NachrichtenKryptoSEC-Kommissarin Peirce: Krypto-Vaults und Onchain-Kredite könnten unter Wertpapiergesetze fallen

SEC-Kommissarin Peirce: Krypto-Vaults und Onchain-Kredite könnten unter Wertpapiergesetze fallen

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • SEC-Kommissarin Hester Peirce warnte, dass Krypto-Vaults und Onchain-Kreditprodukte je nach Struktur und operativem Design den US-Bundeswertpapiergesetzen unterliegen könnten.
  • Die regulatorische Analyse der SEC wird stärker darauf abstellen, wer zentrale wirtschaftliche Entscheidungen trifft und wie Renditen generiert werden, als darauf, ob ein Produkt über Smart Contracts betrieben wird.
  • Vaults mit diskretionärer Verwaltung könnten als Wertpapierangebote oder Investmentgesellschaften eingestuft werden, was Betreiber möglicherweise zur Registrierung als Anlageberater verpflichtet.
  • Peirce ermutigte Entwickler, proaktiv die SEC zu konsultieren, wenn ihre Produkte in deren Zuständigkeit fallen könnten, und bat um öffentliche Stellungnahmen zur Anpassung bestehender Regeln an Onchain-Finanzierung.
  • Die Nutzung von Krypto-Vaults hat im Laufe des Jahres 2026 zugenommen; Plattformen wie Sentora, Telegrams Wallet und Kraken haben renditegenerierende Produkte für private und institutionelle Nutzer eingeführt.
SEC-Kommissarin Peirce: Krypto-Vaults und Onchain-Kredite könnten unter Wertpapiergesetze fallen

SEC-Kommissarin Hester Peirce hat gewarnt, dass Krypto-Vaults und Onchain-Kreditprodukte in den Anwendungsbereich der US-Bundeswertpapiergesetze fallen könnten, und Entwickler aufgefordert, sorgfältig zu prüfen, ob ihre Angebote regulatorische Compliance erfordern.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme sagte Peirce, dass Vaults und Kreditstrategien, die diskretionäre Entscheidungen beinhalten — etwa die Allokation von Vermögenswerten, die Auswahl renditegenerierender Aktivitäten, die Festlegung von Kreditbedingungen und die Bestimmung von Liquidationsschwellen — je nach Struktur und Betrieb den Bundeswertpapiergesetzen unterliegen könnten.

Ihre Äußerungen unterstreichen, dass die Analyse der SEC möglicherweise weniger davon abhängt, ob ein Produkt auf Smart Contracts läuft, sondern stärker davon, wer zentrale wirtschaftliche Entscheidungen trifft, wie Renditen generiert werden und welche Rolle Nutzer von Managern oder Protokollbetreibern erwarten.

Mögliche Einstufungen nach bestehenden Rahmenwerken

Peirce deutete an, dass einige Vaults als Wertpapierangebote oder sogar als Investmentgesellschaften eingestuft werden könnten. Darüber hinaus könnten Parteien, die für die Verwaltung von Vault-Allokationen oder Kreditparametern verantwortlich sind, Registrierungspflichten als Anlageberater auslösen.

Sie wies außerdem darauf hin, dass bestimmte Onchain-Kredite als Wertpapiere qualifiziert werden könnten, abhängig davon, wie sie strukturiert, vertrieben und von Marktteilnehmern genutzt werden.

"Moving activities that fall within the scope of the federal securities laws onchain, as a general matter, does not take those activities outside the scope of the laws the Commission administers," erklärte Peirce.

Peirce forderte Entwickler und Betreiber auf, proaktiv die SEC zu konsultieren, wenn sie der Ansicht sind, dass ihre Produkte in die Zuständigkeit der Behörde fallen könnten. Zudem bat sie um öffentliches Feedback dazu, wie bestehende Regeln angepasst werden könnten, um Onchain-Finanzierung besser zu berücksichtigen.

Die Stellungnahme ergänzt eine laufende politische Grundsatzfrage für die dezentrale Finanzwelt: wie bestehende Kategorien des Wertpapierrechts anzuwenden sind, wenn Produkte automatisierten Code mit menschlich gesteuertem Design, Parametereinstellung, Risikomanagement oder Marketing verbinden.

Krypto-Vaults wachsen unter regulatorischer Beobachtung

Krypto-Vaults bündeln Nutzervermögen in Onchain-Strategien, die darauf ausgelegt sind, über Kreditmärkte, Staking oder Liquiditätspools Renditen zu erzielen. Ihre Verbreitung hat im Laufe des Jahres 2026 zugenommen, da Unternehmen anspruchsvolle Strategien der dezentralen Finanzwelt (DeFi) in Produkte verpacken, die sowohl auf Privatanleger als auch auf institutionelle Investoren ausgerichtet sind.

Im April öffnete Sentora seine Smart Yield-Plattform für die Öffentlichkeit und ermöglichte Nutzern, DeFi-Vaults anhand von Strategie-, Rendite- und Risikokennzahlen zu vergleichen und darauf zuzugreifen. Zuvor hatte Wallet in Telegram selbstverwahrte Vaults eingeführt für Bitcoin (BTC), Ether (ETH) und USDT (USDT), die automatisierte Renditegenerierung bieten, ohne dass Nutzer Vermögenswerte an einen zentralisierten Verwahrer übertragen müssen.

Kraken folgte im Mai mit einem Bitcoin-Vault, der bis zu 2.5% variablen APY bietet, indem Wrapped Bitcoin über dezentrale Kreditprotokolle wie Aave und Morpho eingesetzt wird. Die Vergütungen werden in Bitcoin ausgezahlt und schwanken abhängig von der Kreditnachfrage in den zugrunde liegenden Märkten.

Technische Risiken bleiben bestehen

Diese Produkte haben Nutzer auch technischen Schwachstellen ausgesetzt. Im Dezember gab das DeFi-Protokoll Yearn einen Exploit in Höhe von rund $9 million bekannt, der seinen älteren yETH-Yield-Vault betraf, wobei das Protokoll erklärte, dass seine V2- und V3-Vaults nicht betroffen waren.

Sollte festgestellt werden, dass Krypto-Vaults unter die Bundeswertpapiergesetze fallen, könnten ihre Betreiber verpflichtet sein, sich bei der SEC zu registrieren oder Ausnahmen in Anspruch zu nehmen, während sie Offenlegungs- und andere regulatorische Anforderungen erfüllen. Für Entwickler besteht die praktische Frage darin, ob Produktdesign, Verwahrmodell, Nutzerinformationen und etwaige diskretionäre Verwaltungsfunktionen mit den Pflichten nach bestehenden Regeln vereinbar sind.

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