Seouls Bezirk Gangbuk erweitert mehrsprachigen Wohnungsschutz für ausländische Mieter
Wichtige Erkenntnisse
- •Ausländische Mieter im Bezirk Gangbuk erhalten bei der Anmeldung des Einzugs oder des Fixed-Date-Status in Nachbarschaftszentren automatisch generierte behördliche Hinweise in neun Sprachen, die auf ihre Unterlagen gestempelt werden.
- •Der offizielle Fixed-Date-Status räumt Mietern bei einer Zwangsvollstreckung oder Versteigerung durch den Vermieter einen gesetzlichen Vorrang bei der Rückforderung der Kaution ein.
- •QR-Code-Aufkleber verbinden ausländische Bewohner mit der App „MY SEOUL" der Stadtverwaltung Seuls, die mehrsprachige Wohnraumleitfäden, Sicherheitshinweise und multikulturelle Dienste bietet.
- •Die registrierte ausländische Bevölkerung im Bezirk Gangbuk hat sich im vergangenen Jahrzehnt auf rund 7.000 Einwohner fast verdoppelt, vor allem durch internationale Studierende, Auszubildende und Heiratsmigranten.
- •Das erweiterte Programm folgt auf weit verbreitete koreanische Mietkautionsbetrugsskandale, bei denen Mieter hohe Kautionen an zahlungsunfähige Vermieter verloren.

Der koreanische Wohnungsmarkt gilt selbst für langjährige Einheimische als notorisch komplex. Ein Großteil dieser Komplexität ergibt sich aus den eigenständigen Mietystemen des Landes – darunter die traditionelle Pauschalmiete Jeonse, bei der Mieter statt einer monatlichen Miete eine hohe Kaution in Höhe eines erheblichen Teils des Immobilienwerts hinterlegen – sowie dem üblichen zweijährigen Mietzyklus, der die meisten Verträge regelt. Für die stetig wachsende internationale Bevölkerung des Landes machen hohe Sprachbarrieren, unbekannte Verwaltungsverfahren und besondere Mietergesetze die Wohnungssuche zu einem besonders schwierigen Unterfangen – mit erheblichem finanziellen Risiko.
Um diese Informationslücke zu schließen und gefährdete ausländische Mieter zu schützen, erweitert der Bezirk Gangbuk, ein Verwaltungsbezirk im Norden Seuls, ein umfassendes kommunales Programm, das ausländische Bewohner während des gesamten Mietprozesses absichern soll.
Im Rahmen der erweiterten Initiative erhalten ausländische Mieter, die in örtlichen Nachbarschaftszentren ihren Einzug anmelden oder einen offiziellen „Fixed Date"-Status (Hwakjeong Ilja) beantragen, automatisch generierte behördliche Hinweise in neun Sprachen, die direkt auf ihre Unterlagen gestempelt werden. Der rechtliche Stempel – verfügbar in Englisch, Chinesisch, Vietnamesisch, Mongolisch, Filipino, Usbekisch, Japanisch, Taiwanesisch und Thailändisch – erläutert die wesentlichen Schutzrechte nach dem koreanischen Wohnungsmietgesetz (Housing Lease Protection Act).
Auf dem koreanischen Mietmarkt ist der Erhalt eines offiziellen Fixed Date ein entscheidender gesetzlicher Schritt, der Mietern bei einer Zwangsvollstreckung oder Versteigerung der Immobilie durch den Vermieter einen gesetzlichen Vorrang bei der Rückforderung der Kaution einräumt. Mieter können diesen Status erlangen, indem sie eine Vertragsabschrift beglaubigen lassen oder ihren Einzugszeitpunkt in einem Gemeindezentrum bestätigen – genau dort, wo Gangbuks neue mehrsprachige Hinweise ansetzen.
Zusätzlich zu den mehrsprachigen Stempeln verteilen die Bezirksämter QR-Code-Aufkleber mit direktem Zugang zu „MY SEOUL", einer speziellen mobilen Anwendung der Stadtverwaltung Seuls. Durch das Scannen des Codes können ausländische Bewohner die App installieren und Zugriff auf mehrsprachige Wohnraumleitfäden, behördliche Sicherheitshinweise und multikulturelle soziale Dienste erhalten.
Um Missverständnisse bei Vertragsverhandlungen auszuschließen, veröffentlicht der Bezirk Gangbuk zudem standardisierte, mehrsprachige Mietvertragsvorlagen auf seiner offiziellen Website. Anleitungsbanner mit QR-Codes und Mietressourcen wurden in allen Nachbarschaftszentren installiert, damit Besucher unmittelbare Unterstützung erhalten.
Die Verwaltungsmaßnahmen spiegeln eine sich rasch wandelnde demografische Realität wider. Im Bezirk Gangbuk hat sich die registrierte ausländische Bevölkerung im vergangenen Jahrzehnt auf rund 7.000 Einwohner fast verdoppelt, vor allem durch internationale Studierende, Auszubildende und Heiratsmigrantinnen und -migranten. Dieser Trend entspricht der Entwicklung in ganz Seoul, wo die Zahl registrierter ausländischer Bewohner in den letzten Jahren stetig gestiegen ist und die Stadtverwaltung dazu veranlasst hat, Dienste – von Dolmetscher-Hotlines bis zur Unterstützung multikultureller Familien – über die international dichtesten Bezirke der Hauptstadt hinaus auszuweiten. In ganz Korea ist die Mietkautionssicherheit nach weit verbreiteten Betrugsskandalen auf dem heimischen Mietmarkt, bei denen Mieter hohe Kautionen an zahlungsunfähige Vermieter verloren, zu einer gesellschaftlich brisanten Frage geworden – was proaktive Verwaltungstransparenz für ausländische Bewohner, die oft über keine lokalen rechtlichen Unterstützungsnetze verfügen, besonders wichtig macht.
Das im Januar 2025 gestartete und inzwischen erweiterte Wohnraumprogramm des Bezirks steht für breitere kommunale Anstrengungen in der Hauptstadt, ausländische Staatsangehörige in städtische soziale Sicherungssysteme einzubinden. Ob ähnliche mehrsprachige Mieterschutzmaßnahmen von anderen Seuler Bezirken übernommen oder landesweit ausgeweitet werden, bleibt abzuwarten, da die Kommunen zunehmend um internationale Einwohner werben und diese halten möchten.
„Wir haben die administrative Unterstützung vor Ort verstärkt, damit ausländische Bewohner im Mietprozess aufgrund von Sprach- und Informationsbarrieren nicht unfair benachteiligt werden", sagte Jung Chang-soo, Bürgermeister des Bezirks Gangbuk. „Wir werden die mehrsprachige Mietunterstützung und die grundlegende Lebenshilfe weiter ausbauen, damit internationale Bewohner sich stabil und beruhigt in unserer Gemeinde niederlassen können."