SEC stimmt über Regeln für Krypto-Token-Angebote ab, während der CLARITY Act im Senat blockiert ist
Wichtige Erkenntnisse
- •Die SEC wird am Freitag, den 14. August, darüber abstimmen, ob sie maßgeschneiderte Regeln für Krypto-Investitionsverträge und Token-Angebote vorschlagen soll.
- •Der Rahmenwerksentwurf könnte Registrierungsausnahmen und Safe Harbors für qualifizierende Token-Starts umfassen.
- •Die Abstimmung würde lediglich eine Phase für öffentliche Kommentare eröffnen und keine Regel sofort in Kraft setzen.
- •Der Senat ging ohne eine Weiterentwicklung des CLARITY Acts in die Pause, wodurch die Gesetzgebung zur Aufsicht über digitale Vermögenswerte ins Stocken geriet.
- •Die SEC bereitet außerdem eine mögliche Innovationsausnahme für tokenisierte Wertpapiere und den blockchainbasierten Handel vor.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC wird am Freitag, den 14. August, darüber abstimmen, ob sie neue, maßgeschneiderte Regeln für Krypto-Investitionsverträge vorschlagen soll, einschließlich Registrierungsausnahmen und Safe Harbors (Schutzklauseln) für qualifizierende Token-Angebote. Die für 10:00 Uhr ET in Washington anberaumte Sitzung findet statt, während der Senat in der Pause bleibt und den CLARITY Act nicht vorantreibt. Die Abstimmung stellt eine bemerkenswerte Verlagerung im Ansatz der SEC gegenüber digitalen Vermögenswerten dar – von einer durch Strafverfolgung dominierten Regulierung hin zu proaktiver Gesetzgebung nach Jahren von Rechtsstreitigkeiten gegen Krypto-Firmen gemäß dem Howey-Test, dem Rahmenwerk des Obersten Gerichtshofs von 1946, das die Behörde genutzt hat, um zu argumentieren, dass die meisten Token nicht registrierte Wertpapiere sind.
SEC bereitet maßgeschneidertes Rahmenwerk für Krypto-Angebote vor
Der zu prüfende Vorschlag würde einen speziellen rechtlichen Weg für qualifizierende Token-Angebote schaffen. Laut Bloomberg könnten die Regeln Registrierungsausnahmen und speziell für bestimmte Token-Starts entwickelte Safe Harbors umfassen. Für Krypto-Projekte, denen ein klarer Weg zur Einhaltung von Vorschriften fehlte, könnten solche Ausnahmen eine langjährige Lücke schließen: das Fehlen eines Registrierungsrahmens, der auf Token zugeschnitten ist, die zunächst als Wertpapiere beginnen und sich im Laufe der Zeit dezentralisieren.
Das Rahmenwerk baut auf der gemeinsamen Auslegung der SEC und der CFTC vom März auf, die fünf Token-Kategorien schuf und klärte, wann Krypto-Investitionsverträge beginnen und enden. SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat die Initiative unter das Projekt „Project Crypto“ gesetzt, die regulatorische Agenda der Behörde für 2026. Die weiter gefassten Pläne umfassen Ausnahmen für Token-Verkäufe, Safe Harbors für dezentralisierende Projekte und Verwahrungsstandards (Custody Standards).
Die Abstimmung am Freitag würde jedoch nur darüber entscheiden, ob der Entwurf zur öffentlichen Überprüfung veröffentlicht wird. Eine Zustimmung würde die Regeln nicht in Kraft setzen, sondern eine Frist für öffentliche Kommentare eröffnen. Die SEC würde dann die eingereichten Kommentare prüfen, bevor sie über endgültige Schritte berät.
Senatspause schafft regulatorischen Spielraum
Der Senat begann seine Augustpause, ohne den CLARITY Act voranzutreiben, ein Gesetz, das die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen der SEC und der CFTC aufteilen würde. Demokraten blockierten die Abstimmung im Plenum aufgrund einer Ethikregelung im Zusammenhang mit den Krypto-Beständen von Präsident Donald Trump, wie der American Banker berichtete. Die republikanischen Senatoren Josh Hawley und Jerry Moran äußerten ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Bestimmungen zu Stablecoin-Renditen.
Senatsmehrheitsführer John Thune hat angedeutet, dass die Abgeordneten sich nach der Rückkehr aus der Pause mit dem Maßnahmenpaket befassen werden. Der Gesetzentwurf benötigt 60 Stimmen, um weiterzukommen. Das legislative Patt hat den Bundesbehörden de facto Raum gegeben, das regulatorische Vakuum zu füllen, obwohl Behördenregeln von zukünftigen Regierungen rückgängig gemacht oder vom Kongress außer Kraft gesetzt werden können.
Der Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas bemerkte, dass die SEC zwei große Initiativen einführen könnte: eine, die sich mit Krypto-Angeboten befasst, und eine andere, die möglicherweise tokenisierte Wertpapiere abdeckt.
Innovationsausnahme für tokenisierte Wertpapiere
Die SEC bereitet auch eine Innovationsausnahme für den Handel mit digitalen Repräsentationen von Wertpapieren vor. Bloomberg berichtete, dass Details schon am Freitag bekannt gegeben werden könnten, wobei die Ausnahme möglicherweise tokenisierte Aktien und blockchainbasierten Handel abdeckt. Die institutionelle Tokenisierung hat sich beschleunigt, wobei große Vermögensverwalter blockchainbasierte Staatsanleihen- und Geldmarktfonds auflegen, was die Nachfrage nach klareren Regeln für On-Chain-Wertpapiere unterstreicht. Personen, die mit den Plänen vertraut sind, warnten jedoch, dass sich die Details vor der Veröffentlichung noch ändern könnten.
CFTC-Vorsitzender Michael Selig hat über potenzielle Maßnahmen der Behörde diskutiert, falls der Kongress keine Gesetze verabschiedet. Die CFTC und die SEC koordinieren sich bereits bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte.
Atkins hat eingeräumt, dass von Behörden erlassene Regeln nicht die Beständigkeit von Kongressgesetzen haben. Die Entscheidung am Freitag wird dennoch bestimmen, ob die SEC formell den neuen Gesetzgebungsprozess für Krypto-Angebote einleitet.