Michael Saylor deutet ersten Bitcoin-Kauf von Strategy seit zwei Monaten an
Wichtige Erkenntnisse
- •Michael Saylors Wochenend-Post wird weitgehend als Signal für den ersten Bitcoin-Kauf von Strategy seit zwei Monaten interpretiert, wobei offizielle Ankündigungen historisch meist am Montagmorgen folgten.
- •Strategy baute während der Sommerpause eine USD-Reserve von 5,1 Milliarden Dollar und einen Cashpool von 1,59 Milliarden Dollar auf, unter anderem durch den Verkauf von Bitcoin und später von MSTR-Aktien.
- •Das Unternehmen hält 840.447 Bitcoin zu durchschnittlichen Kosten von etwa 75.385 Dollar pro Coin; bei einem Kurs nahe 79.000 Dollar ist die Position wieder im Buchgewinn.
- •Strategy verfügt nun über eine Vorzugsdividenden-Deckung von fast vier Jahren und kauft weiter seine STRC-Vorzugsaktie zurück, die bis zu 98 Dollar gegenüber einem Nennwert von 100 Dollar notierte.
- •Bitcoin stieg in 24 Stunden um fast 1 % auf etwa 79.000 Dollar, und die Bitcoin-Dominanz kletterte nach einer hawkischen Jackson-Hole-Rede von Fed-Chef Kevin Warsh über 60 %.

Strategy-Executive-Chairman Michael Saylor postete am Wochenende „We're Back“ auf X und befeuerte damit weitreichende Spekulationen, dass das Unternehmen zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Bitcoin kaufen wird.
We're ₿ack. pic.twitter.com/ciqOaCa908 — Michael Saylor (@saylor) August 30, 2026
We're ₿ack. pic.twitter.com/ciqOaCa908
— Michael Saylor (@saylor) August 30, 2026
Die MSTR-Aktie schloss bei 127,31 Dollar. Bitcoin stieg auf rund 79.000 Dollar, ein Plus von fast 1 % in den vergangenen 24 Stunden und mehr als 2,5 % über dem Tiefstkurs von Freitag, nach einer hawkischen Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole.
Saylor ist dafür bekannt, am Wochenende kryptische Botschaften zu posten, denen am Montagmorgen offizielle Ankäufe des Unternehmensschatzes folgen – und der Markt reagierte umgehend. Strategy, ehemals MicroStrategy, ist der weltweit größte Unternehmenshalter von Bitcoin, weshalb seine Treasury-Updates als Gradmesser der institutionellen Nachfrage genau beobachtet werden.
Eine bewusste Sommerpause
Die zweimonatige Kaufpause war eine gezielte Wende. Strategy nutzte die Sommermonate zur finanziellen Stabilisierung, statt seine Bitcoin-Bestände aufzustocken. Dazu gehörte der Verkauf eines Teils der Bitcoin-Holdings zur Stärkung der Bilanz, bevor das Unternehmen den Ansatz änderte und stattdessen MSTR-Aktien verkaufte, um USD-Reserven aufzubauen.
Das Ergebnis war eine USD-Reserve von 5,1 Milliarden Dollar und ein eigener Cashpool von 1,59 Milliarden Dollar, der über Emissionen von Stammaktien aufgebracht wurde. Das Unternehmen begann zudem, seine Vorzugsaktie STRC zurückzukaufen. Der Kurswechsel bedeutete eine deutliche Abkehr von der Strategie der letzten Jahre, in denen das Unternehmen stark auf die Ausgabe wandelbarer Anleihen und Aktien zur Finanzierung nahezu kontinuierlicher Bitcoin-Käufe gesetzt hatte – und er fiel in eine Zeit erhöhter Prüfung der Verschuldung und der Vorzugsdividenden-Verpflichtungen des Unternehmens.
Warum die Pause wohl vorbei ist
Strategy verfügt nun über eine Vorzugsdividenden-Deckung von fast vier Jahren, was die Kalkulation für den Einsatz neuen Kapitals verändert. Mit diesem Puffer ist frisch aufgenommenes Kapital nun eher für Bitcoin-Käufe oder weitere STRC-Rückkäufe bestimmt, als dass es in Cashreserven liegen bleibt.
STRC kletterte am Freitag bis auf 98 Dollar, und das Unternehmen wird die Vorzugsaktie wahrscheinlich weiter zurückkaufen, um sie wieder in Richtung ihres Nennwerts von 100 Dollar zu bringen.
Bitcoin-Position wieder im Plus
Strategy hält 840.447 Bitcoin zu durchschnittlichen Anschaffungskosten von rund 75.385 Dollar pro Coin. Bei einem Bitcoin-Kurs nahe 79.000 Dollar ist die Gesamtposition des Unternehmens erstmals seit Monaten wieder ins Positive gerückt.
Dieser Wechsel zu einem Buchgewinn, kombiniert mit der gestärkten Bilanz, scheint die Bedingungen geschaffen zu haben, auf die Saylor vor der Wiederaufnahme der Akkumulation gewartet hatte.
Die Sommerpause fiel mit einer schwachen Phase der Bitcoin-Kurse zusammen, die den Unternehmensschatz auf dem Papier tief in die roten Zahlen geführt hatte. Die jüngste Erholung von Bitcoin über die Marke von 80.000 Dollar war ein Wendepunkt, und das makroökonomische Umfeld hat sich ausreichend verbessert, um Strategy wieder in die Offensive zu bringen. Für ein Unternehmen, dessen Aktie historisch weitgehend als gehebeltes Proxy für den Bitcoin-Kurs gehandelt wurde, ist die Rückkehr zu Buchgewinnen nicht nur für die Stimmung wichtig, sondern auch für das Bild seiner Kapitalaufnahmefähigkeit.
Saylors Post erschien, als die Bitcoin-Dominanz über 60 % stieg – ein Niveau, das die zunehmende Kapitalkonzentration in der führenden Kryptowährung widerspiegelt.
Sollte der Montag ein offizielles Treasury-Update bringen, würde dies die Rückkehr von Strategy zum wöchentlichen Bitcoin-Kaufrhythmus markieren, der die Strategie des Unternehmens in den vergangenen zwei Jahren geprägt hat. Achten Sie auf die übliche Veröffentlichung am Montagmorgen: Kaufvolumen, durchschnittlicher Kaufpreis und das noch verfügbare aufgenommene Kapital werden zeigen, wie aggressiv das Unternehmen die Akkumulation wieder aufnehmen will.