NachrichtenKryptoScaramucci sieht USD 100,000 als Verkaufsschwelle der Bitcoin-OGs

Scaramucci sieht USD 100,000 als Verkaufsschwelle der Bitcoin-OGs

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • Scaramucci sagte, frühe Bitcoin-Investoren, die ihre Positionen 10 bis 15 Jahre hielten, hätten USD 100,000 pro Coin als persönliche magische Marke gesehen und bei Erreichen dieses Niveaus verkauft.
  • Bitcoin erreichte im Oktober 2025 ein Allzeithoch von USD 126,198 und fiel bis Juni 2026 auf rund USD 58,000, ein Rückgang von etwa 54%, den Scaramucci im Vergleich zu historischen Bärenmarktverlusten von 75% bis 80% als moderat einstuft.
  • SALT-CEO und SkyBridge-Partner John Darsie sagte, dass Institutionen, Finanzberater, Family Offices und Staatsfonds aus Singapur und dem Nahen Osten als Käufer auftreten und langfristige sowie libertäre Halter ersetzen; er führt dies mit geringerer Volatilität zusammen.
  • Scaramucci erwartet seitwärts gerichtete Kursbewegungen bis zum Halving 2028, das etwa 20 Monate entfernt ist und Bitcoin seiner Ansicht nach wieder über USD 100,000 bringen wird, während einige von Forbes zitierte Analysten einen Rückgang auf USD 57,000 bis USD 58,500 erwarten und US-Spot-Bitcoin-ETFs in der Vorwoche Nettoabflüsse von rund USD 390 million verzeichneten.
  • Der Flaggschifffonds von SkyBridge hielt 64% seines Vermögens in digitalen Assets, verlor im vierten Quartal 2025 18% und im ersten Quartal 2026 weitere 12.9%, und Anleger reichten in einem Rückkaufangebot rund 792,000 Anteile ein, von denen nur etwa 8.1% zurückgekauft wurden.
Scaramucci sieht USD 100,000 als Verkaufsschwelle der Bitcoin-OGs

Anthony Scaramucci führt die jüngste Verkaufswelle bei Bitcoin auf eine runde Zahl zurück. Viele frühe Halter betrachteten USD 100,000 pro Coin als ihre persönliche magische Marke und stiegen aus dem Markt aus, als dieses Niveau erreicht wurde.

Wer ist Anthony Scaramucci

Scaramucci begann seine Karriere 1989 bei Goldman Sachs und gründete 2005 SkyBridge Capital. Die Investmentfirma betreibt vor allem Dachfonds — Vehikel, die in andere Fonds statt in einzelne Wertpapiere investieren — und gehörte zu den frühen institutionellen Bitcoin-Käufern. Außerhalb der Finanzwelt wurde er 2017 weithin bekannt, als er elf Tage lang als Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses unter Präsident Donald Trump diente. Seit 2009 veranstaltet er die SALT-Konferenzreihe.

Seine Äußerungen machte er in einem Interview mit The Block, einem Krypto-Nachrichtenmedium, beim Wyoming Blockchain Symposium in Jackson Hole. Wyoming hat seit 2018 eine Reihe blockchain-freundlicher Landesgesetze erlassen, darunter eine spezielle Zulassung für Banken, die digitale Vermögenswerte halten. Rund 500 Investoren, Entwickler und Regulierer nahmen Mitte August an der nur auf Einladung zugänglichen SALT-Veranstaltung teil.

Der Preiskontext

Bitcoin stieg im Oktober 2025 auf ein Allzeithoch von USD 126,198. Bis Juni 2026 fiel der Preis jedoch auf etwa USD 58,000 — ein Rückgang von rund 54%. Scaramucci hält diesen Rückgang dennoch für moderat: Historische Bärenmärkte kosteten Bitcoin zwischen 75% und 80%.

OGs verkauften bei USD 100,000 pro Bitcoin

In der Branche sind OGs Anleger, die Bitcoin seit den frühen Jahren halten. Viele von ihnen saßen 10 bis 15 Jahre auf ihren Positionen und überstanden mehrere Zyklen, ohne zu verkaufen. Lange Zeit blieben sechsstellige Kurse für diese Gruppe ein abstraktes Ziel und dienten eher als Referenzpunkt denn als konkretes Kursziel. Als der Preis die Marke tatsächlich erreichte, wurde sie zum Ausstiegssignal. Zudem bündeln runde Zahlen Aufmerksamkeit und Aufträge an einem Punkt, sodass der Verkaufsdruck gerade aus dem Kreis der überzeugtesten Halter kam.

