National Sheriffs' Association zieht Opposition gegen CLARITY Act zurück und ebnet den Weg zur Senatsabstimmung
Wichtige Erkenntnisse
- •Die National Sheriffs' Association ist von der Ablehnung des CLARITY Act zu einer neutralen Haltung übergegangen und verwies auf die Komplexität der Gesetzgebung und ungeklärte Details.
- •Das Gesetz würde die Aufsicht über digitale Assets weitgehend abhängig von der Dezentralität eines Netzwerks zwischen SEC und CFTC aufteilen.
- •Section 604, die Softwareentwickler davor schützt, als Verwalter von Nutzer Geldern eingestuft zu werden, bleibt ein zentraler Streitpunkt – Kritiker warnen, sie könnte es Krypto-Mixern ermöglichen, Anti-Geldwäsche-Vorschriften zu umgehen.
- •Im Jahr 2025 waren mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar an kryptobezogenen Einkünften mit den Familienunternehmen von Präsident Trump verbunden; Abgeordnete halten die Ethikbestimmungen des Gesetzentwurfs für unzureichend.
- •Ein Cloture-Vote am 15. September erfordert 60 Stimmen, sodass mindestens sieben Demokraten den 53 Sitzen der Republikaner beitreten müssten, damit das Gesetz vorankommt.

Die National Sheriffs' Association hat den Abgeordneten mitgeteilt, dass sie den CLARITY Act nicht länger ablehnen wird – nach monatelangem Widerstand und nur wenige Wochen vor einer angesetzten Senatsabstimmung über das wichtigste Legislativvorhaben der Kryptowährungsbranche. Das Gesetz, das im Juli 2025 das Repräsentantenhaus passiert hat, würde einen bundesweiten Rahmen schaffen, der die Aufsicht über digitale Assets zwischen SEC und CFTC aufteilt – im Wesentlichen abhängig davon, wie dezentral ein Netzwerk ist. Diese Abgrenzung ist ein Thema, zu dem die Branche schon lange Klarheit fordert.
NSA wechselt zu einer neutralen Haltung
In einem unterzeichneten Schreiben an Senate Majority Leader John Thune und Minority Leader Chuck Schumer erklärten der Präsident der National Sheriffs' Association, Sheriff Troy Wellman, und Executive Director und CEO Justin Smith, dass die Organisation das Gesetz nicht länger ablehnen wird. Der Sinneswandel beruhte Berichten zufolge auf „der Komplexität der Gesetzgebung und der Anzahl wichtiger Details, die noch geprüft werden“. Die NSA wird nun eine neutrale Position zu dem Thema einnehmen.
Andere Strafverfolgungsbehörden, darunter nationale Polizeigremien und Bundesorganisationen, hatten den kontrollbasierten Ansatz des Gesetzentwurfs bereits unterstützt. Die frühere Ablehnung durch die NSA stützte sich auf das Argument, die Regelung schwäche die Bemühungen um die Strafverfolgung illegaler Finanzströme.
Diese Haltung hatte politisches Gewicht. Demokraten wie die Senatorin aus Nevada, Catherine Cortez Masto, beriefen sich darauf, als sie gegen das Weiterleiten des CLARITY Act aus dem Senate Banking Committee stimmten. Masto nahm Schreiben von sechs Organisationen in das Protokoll auf, darunter die National Sheriffs' Association, die National District Attorneys Association und die International Association of Chiefs of Police – alle argumentierten, der Entwurf gehe auf ihre Bedenken nicht ein. Mit der neuen Position der NSA verliert dieser Druckpunkt an Wirkung.
Was ist Section 604?
Eines der größten verbleibenden Hindernisse für die Verabschiedung des CLARITY Act ist Section 604 – eine Bestimmung, die Softwareentwickler davor schützt, allein für das Schreiben von Code so behandelt zu werden, als kontrollierten sie die Gelder der Nutzer.
Befürworter der Bestimmung, darunter Senator Ron Wyden (D-OR), argumentieren, dieser Schutz sei notwendig, um zu verhindern, dass Entwickler wegen unklarer Gesetze ins Ausland abwandern – und verweisen auf Fälle wie den Tornado-Cash-Entwickler als Beleg für das Problem.
Die Blockchain Association argumentierte in einem achtseitigen Schreiben an Thune und Schumer vom 3. August, die Bestimmung trenne klar zwischen Personen, die Kundengelder verwalten, und Entwicklern, die neutrale Werkzeuge bereitstellen. Sie würde nicht auf jemanden Anwendung finden, der Kontrolle über Nutzer Gelder hat oder in deren Namen Transaktionen tätigen kann.
Kritiker hingegen befürchten, der Schutz sei zu weit gefasst und könnte es Krypto-Mixern und Tumblern ermöglichen, sich den Anti-Geldwäsche-Vorschriften zu entziehen. Staatsanwälte und Polizeiverbände haben argumentiert, es werde dadurch erschwert, Gelder nachzuverfolgen, die mit Betrug, Ransomware und Umgehung von Sanktionen in Verbindung stehen.
Präsidentschaftliche Interessenkonflikte und der Weg zur Abstimmung
Ein weiterer offener Punkt ist die Frage, wie die Möglichkeit eines amtierenden Präsidenten, aus digitalen Assets Gewinne zu ziehen, begrenzt werden kann. Im Jahr 2025 waren mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar an kryptobezogenen Einkünften mit den Familienunternehmen von Präsident Donald Trump verbunden, darunter World Liberty Financial und der Trump-Meme-Coin. Abgeordnete argumentieren, die Ethikregelungen des Gesetzentwurfs seien nicht streng genug.
Ein Cloture-Vote ist für den 15. September angesetzt und erfordert 60 Stimmen. Die Republikaner verfügen über 53 Sitze, was bedeutet, dass mindestens sieben Demokraten die Seiten wechseln müssten. Wie die Verhandlungen über Section 604 und die Ethikbestimmungen in den kommenden Wochen ausgehen, wird darüber entscheiden, ob der Senat über das erste umfassende US-Gesetz zur Marktstruktur für Kryptowährungen endgültig abstimmt.
Quellen: Semafor, Stellungnahme von Senatorin Cortez Masto