SEC schlägt „Regulation Crypto Assets“ mit zwei Fundraising-Ausnahmen vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Die SEC hat Regulation Crypto Assets vorgeschlagen – einen Rahmen, der speziell die Kapitalaufnahme mit Krypto-Assets regeln soll, statt auf traditionelle Wertpapier-Ausnahmen zurückzugreifen.
- •Die vorgeschlagenen Regeln umfassen zwei Fundraising-Ausnahmen mit Stufen von 5 Millionen und 75 Millionen USD, die es qualifizierten Projekten erlauben, Kapital ohne vollständige Registrierung aufzunehmen.
- •Der Vorschlag wurde am 21. August 2026 im Federal Register veröffentlicht und eröffnet unter dem Docket S7-2026-27 ein formelles öffentliches Kommentarverfahren.
- •Bislang nutzten Krypto-Emittenten für Ausnahmen in der Regel Regime für traditionelle Wertpapiere wie Regulation D und Regulation A+.
- •Nichts ist endgültig: Die SEC kann den Vorschlag auf Basis der öffentlichen Kommentare annehmen, überarbeiten oder zurückziehen – für Marktteilnehmer ändert sich einstweilen nichts.

Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) hat einen neuen Regelungssatz namens Regulation Crypto Assets vorgeschlagen, der zwei Ausnahmen umfasst, die auf die Art abzielen, wie Krypto-Projekte Geld einsammeln. Es handelt sich um einen Vorschlag, kein endgültiges Gesetz – er geht nun in ein öffentliches Prüfverfahren über.
Was die SEC tatsächlich vorgeschlagen hat
Die SEC kündigte den Plan in einer Pressemitteilung zu Regulation Crypto Assets an. Die Behörde ist es, die den Rahmen vorschlägt, der die Aufsicht über das Fundraising mit Krypto-Assets regeln soll. Weitere Berichterstattung finden Sie unter SEC schlägt Reg-Crypto-Regeln mit Ausnahmen-Stufen von 5 Mio. und 75 Mio. USD vor.
Es hilft, den Status klar einzuordnen. Dies ist ein Regelungsvorschlag, keine verabschiedete Endfassung. Einfach ausgedrückt hat die SEC einen Entwurf geschrieben, wie sie sich die Abläufe vorstellt – verbindlich ist aber noch nichts. Weitere Berichterstattung finden Sie unter SEC schlägt neue Regeln für Krypto-Assets vor: Was sich für Krypto ändert.
Der Vorschlag wurde am 21. August 2026 offiziell im Federal Register veröffentlicht. Diese Veröffentlichung eröffnet das formelle öffentliche Kommentarverfahren. Weitere Berichterstattung finden Sie unter SEC schlägt Änderungen an Transfer-Agent-Regeln für tokenisierte Wertpapiere vor.
Der Vorschlag folgt auf jahrelange Debatten darüber, wie bestehende Wertpapiergesetze auf digitale Assets anzuwenden sind. Bislang mussten Krypto-Emittenten, die Ausnahmen von der vollständigen Registrierung suchten, in der Regel auf Ausnahmeregelungen zurückgreifen, die für traditionelle Wertpapiere konzipiert waren – etwa Regulation D für qualifizierte Anleger oder Regulation A+ für kleinere öffentliche Angebote. Regulation Crypto Assets wäre der speziell für das Fundraising mit Krypto-Assets geschaffene Rahmen der SEC – allein das ist eine bemerkenswerte Wendung im Ansatz.
Warum die beiden Fundraising-Ausnahmen wichtig sind
Das Kernstück des Plans ist ein Paar von Fundraising-Ausnahmen. Eine Ausnahme bedeutet hier eine gesetzliche Sonderregelung, die es bestimmten Krypto-Angeboten erlaubt, Geld einzusammeln, ohne jedes übliche Wertpapier-Registrierungsverfahren zu durchlaufen.
Diese Ausnahmen sind vorgeschlagene Elemente, kein geltendes Recht. Die genauen Details, wer sich qualifiziert und unter welchen Grenzwerten, finden sich in der Regelungsakte der SEC, Docket S7-2026-27.
Die frühe Berichterstattung über die Stufen konzentrierte sich auf die Dollar-Schwellenwerte der jeweiligen Ausnahme. Unsere Analyse der vorgeschlagenen Ausnahmen-Stufen von 5 Millionen und 75 Millionen USD erläutert, wie diese beiden Ebenen aufgebaut sind. Wir haben zudem betrachtet, wie ein Projekt unter der größeren Stufe bis zu 75 Millionen USD ohne vollständige Registrierung aufnehmen könnte.
Es geht bei den Ausnahmen um Fundraising-Mechanik, nicht um breitere Auseinandersetzungen um Token-Politik. Sie beschreiben, wie ein Krypto-Projekt legal an Anleger verkaufen könnte – und das ist der Teil der Regel, den es zu beobachten lohnt.
Was das bedeutet, bevor alles endgültig ist
Auch ein nicht verabschiedeter Vorschlag ist für die Planung relevant. Rechtsteams und Krypto-Gründer lesen Entwürfe früh, um zu verstehen, wohin die Compliance-Anforderungen gehen könnten, bevor die Regeln in Kraft treten.
Die Kanzlei WilmerHale bezeichnete den Plan in einem Client Alert vom 31. August 2026 als Schritt in Richtung mehr Klarheit. Diese Einordnung spiegelt eine verbreitete Ansicht wider, dass ein formelles Regelungsverfahren der Branche etwas Konkretes gibt, worauf sie reagieren kann. Öffentliche Kommentare, die über das Federal-Register-Docket eingereicht werden, werden Teil der Aktenlage, die die SEC bei der Entscheidung berücksichtigt, ob sie den Vorschlag annimmt, überarbeitet oder zurückzieht.
Jede tatsächliche Auslegung hängt weiterhin vom endgültigen Regeltext und dem Ausgang des Kommentarverfahrens ab. Der Vorschlag kann sich auf Grundlage des Feedbacks ändern, das die SEC erhält. Die praktische Kernaussage ist einfach: Wenn Sie etwas Krypto besitzen oder einfach nur neugierig sind, ändert sich heute nichts. Die SEC schreibt hier Regeln öffentlich aus, und die wichtigsten Details werden noch entschieden.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine finanzielle oder Anlageberatung dar. Krypto- und Digital-Asset-Märkte bergen erhebliche Risiken. Treffen Sie Entscheidungen erst nach eigener Recherche.