Scaramucci beschrieb diesen Mechanismus gegenüber The Block:

"Honestly, a lot of OGs who held their position for 10, 15 years saw USD 100,000 per coin as a magic number for themselves - and they sold." — Anthony Scaramucci, SkyBridge Capital

Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung

Zu Jahresbeginn war der Markt gespalten. Ein Lager erwartete einen Bitcoin-Superzyklus, in dem die institutionelle Nachfrage die alten Muster überlagert. Viele andere Marktteilnehmer hielten am historischen Vierjahresrhythmus fest, der an das Halving gebunden ist — die Protokollregel, nach der die neu an Miner ausgegebene Bitcoin-Menge etwa alle vier Jahre halbiert wird, zuletzt im April 2024, als die Blockbelohnung von 6.25 auf 3.125 BTC sank. Beide Seiten stützten sich auf dieselbe Kurshistorie, kamen aber zu gegenteiligen Schlussfolgerungen, und diese Spaltung prägte die Positionierung über Monate. Als der Markt seinen Wendepunkt erreichte, setzten sich die Verkaufserwartungen durch — die Erwartung selbst wurde zum Auslöser. Scaramucci spricht von einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, ausgelöst durch ein Ziel, das den Menschen jahrelang im Kopf geblieben war.

Bis Juni 2026 hatte Bitcoin rund 54% gegenüber seinem Hoch verloren. Im Vergleich zu früheren Bärenphasen blieb dieser Rückgang mild, und der Markt nahm dieses Angebot ohne den üblichen Einbruch auf.

Institutionen treten an die Stelle der OG-Verkäufer

John Darsie ordnet diesen Eigentümerwechsel als Teil eines Reifungsprozesses ein. Der CEO von SALT ist zugleich Partner bei SkyBridge Capital und betrachtet den Markt aus der Perspektive eines Vermittlers. Seiner Darstellung zufolge trennen sich Langfrist-Halter und Libertäre von Teilen ihrer Bestände. Libertäre halten Bitcoin vor allem als Gegenmodell zum staatlichen Geldsystem. Institutionen, Finanzberater und Family Offices fügen Bitcoin derweil zunehmend ihrer Vermögensallokation hinzu. Family Offices verwalten das Vermögen einzelner Familien über mehrere Anlageklassen hinweg.

Dadurch verschiebt sich die Gruppe, die den Preis bewegt. Aus Darsies Sicht hat diese Verschiebung zu geringerer Volatilität beigetragen: Die Halterbasis wächst und verliert dabei ihren ideologischen Charakter. Die Entwicklung sei gesund, sofern sich Bitcoin weiter als Wertaufbewahrungsmittel etabliere — also als Vermögenswert, der über lange Zeiträume Kaufkraft erhält. Für institutionelle Anleger verändert sich zudem die Gegenparteifrage: Das Angebot wandert von überzeugungsstarken Haltern zu Käufern mit Anlagerichtlinien und Mandat.

Beim Symposium in Jackson Hole zeigte sich diese neue Käuferbasis in konkreter Form. Darsie zufolge reisten Staatsfonds aus Singapur und dem Nahen Osten an, ebenso Pensionsfonds, Stiftungen und Family Offices. Diese Kapitalgeber wollen Mittel in Bitcoin, liquide Kryptoanlagen und Venture-Investments lenken. Kurz gesagt: Ihr Interesse deckt die gesamte Breite des Sektors ab.

Ruhige Kursbewegungen und der Blick auf 2028

Scaramucci beschreibt die Kursbewegungen der vergangenen Wochen als ungewöhnlich ruhig. In einem CNBC-Interview verwies er auf neun Wochen mit der engsten Volatilitätsrange seit fünf Jahren. Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar 2026 hat sich der Preis kaum bewegt. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde Bitcoin bei rund USD 65,000 gehandelt. Kurz zuvor waren durch einen Short Squeeze Short-Positionen im Wert von USD 179 million liquidiert worden. Bei einem Short Squeeze müssen Leerverkäufer ihre Positionen zurückkaufen, was den Preis weiter nach oben treibt.

Für die kommenden Monate erwartet Scaramucci weiterhin eine Seitwärtsbewegung. Den nächsten großen Impuls sieht er erst in etwa 20 Monaten: das Halving 2028, wenn sich die Blockbelohnung für Miner erneut halbiert. Aus diesem Zyklus erwartet er eine Rückkehr über USD 100,000. Ein Ausbruch in naher Zukunft braucht daher einen neuen Auslöser. Trotz der schwachen ersten Jahreshälfte bleibt seine Grundhaltung positiv.

