Snapchat stoppt die Empfehlung vollständig KI-generierter Videos in Spotlight
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Spotlight-Empfehlungsalgorithmus von Snapchat zeigt vollständig KI-generierte Videos nicht mehr Zuschauern an, die dem Creator noch nicht folgen.
- •Nutzer können weiterhin vollständig KI-generierte Videos hochladen, aber diese Posts sind nur für ihr bestehendes Publikum sichtbar.
- •Inhalte, die mit Snapchats eigenen integrierten KI-Tools erstellt wurden, einschließlich Filtern und Effekten, bleiben für Empfehlungen berechtigt und erhalten ein Transparenzlabel.
- •Die Richtlinie ist strenger als die von TikTok und YouTube, die eine KI-Inhaltskennzeichnung verlangen, solche Inhalte jedoch nicht aus ihren Empfehlungssystemen ausschließen.
- •Snapchat vermeldete, dass die Zahl der einzigartigen Spotlight-Beitragenden um mehr als 120 % im Jahresvergleich gestiegen ist, und das Unternehmen möchte diese Dynamus durch die Begrenzung massenhafter KI-generierter Uploads schützen.

Snapchat hat vollständig KI-generierte Videos aus seinem Empfehlungssystem in Spotlight entfernt – der Kurzvideo-Entdeckungsfunktion der Plattform, die mit TikTots For-You-Feed und Instagram Reels konkurriert – in einer Richtlinienänderung, die sich direkt auf Creator auswirkt, die auf KI-Tools angewiesen sind, um Inhalte im großen Maßstab zu produzieren.
Das Unternehmen kündigte an, dass sein Algorithmus vollständig KI-generierte Videos nicht mehr über Spotlight-Empfehlungen neuen Zielgruppen anzeigen wird. Die Richtlinie ist bereits in Kraft.
Die Entscheidung stellt kein grundsätzliches Verbot KI-generierter Inhalte dar. Nutzer können weiterhin vollständig KI-generierte Videos auf Snapchat hochladen, aber diese Videos werden Zuschauern, die dem Creator noch nicht folgen, nicht mehr empfohlen. Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, da die Entdeckung auf Spotlight nahezu vollständig vom Empfehlungsalgorithmus abhängt – Inhalte, die nicht empfohlen werden, sind für jeden außerhalb der bestehenden Zielgruppe eines Creators praktisch unsichtbar.
Snapchat hat jedoch eine wichtige Ausnahme vorgesehen. Inhalte, die mit den integrierten KI-Tools der Plattform erstellt wurden – wie KI-Filter, Effekte und Bearbeitungsfunktionen – bleiben weiterhin für Empfehlungen berechtigt. Diese Inhalte erhalten ein Transparenzlabel, damit Zuschauer darüber informiert sind, dass KI bei der Erstellung eine Rolle gespielt hat.
Das Unternehmen stellte die Richtlinienänderung als Reaktion auf ein plattformübergreifendes Problem in den sozialen Medien dar: qualitative minderwertige, repetitive, KI-generierte Videos, die Plattformen überfluten und originale Creator in den Hintergrund drängen. Snapchat erklärte, Spotlight solle ein Raum bleiben, in dem echte Menschen, die echte Momente teilen, entdeckt werden können. Die Maßnahme geht über die KI-Kennzeichnungsrichtlinien von TikTok und YouTube hinaus, die zwar die Offenlegung KI-generierter Inhalte verlangen, diese jedoch nicht vollständig aus ihren Empfehlungssystemen ausschließen.
Die praktischen Auswirkungen variieren je nach Creator-Typ. Creator, die KI zur vollständigen Videoerstellung nutzen – also einen Prompt in ein Tool eingeben und das Ergebnis hochladen – werden über Spotlight keine neuen Zielgruppen mehr erreichen. Dieser Wachstumskanal ist nun geschlossen.
Creator, die KI als Teil ihres Workflows einsetzen, etwa für Farbkorrektur, das Hinzufügen von Effekten, die Audio-Bereinigung oder die Nutzung von Snapchats eigenen integrierten Funktionen, sind weitgehend unaffected. Ihre Inhalte werden weiterhin empfohlen und erhalten ein KI-Transparenzlabel.
Für Creator, die Inhalte auf traditionelle Weise produzieren, verringert die Änderung den Wettbewerb durch die aggressivsten Formen KI-generierter Inhalte im Empfehlungssystem.
Snapchat teilte mit, dass die Zahl der einzigartigen Beitragenden zu Spotlight um mehr als 120 % im Jahresvergleich gestiegen sei, was darauf hindeutet, dass die Plattform bereits mehr originale Creator anzieht. Die neue Richtlinie scheint darauf ausgelegt zu sein, diese Dynamik zu schützen, indem verhindert wird, dass massenhafte KI-generierte Uploads das organische Wachstum verwässern.
Das Unternehmen räumte ein, dass kein Erkennungssystem fehlerfrei sei und einige KI-generierte Inhalte wahrscheinlich unentdeckt bleiben werden. Dennoch ist die Richtung klar: Snapchat setzt bewusst darauf, dass authentische, von Menschen erstellte Inhalte die Nutzerbindung aufrechterhalten, und gestaltet seinen Algorithmus entsprechend um. Ob konkurrierende Plattformen ihre eigenen Empfehlungssysteme als Reaktion anpassen, wird bestimmen, wie KI-generierte Inhalte in die Creator-Economy der sozialen Medien insgesamt integriert werden.