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Südkorea bestätigt den Start der Kryptosteuer zum Januar 2027

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Südkorea hat den Start seiner Kryptowährungssteuer fest auf den 1. Januar 2027 terminiert und damit Jahre politischer Verzögerungen beendet.
  • Jährliche Gewinne aus digitalen Vermögenswerten über 2,5 Mio. KRW unterliegen einer separaten Einkommensteuer mit einem effektiven Satz von 22 %.
  • Die Bestätigung folgt auf das Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz Nutzern virtueller Vermögenswerte im Juli 2024, das zuvor bestehende regulatorische Bedenken ausräumte.
  • Abgeordnete haben Bedenken geäußert, dass das Fehlen eines Verlustvortrags für Krypto das heimische Handelsvolumen auf Plattformen im Ausland verlagern könnte.
  • Das Finanzministerium plant, den Rahmen erst nach Auswertung realer Handelsdaten nach Steueraktivierung auf mögliche Überarbeitungen zu prüfen.
Südkorea bestätigt den Start der Kryptosteuer zum Januar 2027

Stellvertretender Premierminister und Finanzminister Koo Yun-cheol hat bestätigt, dass Südkoreas seit langem aufgeschobene Kryptowährungssteuer am 1. Januar 2027 in Kraft treten wird – ein Ende jahrelanger Ungewissheit rund um die Maßnahme.

Die ursprünglich für 2022 vorgesehene Steuer wurde aufgrund infrastruktureller Lücken, regulatorischer Bedenken und offener Fragen zur Bereitschaft der Steuerzahler bereits dreimal verschoben. Das neue Datum stellt zudem eine weitere Verzögerung gegenüber dem zuletzt angestrebten Start im Januar 2025 dar. Vor dem Finanzausschuss der Nationalversammlung erklärte Koo am 29. Juli die bislang verbindlichste Zeitleiste.

„Wir gehen davon aus, dass die Steuer ab dem nächsten Jahr planmäßig erhoben wird“, sagte Koo vor den Abgeordneten. Er stellte fest, dass nach der Umsetzung festgestellte Mängel durch spätere Anpassungen behoben werden könnten.

Die Bestätigung erfolgt rund ein Jahr nach Inkrafttreten des südkoreanischen Gesetzes zum Schutz Nutzern virtueller Vermögenswerte im Juli 2024, das den ersten umfassenden Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte und Dienstleister im Land schuf. Dieses regulatorische Gerüst adressierte viele der Anlegerschutzbedenken, die die Einführung der Steuer zuvor erschwert hatten.

Steuerstruktur und Freibeträge

Nach dem geltenden Rahmen unterliegen jährliche Kryptogewinne über 2,5 Mio. KRW (ca. 1.800 USD) einer separaten Einkommensteuer von 20 %. Sobald lokale Zuschläge greifen, steigt der effektive Satz auf 22 %. Dieser Ansatz entspricht der Behandlung anderer Kapitalerträge im südkoreanischen Steuerrecht, wobei Kryptoerträge getrennt vom regulären Einkommen besteuert werden.

Der Minister betonte, dass künftige Änderungen des Rahmens erst nach Vorliegen realer Umsetzungsdaten geprüft würden, und vermied vorab Zusagen zu konkreten Reformen.

Abgeordnete hinterfragen fehlenden Verlustvortrag

In derselben Sitzung drängte der Abgeordnete Kim Sang-hoon von der People Power Party den Minister auf das Fehlen einer Verlustvortragsregelung für Kryptoanleger. Kim argumentierte, dass diese Lücke die heimische Investitionsneigung für digitale Vermögenswerte dämpfen und Kapital möglicherweise ins Ausland verlagern könnte.

Koo entgegnete mit einem Vergleich zur geltenden Aktienmarktbehandlung: „Verluste werden nicht vorgetragen; stattdessen werden sie als sonstige Einkünfte eingestuft“, erklärte er. Sobald die Steuer operativ sei, wollten die Beamten den Rahmen bei Bedarf überprüfen, und eine ähnliche Überprüfung könne langfristig auch für die Kryptobesteuerung gelten.

Auf die Frage nach einer Angleichung der Kryptosteuerregeln an ausländische Kapitalertragsmodelle verwies Koo auf die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes: „Nicht nur digitale Vermögenswerte, sondern der gesamte Kapitalmarkt muss umfassend betrachtet werden“, sagte er und stellte klar, dass digitale Vermögenswerte nicht isoliert vom breiteren Anlageumfeld bewertet werden können.

Bedenken hinsichtlich Handelsvolumen bestehen fort

Auswirkungen auf das Handelsvolumen begleiten die Debatte um die Kryptosteuer seit der Einführung der Maßnahme. Südkorea zählt zu den weltweit größten Märkten für Kryptowährungen im Einzelhandel, und die sogenannte „Kimchi-Prämie“ – ein Phänomen, bei dem Kryptopreise auf südkoreanischen Börsen im Vergleich zu globalen Plattformen erhöht notieren – hat die Tiefe und die Besonderheiten der heimischen Nachfrage unterstrichen. Analysten hatten bereits mehrfach davor gewarnt, dass eine Besteuerung einen Teil des Handelsgeschäfts in weniger regulierte oder Offshore-Plattformen verlagern könnte. Die Äußerungen des Ministers deuten darauf hin, dass die Regierung dieses Risiko als beherrschbar einschätzt.

Regulierungsbehörden hatten zuvor Bedenken hinsichtlich der Meldesysteme der Börsen und der Vorbereitung der Steuerzahler als Gründe für die früheren Verschiebungen angeführt. Nach Koes jüngsten Aussagen scheinen diese Infrastrukturprobleme weitgehend behoben.

Nächste Schritte

Da keine weitere Verschiebung geplant ist, stehen Anleger und Handelsplattformen nun vor einer festen Frist, um sich auf die Einhaltung der neuen Vorschriften vorzubereiten. Das Finanzministerium hat angekündigt, die Marktreaktionen im Vorfeld des 1. Januar 2027 weiter zu beobachten und bleibt offen für künftige Überarbeitungen auf Basis tatsächlicher Handelsdaten.

Quelle: Blockonomi