Der Markt teilt diese Sicht nicht einheitlich. Laut Forbes erwarten einige Analysten einen weiteren Rückgang in eine Spanne von USD 57,000 bis USD 58,500. In der Woche vor dem Symposium verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs zudem Nettoabflüsse von rund USD 390 million. Diese Fonds halten Bitcoin direkt und bilden den Preis im Verhältnis 1:1 ab; im ersten Jahr nach dem Start zogen sie Nettozuflüsse in zweistelliger Milliardenhöhe an und gehörten zu den am schnellsten wachsenden ETF-Starts überhaupt. Solche Abflüsse zeigen, dass der institutionelle Kanal in beide Richtungen funktioniert. Entsprechend bleibt die Spanne der Erwartungen groß.

Frühere Prognosen und seine eigene Positionierung

Scaramuccis Einschätzungen lassen sich dennoch in einen größeren Kontext stellen. Im April 2024 nannte er USD 170,000 als sein Bitcoin-Ziel für diesen Zyklus und begründete dies mit dem Halving und den neu genehmigten Spot-ETFs, die die US-Börsenaufsicht SEC im Januar 2024 freigegeben hatte. Der Zyklus erreichte seinen Höhepunkt dann im Oktober 2025 bei USD 126,198 — sein Ziel verfehlte er um ungefähr ein Viertel. Bemerkenswert ist die Parallele zu seiner aktuellen Aussage: Auch seine Erwartung für 2028 beruht auf denselben Halving-Mechanismen.

Hinzu kommt seine eigene Positionierung. Der Flaggschifffonds von SkyBridge hielt zuletzt 64% seines Vermögens in digitalen Assets. Laut Bloomberg verlor er im vierten Quartal 2025 18% und im ersten Quartal 2026 weitere 12.9%. Sein Volumen lag zuletzt bei rund USD 1.3 billion, verglichen mit etwa USD 9 billion auf dem Höhepunkt von SkyBridge im Jahr 2015. Scaramuccis Marktkommentare betreffen damit direkt sein eigenes Buch.

Auch Anleger versuchen, aus dem Fonds auszusteigen. Im Rahmen eines Rückkaufangebots reichten sie rund 792,000 Anteile ein. Der Fonds kaufte davon nur etwa 64,000 zurück, also 8.1%. Zuvor hatte SkyBridge im Jahr 2022 30% seiner eigenen Anteile an FTX Ventures verkauft. Wenige Wochen später meldete die Kryptobörse Insolvenz an. Scaramucci hatte ihren Gründer zuvor öffentlich unterstützt und den Anteil danach zurückgekauft.

KI und Blockchain als Scaramuccis nächste Wette

Über den Bitcoin-Preis hinaus setzt Scaramucci auf eine Konvergenz von KI und Blockchain. Er erwartet, dass KI-Agenten künftige Transaktionen höchstwahrscheinlich über Blockchains abwickeln werden. Solche Agenten handeln im Namen von Nutzern und lösen Zahlungen eigenständig aus. Ein Agent könnte Rechenleistung, Daten oder Dienstleistungen bezahlen, ohne dass ein Mensch eingreift. Dafür brauchen sie Zahlungswege, die ohne manuelle Freigabe funktionieren. Genau dort sieht der SkyBridge-Gründer den Schnittpunkt der beiden Technologien.

Darsie verweist auf eine Entwicklung, die bereits im Gange ist. Bitcoin-Miner verlagern einen Teil ihrer Kapazitäten in KI-Computing. Beide Nutzungsarten konkurrieren um dieselbe Computer- und Energieinfrastruktur. Außerdem nennt er Energie, KI, Robotik, Fintech und digitale Vermögenswerte als die großen Themen des kommenden Jahrzehnts. Gleichzeitig entspricht diese Liste dem, wonach die nach Jackson Hole gereisten Kapitalgeber suchen.

Die Kapitalgeber beim Symposium suchten nicht nur nach Bitcoin-Exposure. Venture-Investments standen auf ihrer Liste neben liquiden Kryptoanlagen. Scaramuccis These trifft damit auf ein Publikum, das solche Infrastrukturwetten bereits prüft. Einen Zeitplan für die Konvergenz von KI und Blockchain nennt er jedoch nicht.