermärkten und ist historisch für die "Kimchi-Prämie" bekannt — ein Phänomen, bei dem Tokenpreise an koreanischen Börsen aufgrund von Kapitalverkehrskontrollen und starker lokaler Nachfrage über dem globalen Durchschnitt liegen. Die Börsen des Landes sind stark von Einnahmen aus Handelsgebühren abhängig, und eine anhaltende Verlagerung in Richtung Aktien könnte die Liquidität am Kryptomarkt verringern und kleinere Plattformen unter Druck setzen, wodurch sich verändert, wie lokale Anleger Kapital auf spekulative Vermögenswerte verteilen.
Ermüdung im Privatkundengeschäft öffnet die Tür für institutionelle Beteiligung
Ein auf CoinGecko veröffentlichter und zuletzt am 17. April aktualisierter Bericht von Tiger Research argumentierte, dass die rückläufige Kryptoaktivität in Südkorea auf mehr Faktoren zurückzuführen sei als nur auf schwächere Tokenpreise. Wiederverwendete Narrative und Projekte, die ihre Versprechen nicht einlösten, hätten zur Ermüdung der Anleger beigetragen, während die KOSPI-Rallye Privatanlegern alternative Wege für Renditen eröffnet habe.
Tiger Research stellte fest, dass die wachsende Lücke zwischen Aktienumsatz und Kryptovolumen nicht zwangsläufig bedeute, dass koreanische Anleger Krypto aufgegeben hätten. Vielmehr gebe es nun mehr Optionen, die um ihr Kapital konkurrieren.
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Der Bericht beschrieb den Markt als in einem strukturellen Übergang befindlich, bei dem sich Privatanleger zurückziehen, während Institutionen allmählich eintreten. Banken und Finanzkonglomerate positionierten sich bereits bei won-denominierten Stablecoins, tokenisierten realen Vermögenswerten (RWAs) und Börseninvestitionen, noch bevor die entsprechende Gesetzgebung abgeschlossen war — ein Hinweis darauf, dass sich Südkoreas Kryptosektor von einem privatkundengetriebenen Handelsmarkt zu einem stärker institutionell strukturierten Ökosystem entwickelt, auch wenn der regulatorische Rahmen nach der Umsetzung des Virtual Asset User Protection Act im Juli 2023 weiter Gestalt annimmt.
Tiger Research deutete an, dass institutionelle Aktivität letztlich ein gesunder Ersatz für einen Teil der zurückgehenden Beteiligung von Privatanlegern sein könnte, auch wenn Institutionen beim Aufbau ihrer Präsenz noch am Anfang stehen.
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