NachrichtenMakroDie Zentralbank-Schere im September: Wo könnten Divergenzen am Devisenmarkt entstehen?

Die Zentralbank-Schere im September: Wo könnten Divergenzen am Devisenmarkt entstehen?

Autor: FXOpen Blog·

Wichtige Erkenntnisse

  • Vier große Zentralbanken — EZB, US-Notenbank Fed, Bank of England und Bank of Japan — verkünden im September innerhalb von acht Tagen ihre geldpolitischen Entscheidungen.
  • Die Märkte schreiben einer EZB-Zinserhöhung um 25 Basispunkte am 10. September eine hohe Wahrscheinlichkeit zu, während für die Fed am 16. September eine Pause erwartet wird und die BoE die Bank Rate am 17. September unverändert lassen könnte.
  • Die Bank of Japan beschließt die Reihe am 18. September; die Märkte erwägen zunehmend eine Erhöhung um 25 Basispunkte, die dem Yen — seit Langem niedrig verzinste Finanzierungswährung in Carry Trades — nachhaltige Unterstützung bieten könnte.
  • Währungspaare wie EUR/USD, GBP/USD, EUR/GBP, USD/JPY und EUR/JPY könnten reagieren, wenn die Märkte die erwarteten Zinspfade neu bewerten.
  • Gary Thomson betont, dass weniger die Entscheidungen allein als vielmehr Veränderungen der Erwartungen die Bewegungen am Devisenmarkt treiben könnten, wobei anschließende Inflations- und Arbeitsmarktdaten die Erwartungen für künftige Sitzungen prägen.
Die Zentralbank-Schere im September: Wo könnten Divergenzen am Devisenmarkt entstehen?

In einer neuen Videoanalyse beleuchtet Gary Thomson von FXOpen die Häufung großer Zentralbanksitzungen im September und fragt, ob auseinanderlaufende geldpolitische Pfade die Bewegungen wichtiger Währungspaare prägen könnten. Da Zinsdifferenzen zu den am genauesten beobachteten Treibern von Wechselkursen zählen, richtet eine Serie von Politikentscheidungen, die auf gut eine Woche verdichtet ist, die Aufmerksamkeit darauf, wie sich diese Differenzen entwickeln könnten.

EZB — 10. September

Der Rat der Europäischen Zentralbank, der die Geldpolitik für den Euroraum festlegt, tagt am 10. September. Die Märkte preisen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein; im Mittelpunkt steht die Frage, ob die EZB signalisiert, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik weiterhin möglich ist — ein Signal, das in der Regel über die Erklärung zur Geldpolitik und die Pressekonferenz des Präsidenten nach der Entscheidung vermittelt wird.

Fed — 16. September

Die US-Notenbank Fed folgt mit ihrer Entscheidung am 16. September. Zwar tendieren die Märkte zu einer Pause, doch erneuter Inflationsdruck könnte eine Zinserhöhung wieder in den Vordergrund rücken. Der September ist zudem eine der vier FOMC-Sitzungen im Jahr, die vom Summary of Economic Projections begleitet werden, einschließlich des „Dot Plot“ mit den Zinserwartungen der Notenbankmitglieder — ein Ausblick, der über die Entscheidung hinaus Orientierung bietet.

BoE — 17. September

Die für die Zinsentscheidungen zuständigen Mitglieder der Bank of England verkünden ihre Entscheidung am 17. September. Die Inflation im Vereinigten Königreich bleibt zwar erhöht, doch ein verlangsamtes Lohnwachstum und ein nachgiebigerer Arbeitsmarkt könnten die Bank Rate unverändert lassen. Die Stimmenverteilung des neunköpfigen Monetary Policy Committee wird zusammen mit der Entscheidung veröffentlicht und als Gradmesser für das Kräfteverhältnis der Meinungen aufmerksam gelesen.

BoJ — 18. September

Das Policy Board der Bank of Japan beschließt die Reihe am 18. September. Die Märkte erwägen zunehmend eine Erhöhung um 25 Basispunkte; eine zentrale Frage lautet, ob eine straffere japanische Geldpolitik dem Yen nachhaltige Unterstützung verschaffen könnte. Die japanischen Zinsen liegen weit unter denen von Fed, EZB und BoE, und der Yen dient seit Langem als niedrig verzinste Finanzierungswährung in Carry Trades — ein Positionierungsumfeld, das die Märkte bei geldpolitischen Anpassungen der BoJ berücksichtigen.

FX-Divergenz im Fokus

Divergenz bedeutet in diesem Kontext, dass Zentralbanken in unterschiedliche Richtungen oder mit unterschiedlichem Tempo agieren und damit die Zinsdifferenzen verschieben, auf denen Währungsbewertungen beruhen. Währungspaare wie EUR/USD, GBP/USD, EUR/GBP, USD/JPY und EUR/JPY könnten reagieren, wenn die Märkte die erwarteten Zinspfade neu bewerten.

Mit vier großen Zentralbankentscheidungen in nur acht Tagen betont Thomson, dass möglicherweise weniger die Entscheidungen selbst als die Veränderungen der Erwartungen die Bewegungen am Devisenmarkt treiben. Im Anschluss an die Sitzungen speisen die nächsten Runden an Inflations- und Arbeitsmarktdaten üblicherweise die Erwartungen für die darauffolgenden Entscheidungen.

Das vollständige Video gibt es hier. Quelle: FXOpen Blog.

Dieser Artikel gibt ausschließlich die Meinung der Unternehmen wieder, die unter der Marke FXOpen tätig sind. Er ist nicht als Angebot, Aufforderung oder Empfehlung in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen dieser Unternehmen auszulegen und stellt auch keine Finanzberatung dar.