Mit Sanktionen belegtes russisches RoRo-Schiff Lady Mariia nahe Kreta von Drohnen angegriffen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das sanktionierte russische RoRo-Schiff Lady Mariia wurde Berichten zufolge nahe Kreta von aus Drohnen abgeworfenen Munition getroffen, während es in Richtung Syrien unterwegs war; weder Kiew noch Moskau haben den Vorfall unabhängig bestätigt.
- •Die Lady Mariia wird von MG-Flot betrieben, steht seit 2022 unter US-Sanktionen und wird vom ukrainischen Militärgeheimdienst als Transporteur von Waffen und Militärausrüstung zwischen Syrien und Russland geführt.
- •Sofern bestätigt, würde der Angriff eine erhebliche geografische Ausweitung der ukrainischen Seekampagne darstellen, die bisher vor allem russische Schiffe im Schwarzen Meer ins Visier nahm.
- •Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Angriffsdrohnen hätten ein nicht identifiziertes Massengutschiff im Schwarzen Meer getroffen, das westliche Militärausrüstung für die Ukraine geladen hatte – von Kiew nicht bestätigt.
- •Angriffe auf Handelsschiffe durch beide Seiten haben die Kosten für Kriegsrisikoversicherungen erhöht und zu Umplanungen im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer geführt.

Die ukrainische Seekampagne gegen die russische Schifffahrt hat sich tief ins Mittelmeer ausgeweitet: Berichten des Wochenendes zufolge wurde das sanktionierte russische RoRo-Schiff Lady Mariia nahe Kreta von Drohnen angegriffen.
Drohnen warfen am Sonntag Bomben auf das Schiff mit 7.184 dwt ab, während es sich in östlicher Richtung nach Syrien bewegte. Der genaue Ursprung des Angriffs und das Ausmaß möglicher Schäden sind unklar; eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls durch Kiew oder Moskau liegt nicht vor.
AIS-Daten zeigten das unter russischer Flagge fahrende Schiff am Samstag im Mittelmeer, nachdem es aus Oran in Algerien ausgelaufen war. Die Lady Mariia, früher unter dem Namen Stella-Maria bekannt, wird von MG-Flot betrieben und steht seit 2022 unter US-Sanktionen. Der ukrainische Militärgeheimdienst führt das Schiff als Beteiligtem am Transport von Waffen und Militärausrüstung zwischen Syrien und Russland. Seine aktuelle Ladung wurde nicht unabhängig festgestellt. Die Syrien-Route ist ein etablierter Korridor der russischen Militärlogistik: Russland unterhält seit Sowjetzeiten seinen Marinestützpunkt in Tartus und griff ab 2015 in den syrischen Bürgerkrieg ein, wodurch der Mittelmeer-Seetransport zwischen russischen Schwarzmeerhäfen und Syrien ein wiederkehrender Schwerpunkt von Sanktionsdurchsetzung und Beobachtung durch Open-Source-Analysten ist.
Der gemeldete Angriff würde, sofern bestätigt, eine erhebliche geografische Ausweitung der ukrainischen Kampagne gegen Schiffe mit russischen Verbindungen darstellen. Seit 2022 haben ukrainische Seedrohnen und Marschflugkörper wiederholt russische Schiffe im Schwarzen Meer getroffen, darunter Kriegsschiffe und Tanker bei Noworossijsk. Operationen im Mittelmeer würden jedoch eine deutlich größere Reichweite von ukrainisch kontrolliertem Gebiet erfordern – eine Fähigkeit, die Kiew in diesem Fall nicht öffentlich für sich beansprucht hat.
Das Wochenende brachte zudem einen neuen russischen Angriff auf die Handelsschifffahrt. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Sonntag, russische Angriffsdrohnen hätten im Schwarzen Meer ein Massengutschiff getroffen, das westlich gelieferte Militärausrüstung für die Ukraine transportierte. Das Schiff wurde nicht identifiziert, und Kiew hat den Vorfall bislang nicht bestätigt. Beide Angaben unterstreichen, wie Handelsschiffe und ihre Ladungen auf beiden Seiten des Konflikts zu wiederkehrenden Zielen geworden sind – eine Entwicklung, die die Kosten für Kriegsrisikoversicherungen erhöht und Umplanungen im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer ausgelöst hat.
🚨DRONE WAR: MEDITERRANEAN FRONT🧐 The sanctioned russian cargo ship 🔥Lady Mariia (IMO 9220641), reportedly carrying arms, has been struck by drone-dropped munitions in the Mediterranean Sea, west of the 🇬🇷 #Greek Island of #Crete and north of 🇱🇾 #Libya ⬇️ pic.twitter.com/LRmHdR9Sd9 — 🇺🇸 🇺🇸 🇺🇸Midobecker 🇺🇸 🇺🇸 🇺🇸 (@midobecker_1) September 6, 2026