NachrichtenMakroSchweizer Banker erwarten, dass die SNB den Leitzins bis nächstes Jahr bei 0 % hält

Schweizer Banker erwarten, dass die SNB den Leitzins bis nächstes Jahr bei 0 % hält

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Alle befragten Schweizer Banker erwarten, dass die SNB den Leitzins nach der Senkung auf null im Juni für den Rest des Jahres 2025 bei 0 % hält.
  • Für 2027 erwarten 60 % der Befragten unverändert 0 %, während der Rest Zinserhöhungen prognostizieren – bis auf einen alle sagen 0,25 % voraus, ein einzelner Ausreißer 0,50 %.
  • Die Schweizer Inflationsdaten verweisen auf deflationäre statt inflationäre Risiken – abweichend vom globalen Trend, was häufig auf den starken Franken als sicheren Hafen zurückgeführt wird.
  • ForexLive-Analysten sehen die Risikobilanz der SNB weiterhin nach unten geneigt; Deflation könnte unkonventionelle Instrumente wie NIRP, QE oder Deviseninterventionen wieder in die geldpolitische Debatte bringen.
  • Die SNB verlangte von 2015 bis 2022 Gebühren für Bankeinlagen und verfügte damit über Erfahrung mit Negativzinsen, bevor sie diese während der Inflationsschwelle nach der Pandemie anhob.
Schweizer Banker erwarten, dass die SNB den Leitzins bis nächstes Jahr bei 0 % hält

Eine Umfrage unter Schweizer Bankern zeigt einstimmige Zustimmung, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins für den Rest dieses Jahres bei 0 % belassen wird. Der Leitzins wurde im Juni 2025 auf 0 % gesenkt und kehrte damit auf das Niveau zurück, auf dem die Notenbank jahrelang operierte, nachdem sie 2015 erstmals in den negativen Bereich gegangen war.

Mit Blick auf 2027 erwarten 60 % der Befragten, dass der Satz im gesamten nächsten Jahr bei 0 % bleibt. Die übrigen Befragten sehen dies anders und rechnen stattdessen damit, dass die SNB 2027 mit Zinserhöhungen beginnen wird. Von denen, die eine Erhöhung erwarten, sehen bis auf einen Befragten alle einen Anstieg des Leitzinses auf 0,25 %; der einzige Ausreißer prognostiziert bis Ende nächsten Jahres einen Schritt auf 0,50 %.

Die Spaltung der Erwartungen hebt sich vor dem breiteren globalen Hintergrund ab. Während die Inflationsdrücke weltweit zugenommen haben, ist die Schweiz dieser Entwicklung weitgehend nicht gefolgt. Die jüngsten Inflationszahlen des Landes verweisen weiterhin auf deflationäre statt auf inflationäre Risiken – ein Muster, das zur langjährigen Erfahrung der Schweiz mit schwächeren Preisdrücken als im Euroraum oder in den USA passt, eine Dynamik, die häufig mit der Stärke des Frankens und seiner Rolle als sicherer Hafen in Zeiten globaler Spannungen in Verbindung gebracht wird.

Vorerst können die Notenbanker daraus Trost schöpfen, dass die Inflation noch nicht Richtung Nulllinie oder in negatives Gebiet gerutscht ist. Diese Widerstandsfähigkeit ist likely teilweise auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen, der die Preisdrücke weltweit gestützt hat. Ohne diesen Übertragungseffekt hätte die Lage der Schweiz in diesem Jahr deutlich anders aussehen können.

Die SNB hatte bereits während der Covid-Pandemie eine Schonfrist, diese aber nicht genutzt. Analysten von ForexLive merken an, dass es womöglich nur eine Frage der Zeit ist, bis die Deflationsdebatte und die Aussicht auf unkonventionelle geldpolitische Instrumente – wie Negativzinspolitik (NIRP) und/oder quantitative Lockerung (QE) – zurück auf die Agenda kommen. Die SNB hat diesbezüglich Erfahrung: Von 2015 bis 2022 verlangte sie den Banken Gebühren für Einlagen und verfügte damit über direkte Erfahrung mit Negativzinsen, bevor sie diese während der Inflationsschwelle nach der Pandemie anhob. Die ForexLive-Analysten stellen zudem fest, dass im größeren Bild die Risikobilanz für die Schweiz weiterhin nach unten geneigt erscheint, angesichts eines im Vergleich zu anderen Regionen weniger ausgeprägten positiven Übertragungseffekts.

Die praktischen Marktauswirkungen sind eindeutig: Da der Leitzins bereits bei null liegt, hat die SNB wenig konventionellen Spielraum für weitere Lockerungen. Deshalb würde jede Rückkehr zu anhaltend negativer Inflation Instrumente wie Deviseninterventionen, NIRP oder QE wieder ins Zentrum der Debatte bei den kommenden geldpolitischen Sitzungen rücken.

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