US-Senat verschiebt Abstimmung über Krypto-CLARITY-Gesetz auf September, da sich die August-Pause nähert
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Senat verschob die Plenarabstimmung über den CLARITY Act in den September, nachdem konkurrierende Prioritäten ein Handeln vor der August-Pause verhindert hatten.
- •Die Gesetzgebung hat bereits das Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 Stimmen passiert und den Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen passiert.
- •Ein zentraler ungelöster Streitpunkt dreht sich um eine Ethikbestimmung, die hochrangige Regierungsbeamte daran hindert, von der Krypto-Branche zu profitieren, wobei Demokraten signalisieren, dass vorgeschlagene Kompromisse unzureichend sein könnten.
- •Die gesetzgeberische Sitzungsperiode im September wird vor der Vertagung des Kongresses für die Zwischenwahlen nur wenige Wochen Plenarzeit bieten, was die Chancen auf eine Verabschiedung des Gesetzes möglicherweise verringert.
- •Die anhaltende Verzögerung zwingt US-Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte weiterhin, nach bestehenden SEC- und CFTC-Richtlinien zu operieren, anstatt nach der gesetzlichen Klarheit, die das Gesetz bieten soll.

Der US-Senat hat eine Plenarabstimmung über den „Digital Asset Market Clarity Act“ bis September verschoben und damit die zentrale gesetzgeberische Priorität der Krypto-Branche zurückgedrängt, da den Abgeordneten vor der August-Pause die Plenarzeit ausging.
Das Gesetz, das einen gesetzlichen Rahmen für die Regulierung digitaler Rohstoffe durch die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) schaffen würde, hat bereits das Repräsentantenhaus und einen Senatsausschuss passiert, ist aber trotz monatelanger Präsenz im legislativen Kalender des Senats nicht zur Plenarabstimmung gelangt. Die Gesetzgebung soll eine langjährige juristische Unklarheit zwischen den beiden Aufsichtsbehörden beseitigen, die schon Jahre andauert und Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte zwingt, sich durch überschneidende oder unklare Zuständigkeiten darüber zu navigieren, ob bestimmte Token als Wertpapiere oder Rohstoffe gelten.
Gesetzgeberischer Zeitplan
Das Repräsentantenhaus verabschiedete das Gesetz im Juli 2025 mit einer Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen, wobei sich mehr als 70 Demokraten fast allen Republikanern anschlossen. Der Bankenausschuss des Senats brachte seine eigene ausgehandelte Version am 14. Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen auf den Weg, wobei zwei Demokraten die Parteilinie überschritten. Das Gesetz wurde am 1. Juni förmlich als Kalender Nr. 423 in den legislativen Kalender des Senats aufgenommen, wodurch es für eine Beratung berechtigt wurde, wann immer die Senatsführung Plenarzeit ansetzen wollte.
Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, hatte darauf hingewiesen, dass das Gesetz vor der Sitzungspause der Kammer zur Abstimmung kommen würde, aber konkurrierende gesetzgeberische Prioritäten – darunter Bundesnominierungen und ein Russland-Sanktionsgesetz – es letztendlich von der Tagesordnung verdrängten.
Ungelöste Streitigkeiten
Ein zentraler Streitpunkt war eine Ethikbestimmung, die darauf abzielt, hochrangigen Regierungsbeamten die Möglichkeit zu nehmen, aus der Krypto-Branche Profit zu schlagen – eine Maßnahme, die angesichts der Beteiligung politischer Prominenz an digitalen Vermögensunternehmungen auf Kritik gestoßen ist. Die Verhandlungen über diesen Wortlaut zogen sich bis Anfang August hin, wobei sich das Weiße Haus an einem Kompromissvorschlag der Abgeordneten beteiligte. Demokraten signalisierten jedoch, dass die aktuellen Bedingungen möglicherweise nicht ausreichen, um ihre Bedenken auszuräumen.
Weitere ungelöste Details bleiben in der Diskussion, darunter Bestimmungen zur Bekämpfung illegaler Finanzierungen und zu landwirtschaftlichen Rohstofffragen.
Engeres Zeitfenster im September
Da die Abstimmung nun auf September verschoben wurde, sieht sich das Gesetz einem engeren gesetzgeberischen Fenster gegenüber. Beide Kammern kehren in diesem Monat nur für wenige Wochen zurück, und die Plenarzeit wird mit Haushaltsgesetzen und dem Herannahen der Zwischenwahlen im November konkurrieren. Politikanalysten haben festgestellt, dass sich die Aussichten des Gesetzes weiter verschlechtern könnten, je länger sich der Prozess hinzieht.
Die Verschiebung verlängert die regulatorische Unsicherheit, die Unternehmen seit der Verabschiedung des Gesetzes durch den Ausschuss im Mai als Hindernis für Verwahrungsvereinbarungen und die Produktplanung angeführt haben. In Abwesenheit des CLARITY Act operiert die Branche für digitale Vermögenswerte weiterhin auf der Grundlage bestehender regulatorischer Richtlinien, die direkt von der SEC und der CFTC herausgegeben wurden, anstatt nach dem klareren gesetzlichen Rahmen, den die Gesetzgebung bieten soll. Andere Gerichtsbarkeiten, darunter die Europäische Union mit ihrer Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA), sind mit umfassenden Rahmenbedingungen vorangekommen, was den Druck auf die USA erhöht, eine vergleichbare Rechtssicherheit zu schaffen.
Das Repräsentantenhaus und der Senat kehren beide für ein paar Wochen im September zurück, bevor der Kongress für den Wahlkampf zu den Zwischenwahlen erneut vertagt wird, was wenig Plenarzeit für das Gesetz und andere anstehende Gesetzgebungsverfahren lässt.