NachrichtenKryptoSEC-Vorsitzender: Krypto-Regulierung wird unabhängig vom Votum des Senats zum CLARITY Act fortgesetzt

SEC-Vorsitzender: Krypto-Regulierung wird unabhängig vom Votum des Senats zum CLARITY Act fortgesetzt

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • SEC-Vorsitzender Paul Atkins bestätigte, dass die drei Regelungsbereiche von Project Crypto unabhängig vom Ausgang des Senatsvotums zum CLARITY Act vorangetrieben werden.
  • Der vorgeschlagene Rahmen Regulation Crypto Assets könnte es Token-Emittenten ermöglichen, in den Vereinigten Staaten unter klareren Regeln Kapital aufzunehmen.
  • Die SEC beabsichtigt, seit etwa 40 Jahren nicht aktualisierte Regeln für Transferstellen zu überarbeiten. Dies betrifft tokenisierte Wertpapiere und On-Chain-Fonds, in deren Bereich ARK, BlackRock und Fidelity bereits konkurrieren.
  • Atkins hat die SEC-Mitarbeiter aufgefordert, einen Verwahrungsvorschlag auszuarbeiten, der Anlageberatern die Verwahrung eigener Kryptowerte ermöglicht, wenn keine qualifizierte externe Verwahrstelle vorhanden ist. Staatliche Treuhandgesellschaften könnten dabei als Verwahrstellen zugelassen werden.
  • Für das Cloture-Votum im Senat sind 60 Stimmen erforderlich. Damit müssten sich mindestens sieben Demokraten den 53 Republikanern anschließen, damit der CLARITY Act zur Debatte gelangt.
SEC-Vorsitzender: Krypto-Regulierung wird unabhängig vom Votum des Senats zum CLARITY Act fortgesetzt

SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte, dass die Krypto-Regulierungsagenda der Behörde unabhängig vom Ausgang des geplanten Senatsvotums zum CLARITY Act fortgesetzt wird, während er das für Dienstag angesetzte Cloture-Votum über den Gesetzentwurf unterstützt.

Atkins sprach am 14. September auf dem Gipfel des Solana Policy Institute, wo sich seine Grundsatzrede sowohl mit dem Gesetzentwurf als auch mit der Project-Crypto-Initiative der Securities and Exchange Commission befasste. Seine Äußerungen zeigten zwei parallele Wege für die Krypto-Regulierung in den USA auf: gesetzgeberische Maßnahmen durch den CLARITY Act und von der SEC geleitete Regelsetzung.

Drei Regelungsbereiche von Project Crypto

Atkins nannte drei Regelungsvorhaben im Rahmen von Project Crypto, die unabhängig vom Ergebnis im Senat vorangetrieben werden sollen.

Das erste trägt den Namen Regulation Crypto Assets und würde Atkins zufolge eine der umfangreichsten Aktualisierungen des Wertpapierrechts auf Bundesebene seit Jahren darstellen. Bei einer Verabschiedung könnte der Rahmen es Token-Emittenten ermöglichen, in den Vereinigten Staaten unter klareren Regeln Kapital aufzunehmen.

Das zweite Vorhaben betrifft Transferstellen. Atkins erklärte, dass die entsprechenden Regeln seit etwa 40 Jahren nicht aktualisiert worden seien. Die Änderungen würden tokenisierte Wertpapiere und On-Chain-Fonds betreffen – ein Bereich, in dem ARK, BlackRock und Fidelity bereits miteinander konkurrieren.

Der dritte Bereich betrifft die Verwahrung. Atkins erklärte, er habe die SEC-Mitarbeiter aufgefordert, einen Vorschlag auszuarbeiten, der Anlageberatern erlauben würde, ihre eigenen Kryptowerte zu verwahren, wenn keine qualifizierte externe Verwahrstelle verfügbar ist. Zudem deutete er an, dass staatliche Treuhandgesellschaften als Verwahrstellen zugelassen werden könnten. Solche Änderungen könnten ein Hindernis beseitigen, das einige Berater und Fondsmanager bislang davon abgehalten hat, digitale Vermögenswerte zu halten.

Für das CLARITY-Act-Votum sind 60 Senatoren erforderlich

Für das Cloture-Votum im Senat sind 60 Stimmen erforderlich, damit es voranschreiten kann. Die Republikaner verfügen über 53 Sitze im Senat, sodass mindestens sieben Demokraten den Antrag unterstützen müssten. Die Zustimmung zum Cloture würde lediglich die Debatte eröffnen, nicht aber bedeuten, dass der Gesetzentwurf Gesetz geworden ist.

Senatorin Cynthia Lummis bezeichnete das Votum als einen „Jetzt-oder-nie-Moment“. Sie erklärte, die Demokraten hätten bereits mehr als 100 Änderungen am Gesetzentwurf durchgesetzt, darunter Schutzbestimmungen für die Selbstverwahrung und die Einrichtung eines neuen Büros für Kleinanleger. Ihre Äußerungen folgten auf die Zustimmung von Präsident Trump zu Ethikbestimmungen, die gewählte Amtsträger und deren Ehepartner betreffen.

Dennoch arbeiten die Demokraten im Senat an einem eigenen Gegenentwurf. Auch Bankengruppen und die Generalstaatsanwälte von New York haben formellen Widerstand gegen den Gesetzentwurf eingelegt.

Atkins’ Position greift Äußerungen auf, die Coinbase-CEO Brian Armstrong einige Tage zuvor gemacht hatte. Armstrong erklärte, dass regulatorische Klarheit für Kryptowährungen unabhängig davon vorankommen werde, ob der CLARITY Act den Senat passiert oder nicht. Grayscale hat eine ähnliche Aussage getroffen.

Die Äußerungen von Atkins, Armstrong und Grayscale deuten darauf hin, dass die Krypto-Regeln in den USA sowohl durch Maßnahmen der Behörden als auch durch den Kongress geprägt werden. Der Zeitplan für die Regelsetzung im Rahmen von Project Crypto werde wegen des Senatsvotums nicht angehalten, erklärte Atkins. Der gesetzgeberische und der regulatorische Prozess laufen demnach parallel und sollen voraussichtlich bis zum Jahresende fortgesetzt werden. Zu den beobachtenswerten Entwicklungen gehören das Cloture-Votum im Senat und eine mögliche anschließende Debatte sowie die Arbeit der SEC an formellen Vorschlägen in den drei Bereichen.

Quelle: Blockonomi