Dip-Käufer greifen zu: Schroders wird angesichts von Zentralbankkäufen bei Gold optimistischer
Wichtige Erkenntnisse
- •Schroders hat seine Einschätzung von Gold wegen anhaltender Käufe der Zentralbanken angehoben.
- •Das Haus hält an einer prozyklischen Portfoliopositionierung fest und bevorzugt weiter Aktien, insbesondere Technologie.
- •Schroders hat das Engagement in deutschen Industrie- und Rüstungswerten ausgebaut und bleibt in Rohstoffe investiert.
- •Das Haus ist taktisch positiv gegenüber US-Treasuries eingestellt, vor allem wegen attraktiver Realrenditen.
- •Höhere Inflation, schwächeres Wachstum oder geringeres Vertrauen in Erträge aus KI-Investitionen könnten die aktuelle Positionierung belasten.

Schroders ist bei Gold optimistischer geworden und hat seine Einschätzung des Edelmetalls angesichts unterstützender Käufe der Zentralbanken angehoben, obwohl die Preise in diesem Jahr bereits deutlich gestiegen sind. Das in Großbritannien ansässige Vermögens- und Investmenthaus traf diese Einschätzung im Rahmen einer breiteren Multi-Asset-Notiz, die insgesamt eine konstruktive, prozyklische Haltung über das Portfolio hinweg beibehält, insbesondere gegenüber Aktien.
Das Multi-Asset-Investmentteam des Hauses sagte, robustes globales Wachstum und Unternehmensgewinne bildeten weiterhin die Grundlage für die Gesamtpositionierung. Zugleich verwies es darauf, dass eine kräftige Rally seit der zweiten Julihälfte die Markterwartungen in einen aus ihrer Sicht ausgedehnten Bereich gedrückt habe. Hohe Bewertungen bei Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz, erhöhte Verschuldung und eine starke Marktkonzentration wurden allesamt als Gründe zur Vorsicht genannt.
Dennoch sagte Schroders, das Fehlen einer spürbaren Verschlechterung der Wachstumsdynamik spreche vorerst weiterhin für eine prozyklische Ausrichtung. Die Aufwertung von Gold reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Vermögensverwaltern, die die Nachfrage der Zentralbanken als strukturelles Fundament für die Preise sehen, und unterstreicht, wie wichtig Käufe des offiziellen Sektors neben der allgemeinen Portfoliopositionierung für das Marktumfeld geworden sind.
Bei Aktien hat Schroders seine Präferenz für Technologie bekräftigt und den Kreis der gehaltenen deutschen Aktien erweitert. Dabei setzt das Haus verstärkt auf Industrie- und Rüstungswerte, die es innerhalb dieses Marktes als attraktiv ansieht. Zudem hält Schroders an Rohstoffen fest und hat im Rahmen der breiteren zyklischen Positionierung ein gemischtes Engagement in globalen Bergbauunternehmen und Energieproduzenten beibehalten.
Taktisch ist Schroders auch bei Staatsanleihen positiv gestimmt und verweist auf attraktive Realrenditen als Begründung für eine taktische Allokation in US-Treasuries, bei denen inflationsbereinigte Renditen im Vergleich zu anderen Anleiheoptionen attraktiv erscheinen. Diese Sicht steht nicht im Widerspruch zur Goldaufwertung, sondern wird vom Haus als ergänzende Möglichkeit beschrieben, Erträge zu erzielen und zugleich Puffer gegen die Risiken zu bieten, die es in der eigenen Aktienpositionierung sieht.
Speziell bei Gold sagte Schroders, die These stütze sich weniger auf kurzfristige Kursdynamik als auf anhaltende Käufe der Zentralbanken, die das Metall nach Einschätzung des Hauses mittelfristig weiter unterstützen dürften, unabhängig davon, wie stark es bereits gestiegen ist. Das ist für Anleger von Bedeutung, die die Vermögensallokation insgesamt beobachten, denn die Entscheidung, Gold höher zu gewichten und zugleich an Aktien- und Technologie-Exposure festzuhalten, signalisiert Vertrauen, dass der aktuelle Zyklus noch Spielraum hat, auch wenn Schroders selbst einräumt, dass die Bewertungen bereits ausgedehnt sind und der Markt zunehmend darauf angewiesen ist, dass Wachstum und Gewinne ohne Enttäuschung geliefert werden.
Schroders nannte ausdrücklich, was die derzeit konstruktive Haltung wieder auflösen könnte. Beschleunigte Inflation, eine deutliche Verschlechterung des Wachstumsausblicks oder ein Vertrauensverlust der Anleger in die Fähigkeit von KI-bezogenen Investitionen, die versprochenen Erträge zu liefern, wurden allesamt als wichtigste Risiken für die Positionierung des Hauses bezeichnet. Angesichts bereits hoher Bewertungen könnten diese Auslöser aus Sicht von Schroders die Tragfähigkeit des aktuellen prozyklischen Schwerpunkts auf die Probe stellen.