Salesforce-Aktie springt um 22,6 % nach starken Quartalszahlen und erhöhter FY27-Prognose
Wichtige Erkenntnisse
- •Salesforce meldete für das zweite Fiskalquartal einen Umsatz von 11,35 Milliarden US-Dollar – leicht über den Wall-Street-Schätzungen und 11 % über dem Vorjahreswert.
- •Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie stieg auf 5,90 US-Dollar, der verwässerte GAAP-Gewinn je Aktie auf 4,29 US-Dollar.
- •Das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 46,1 bis 46,4 Milliarden US-Dollar an und erhöhte die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 16,67 bis 16,71 US-Dollar.
- •Die wiederkehrenden Jahresumsätze von Agentforce und Data 360 erreichten knapp 3,9 Milliarden US-Dollar; der ARR von Agentforce allein wuchs auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von mehr als 240 % gegenüber dem Vorjahr.
- •Salesforce baute seine Partnerschaft mit Anthropic durch Claudeforce aus, ein Produkt, das die Claude-KI-Modelle mit Daten, Arbeitsabläufen und Geschäftsprozessen von Salesforce verbindet.

Salesforce-Aktie springt um 22,6 % nach starken Quartalszahlen und erhöhter FY27-Prognose
Die Salesforce-Aktie legte am Donnerstag um 22,6 % zu und verzeichnete damit den zweitgrößten eintägigen Kursanstieg der Unternehmensgeschichte – ein Anstieg, wie er seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr zu beobachten war. Die Rallye folgte auf Ergebnisse für das zweite Fiskalquartal, die die Erwartungen übertrafen, auf eine Anhebung der Jahresprognose sowie auf eine ausgeweitete Partnerschaft im Bereich künstliche Intelligenz mit Anthropic. Zugleich markierte dies eine deutliche Wende für eine Aktie, die im Jahr 2025 stark gefallen war, weil Anleger befürchteten, generative KI könnte das traditionelle, auf Arbeitsplatzzahlen basierende Lizenzmodell für Unternehmenssoftware aushöhlen. (Quellen: Reuters, Yahoo Finance, Motley Fool)
Salesforce meldete für das zweite Fiskalquartal einen Umsatz von 11,35 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr und leicht über der Wall-Street-Schätzung von 11,33 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz mit Abonnements und Support stieg um 12 % auf 10,8 Milliarden US-Dollar.
Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie kletterte im Jahresvergleich um 103 % auf 5,90 US-Dollar, während Analysten mit rund 3,27 US-Dollar gerechnet hatten. Der verwässerte GAAP-Gewinn je Aktie stieg um 119 % auf 4,29 US-Dollar.
Ein wesentlicher Treiber des höheren ausgewiesenen Gewinns war das Investmentportfolio von Salesforce. Erträge aus strategischen Beteiligungen steuerten 2,53 US-Dollar zum bereinigten Gewinn je Aktie von 5,90 US-Dollar bei, darunter ein beträchtlicher Gewinn aus der Beteiligung des Unternehmens an Anthropic. Selbst ohne diese Investitionserträge hätte der bereinigte Gewinn je Aktie von rund 3,37 US-Dollar noch leicht über dem Konsens gelegen, wenn auch mit deutlich geringerem Abstand.
Auch das KI-Geschäft von Salesforce wuchs weiter. Die wiederkehrenden Jahresumsätze (ARR) von Agentforce und Data 360 erreichten knapp 3,9 Milliarden US-Dollar, während der ARR von Agentforce allein auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar stieg – mehr als 240 % über dem Vorjahresniveau. Agentforce, die Produktlinie für agentische KI zur Automatisierung von Aufgaben wie Kundenservice und Vertrieb, wurde Ende 2024 eingeführt, sodass das erste Jahr der Monetarisierung ein wichtiger Beweis für die Strategie ist.
Salesforce und Anthropic bauten ihre Partnerschaft zudem mit Claudeforce aus, einem Produkt, das die Claude-KI-Modelle von Anthropic mit den Unternehmensdaten, Arbeitsabläufen und Geschäftsprozessen von Salesforce verknüpft. Das erste Angebot umfasst Dutzende vorkonfigurierter KI-Fähigkeiten für den Vertrieb. Anthropic, das in San Francisco ansässige KI-Labor hinter der Claude-Modellfamilie und einer der Hauptkonkurrenten von OpenAI, ist ein Portfoliounternehmen von Salesforce; das Produkt vertieft damit sowohl die kommerzielle als auch die finanzielle Beziehung zwischen beiden Firmen.
Das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 46,1 bis 46,4 Milliarden US-Dollar an, zuvor waren 45,9 bis 46,2 Milliarden US-Dollar kommuniziert worden. Auch die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde auf 16,67 bis 16,71 US-Dollar angehoben, zuvor 14,06 bis 14,12 US-Dollar.
Die aktuellen verbleibenden Leistungspflichten (Current Remaining Performance Obligations), ein genau beobachteter Indikator für bereits gebuchte künftige Umsätze, stiegen im Jahresvergleich um 14 % auf 33,5 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow legte um 71 % auf 1,3 Milliarden US-Dollar zu, während der freie Cashflow im Quartal um 81 % auf 1,1 Milliarden US-Dollar stieg.
Die Ergebnisse lieferten den Anlegern Belege dafür, dass KI Unternehmenssoftware eher ergänzen als lediglich verdrängen könnte. Die Anthropic-Partnerschaft, die schnellere Verbreitung von Agentforce und die stärkere Prognose trugen dazu bei, die Sorgen vor einer KI-bedingten Bedrohung für SaaS-Unternehmen zu lindern. Offene Fragen für die kommenden Quartale sind unter anderem, ob der ARR von Agentforce weiterhin rasch wächst, wie schnell Claudeforce in gebuchte Umsätze umgewandelt wird und wie viel des künftigen Gewinnwachstums aus dem Kerngeschäft stammt statt aus weiteren Erträgen des Investmentportfolios.