SK-Group-Chef muss Ex-Frau in südkoreanischem Scheidungsfall 645 Millionen Dollar zahlen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Oberste Gericht Seoul sprach Roh Soh-yeong ein Drittel des ehelichen Vermögens zu, nachdem es festgestellt hatte, dass sie zur Erhaltung und Vermehrung des Vermögens beigetragen hatte.
- •Chey Tae-won hält 17.9% an SK Inc., und Forbes schätzt sein Nettovermögen auf $5.4 billion.
- •Das Gericht verlangte, dass die Scheidungszahlung in bar und nicht in Aktien erfolgt, weil Cheys Aktienbesitz für die Kontrolle über die SK Group wichtig ist.
- •Die Aktien von SK Inc. schlossen 3.8% niedriger, und SK Hynix fiel im Handel in Seoul nach der Entscheidung um 8.3%.
- •Der Streit könnte an den Obersten Gerichtshof zurückgehen, falls eine der Seiten gegen das Urteil vom Freitag Berufung einlegt.

Ein südkoreanisches Gericht hat den Milliardär und Vorsitzenden der SK Group, Chey Tae-won, dazu verurteilt, seiner früheren Ehefrau mehr als $640 million in einer Scheidungsvereinbarung zu zahlen, die ihn dazu zwingen könnte, Vermögenswerte zu verkaufen, Schulden aufzunehmen oder Aktien als Sicherheiten zu verpfänden.
Das Oberste Gericht Seoul entschied am Freitag, dass Chey an Roh Soh-yeong 944 Milliarden Won, oder etwa $645 million, zahlen muss. Es handelt sich um die höchste Vermögenszuteilung in einem Scheidungsfall in der Geschichte Südkoreas. Der Fall wurde als Südkoreas sogenannte „Scheidung des Jahrhunderts“ bezeichnet.
Der Betrag liegt deutlich unter den 1,38 Billionen Won, oder etwa $935 million, die ein Berufungsgericht 2024 zugesprochen hatte. Dennoch hat die überarbeitete Entscheidung erneut die Aufmerksamkeit der Anleger auf Cheys Beteiligungen und die Frage gelenkt, wie er die Zahlung finanzieren könnte.
Analysten sagten, Chey müsse möglicherweise Vermögenswerte verkaufen oder Kredite gegen seine Aktien aufnehmen, auch wenn sie nicht erwarten, dass die Entscheidung seine Kontrolle über die SK Group gefährdet.
Chey hält einen Anteil von 17.9% an SK Inc., der Holdinggesellschaft des Konglomerats, und verfügt laut Forbes über ein geschätztes Nettovermögen von $5.4 billion. Die Finanzierungsfrage ist sensibel, weil große familiengeführte südkoreanische Konglomerate häufig auf strategische Beteiligungen an Holdinggesellschaften angewiesen sind, um die Kontrolle über weit verzweigte Unternehmensgruppen zu behalten.
Das Gericht ordnete an, dass die Scheidungszahlung in bar und nicht durch eine Übertragung von Aktien zu leisten ist, und verwies dabei auf die Bedeutung von Cheys Aktienbesitz für die Aufrechterhaltung der Kontrolle über das Konglomerat.
Die Aktien von SK Inc. schlossen am Freitag 3.8% niedriger, während SK Hynix im Handel in Seoul nach dem Urteil um 8.3% fiel.
Das globale Profil der SK Group ist während des Booms bei künstlicher Intelligenz durch SK Hynix stark gestiegen. SK Hynix ist ein wichtiger Anbieter von Speicherchips mit hoher Bandbreite, die mit Nvidias KI-Prozessoren eingesetzt werden. Dadurch werden Fragen der Unternehmensführung und Eigentümerstruktur des Konzerns von globalen Technologieinvestoren stärker beobachtet, auch wenn es sich bei dem Gerichtsverfahren um einen privaten Scheidungsfall handelt.
Die Richter sprachen Roh ein Drittel des ehelichen Vermögens des Paares zu, nachdem sie festgestellt hatten, dass sie während der Ehe zur Erhaltung und Vermehrung des Familienvermögens beigetragen hatte.
Das Urteil erging, nachdem der Oberste Gerichtshof Südkoreas Vorbringen zurückgewiesen hatte, wonach angebliche finanzielle Unterstützung durch Rohs Vater, den früheren Präsidenten Roh Tae-woo, in die Vermögensberechnung einbezogen werden sollte.
Beide Seiten können gegen das Urteil vom Freitag Berufung einlegen, wodurch der Streit über die Vermögensaufteilung wieder vor den Obersten Gerichtshof gelangen könnte.
Reuters hat zu diesem Bericht beigetragen.