China, Russland und Iran stehen beim SCO-Gipfel im Mittelpunkt
Wichtige Erkenntnisse
- •Der SCO-Gipfel wurde am 31. August in Bischkek zur 25. jährlichen Zusammenkunft eröffnet.
- •Im Mittelpunkt der Agenda stehen voraussichtlich Handelsverbindungen, digitale Zusammenarbeit und kultureller Austausch.
- •Irans Präsident dürfte chinesische und russische Unterstützung gegen die Auswirkungen der US-Sanktionen suchen.
- •Putin will den Gipfel voraussichtlich nutzen, um Russlands Image trotz Gefechtsverlusten und Drohnenschäden in der Ukraine zu stärken.
- •Indien und China sollten bei der Eröffnungszeremonie anwesend sein, doch Berichten zufolge war ein bilaterales Treffen zwischen Modi und Xi unwahrscheinlich.

Der 25. Jahrestag des jährlichen Treffens der Shanghai Cooperation Organization begann am 31. August in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Die Gespräche sollen sich voraussichtlich auf den Ausbau von Handels- und digitalen Verbindungen sowie die Förderung kultureller Austausche konzentrieren.
Die Agenda wird weithin als darauf ausgerichtet gesehen, den globalen Einfluss der USA insgesamt einzudämmen, was angesichts der prominentesten Teilnehmer des Gipfels – Chinas Xi Jinping, Russlands Wladimir Putin und Irans Präsident Masoud Pezeshkian – nicht überrascht. Die SCO, die sich im Laufe der Zeit von einem regionalen Sicherheitsforum zu einer breiteren politischen und wirtschaftlichen Plattform entwickelt hat, dient nun als Forum, in dem Mitgliedstaaten formale multilaterale Botschaften mit einer Reihe bilateraler Treffen am Rande verbinden können.
Einige der wichtigsten Gespräche dürften am Rande der formellen Veranstaltung stattfinden. Pezeshkian wird beispielsweise voraussichtlich bilaterale Gespräche führen, um chinesische und russische Hilfe zu sichern, damit die Auswirkungen der ausweitenden US-Sanktionen abgefedert werden können.
Putin wird bemüht sein, andere SCO-Mitglieder davon zu überzeugen, dass Russland trotz seines stockenden Kriegseinsatzes in der Ukraine weiterhin eine starke wirtschaftliche und militärische Macht ist. In den vergangenen Monaten hat Kiew Wellen von Drohnenangriffen gestartet, die Russlands Energieinfrastruktur und den militärisch-industriellen Komplex schwer beschädigt haben. Unterdessen scheint die russische Armee an der Front festzustecken und zugleich hohe Verluste zu erleiden.
Die offizielle Gipfelagenda spiegelt Xi Jinpings geopolitische Prioritäten eng wider. Vor Beginn des Gipfels traf der chinesische Staatschef mit kirgisischen Vertretern zusammen und stellte Chinas bilaterale Beziehung zum Gastgeberland Kirgisistan als ein „golden model of… mutually beneficial cooperation“ dar, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Das Treffen in Bischkek bringt Staats- und Regierungschefs von Ländern zusammen, die derzeit bilaterale Spannungen erleben, darunter China und Indien, Russland und Armenien sowie Indien und Pakistan. Obwohl der indische Premierminister Narendra Modi und Xi bei der Eröffnungszeremonie des Gipfels gemeinsam auftreten sollten, berichteten indische Medien, dass die beiden voraussichtlich kein persönliches Treffen abhalten würden.
Putin soll sich außerdem mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan treffen, der als Beobachter teilnimmt, um ihre Differenzen über Jerewans Bemühungen zu erörtern, eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union anzustreben.
Pakistan wird 2027 das nächste jährliche SCO-Treffen der Staats- und Regierungschefs ausrichten. Indische Regierungsvertreter erklärten, sie seien „non-committal“ hinsichtlich ihrer Teilnahme an einem von Pakistan ausgerichteten Gipfel.
Im Vorfeld des Gipfels machte Modi Halt in Usbekistan, wo er mehrere Abkommen unterzeichnete, darunter ein MoU zu Bodenschätzen und Bergbau. Im Rahmen der Vereinbarung wollen beide Seiten ein langfristiges Abkommen für den Export von Uran aus Usbekistan nach Indien abschließen. Bereits 2026 hatte Indien einen Uran-Deal im Wert von $4 billion mit Kasachstan abgeschlossen.
Von Eurasianet
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