SEC schlägt Rahmenwerk für Token-Wertpapiere vor, das Krypto-Projekten Kapitalaufnahmen von bis zu 75 Millionen US-Dollar ermöglichen könnte
Wichtige Erkenntnisse
- •Das von der SEC vorgeschlagene Rahmenwerk für Token-Wertpapiere würde förderfähigen Krypto-Projekten eine Kapitalaufnahme von bis zu 75 Millionen US-Dollar bei Anlegern ermöglichen.
- •Der Vorschlag würde die überwiegend einzelfallbezogene Anwendung des Howey-Tests durch die Behörde – abgeleitet aus einem Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1946 – zur Bewertung, ob digitale Vermögenswerte Wertpapiere sind, ersetzen.
- •Das Rahmenwerk richtet sich unmittelbar an Token-Emittenten und ist Teil des umfassenderen Reg-Crypto-Pakets der SEC, das gestaffelte Freistellungsstufen von 5 Millionen und 75 Millionen US-Dollar vorsieht.
- •Die Obergrenze von 75 Millionen US-Dollar entspricht dem Höchstbetrag der Stufe 2 der Regulation A+, einer bestehenden SEC-Freistellung, die kleineren Unternehmen die Aufnahme von Publikumskapital ohne traditionellen Börsengang ermöglicht.
- •Die Regel ist noch nicht endgültig; eine öffentliche Kommentierungsfrist und eine angesetzte Abstimmung der Kommission über den rund 400-seitigen Entwurf stehen noch aus, und die Nutzung des Rahmenwerks würde die Erfüllung der Offenlegungspflichten der SEC erfordern.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat einen Entwurf für ein Rahmenwerk für Token-Wertpapiere vorgelegt, der qualifizierten Krypto-Projekten eine Kapitalaufnahme von bis zu 75 Millionen US-Dollar bei Anlegern ermöglichen könnte. Der Plan, der sich noch im Entwurfsstadium befindet, soll Token-Emittenten einen klareren Weg zur Kapitalaufnahme unter den Wertpapierbestimmungen eröffnen.
Was das vorgeschlagene Rahmenwerk bewirken würde
Ein Rahmenwerk für Token-Wertpapiere ist ein Regelwerk, das bestimmte Krypto-Token wie Aktien oder Anleihen als Wertpapiere behandelt und festlegt, wie Projekte diese auf legalem Wege zur Kapitalbeschaffung verkaufen können. Der Vorschlag der SEC legt diesen Weg in einem offiziellen Regelungsdokument dar.
Bislang hat die Behörde Token weitgehend einzelfallweise bewertet und sich dabei auf den Howey-Test gestützt – einen Maßstab, der aus einem Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1946 zu Investitionen in Zitrusplantagen hervorgegangen ist –, um zu bestimmen, ob es sich bei einem digitalen Vermögenswert um einen Anlagevertrag und damit um ein Wertpapier handelt.
Die Schlüsselzahl ist die Obergrenze: Nach dem Vorschlag könnte ein förderfähiges Krypto-Projekt laut dem SEC-Dokument bis zu 75 Millionen US-Dollar aufnehmen.
Das Rahmenwerk richtet sich an die Projekte und Emittenten, die die Kapitalaufnahme durchführen, und nicht nur an die Plattformen, auf denen Token-Verkäufe stattfinden. Es steht neben dem umfassenderen Paket mit dem Namen Reg Crypto, das die Behörde mit gestaffelten Freistellungsstufen von 5 Millionen und 75 Millionen US-Dollar vorgelegt hat (weiterführende Berichterstattung).
Warum eine Obergrenze von 75 Millionen US-Dollar wichtig sein könnte
Für Krypto-Teams in einem frühen Stadium ist eine festgelegte Obergrenze ein Planungsinstrument: Sie zeigt Gründern genau, wie viel Kapital sie aufnehmen können, bevor sie die Grenze dieser spezifischen Freistellung erreichen.
Die Zahl klingt zudem aus der traditionellen Finanzwelt vertraut: 75 Millionen US-Dollar entsprechen der Obergrenze der Stufe 2 der Regulation A+, der bestehenden Freistellung der SEC, mit der kleinere Unternehmen ohne traditionellen Börsengang Kapital von der Öffentlichkeit aufnehmen können – ein Vergleichsmaßstab, der bei der Behörde bereits verankert ist.
Ein gedeckelter, regelbasierter Weg kann das Rätselraten verringern, das Token-Verkäufe in den Vereinigten Staaten lange begleitet hat. Projekte, die sich zuvor sorgen mussten, ob ein Token als Wertpapier gilt, würden stattdessen einem schriftlich festgelegten Rahmenwerk folgen – wobei diese Klarheit mit Offenlegungs- und Zulassungsvoraussetzungen einhergeht.
Der Kompromiss liegt in der Compliance. Eine Kapitalaufnahme im Rahmen eines Wertpapier-Rahmenwerks bedeutet, die Offenlegungspflichten der SEC zu erfüllen, die Zeit und Geld kosten und für die kleinsten Projekte kaum geeignet sein dürften. Dieselbe Spannung zeigt sich in der breiter angelegten Initiative der SEC, die auf das Ins-stocken-Geraten des Clarity Act im Kongress folgte (weiterführende Berichterstattung).
Wie es weitergeht
Es handelt sich um einen Vorschlag, nicht um eine endgültige Regel. Regelentwürfe durchlaufen üblicherweise eine öffentliche Kommentierungsfrist, bevor die Behörde entscheidet, ob sie sie annimmt, ändert oder verwirft.
Das breitere Regelungspaket hat bereits eine genaue Prüfung erfahren, darunter eine angesetzte Abstimmung der Kommission über den rund 400-seitigen Entwurf zur Krypto-Regulierung (Details). Der Krypto-Politikkommentator Miles Jennings hat sich öffentlich zur Ausrichtung der SEC geäußert (Beitrag auf X).
Für alle, die auch nur eine kleine Menge Krypto halten oder die Branche beobachten, ist die praktische Schlussfolgerung einfach: Noch ist nichts Gesetz, daher sollte man die endgültige Regel und die Kommentierungsfrist abwarten, bevor davon ausgegangen wird, dass der Weg über 75 Millionen US-Dollar offensteht.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Die Märkte für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte bergen erhebliche Risiken. Führen Sie vor Entscheidungen stets eigene Recherchen durch.