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Russland wendet sich an Kasachstan für Raffineriekapazitäten angesichts des Kraftstoffmangels

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kasachstan hat laufende Gespräche mit Russland über die Verarbeitung von russischem Rohöl in kasachischen Raffinerien bestätigt, obwohl noch keine formelle Vereinbarung abgeschlossen wurde.
  • Russland verlängerte sein Verbot von Benzin- und Diesellexporten bis zum 31. Januar 2027 und widerrief frühere Zusicherungen, dass die Beschränkungen vorübergehend seien.
  • Ukrainische Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur, einschließlich der Omsk-Raffinerie nahe der kasachischen Grenze, haben kumulative Schäden verursacht, die zu inländischen Kraftstoffengpässen in mehreren russischen Regionen führten.
  • Die vorgeschlagene Vereinbarung würde Russland dazu zwingen, Rohöl zu exportieren, Kasachstan für die Raffinierung zu bezahlen und die fertigen Produkte wieder einzuführen — ein bemerkenswerter Rollentausch für ein Land, das historisch ein großer Exporteur raffinierter Kraftstoffe war.
  • Das Abkommen würde die angespannten weltweiten Dieselmärkte nicht entlasten, da der unter dieser Vereinbarung verarbeitete Kraftstoff lokal in Kasachstan verbraucht oder nach Russland zurückgeführt würde, anstatt internationale Käufer zu erreichen.
Russland wendet sich an Kasachstan für Raffineriekapazitäten angesichts des Kraftstoffmangels

Russland geht zunehmend an unbeschädigten Ölraffineriekapazitäten aus und sucht nun Unterstützung beim Nachbarland Kasachstan, um die Lücke zu schließen.

Kasachstan bestätigte am Donnerstag, dass es sich in Gesprächen mit Moskau befindet, um russisches Rohöl in kasachischen Raffinerien verarbeiten zu lassen. Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung würde ein Teil des daraus resultierenden raffinierten Kraftstoffs in Kasachstan im Inland verkauft, während der Rest über die Grenze zurück nach Russland transportiert würde.

Das kasachische Energieministerium erklärte, dass bislang keine konkreten Mengen, kommerziellen Konditionen oder bestimmten Raffinerien festgelegt wurden und dass die Marktteilnehmer über die endgültige Verteilung der raffinierten Produkte entscheiden würden. Beide Länder sind Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsunion, die den grenzüberschreitenden Handel mit Energiegütern erleichtert und einen geeigneten Rahmen für eine solche Vereinbarung bietet.

Für Kasachstan würde der Zustrom von russischem Rohöl helfen, stabile Auslastungsraten in seinen Raffinerien aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die inländische Kraftstoffversorgung zu stärken. Kasachstan ist selbst ein bedeutender Ölproduzent mit einer umfangreichen Raffinerieinfrastruktur, die an seine Ölfelder im Kaspischen Meer angebunden ist. Für Russland ist die Vereinbarung komplizierter — das Land müsste Rohöl exportieren, einen Nachbarstaat für die Raffinierung bezahlen und dann das Benzin und den Diesel, den es zuverlässig nicht mehr selbst herstellen kann, wieder einführen. Dieser Rollentausch ist bemerkenswert für ein Land, das historisch zu den weltweit größten Exporteuren raffinierter Erdölprodukte zählte.

Die Ukraine führt seit Monaten anhaltende Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur durch und zielt auf Raffinerien, Lageranlagen, Exportterminals und andere kritische Anlagen ab. Zu den jüngsten Angriffen gehörte die Omsk-Raffinerie — Russlands größte — die tief in Sibirien in der Nähe der kasachischen Grenze liegt.

Die kumulativen Schäden haben in mehreren russischen Regionen Kraftstoffengpässe ausgelöst und Moskau zu drastischen Maßnahmen zur Kontrolle der inländischen Versorgung gezwungen. Am Donnerstag verlängerte die russische Regierung ihre Beschränkungen für den Export von Benzin und Diesel bis zum 31. Januar 2027. Der Schritt kam nur eine Woche, nachdem Beamte das Diesel-Verbot als vorübergehende Maßnahme bezeichnet hatten, die aufgehoben würde, sobald sich die Versorgung erhole. Die Verlängerung signalisiert, dass Moskau davon ausgeht, dass die Raffineriestörungen noch Jahre andauern werden, anstatt in naher Zukunft behoben zu werden.

Kasachstan hat bereits begonnen, begrenzte Mengen raffinierter Produkte an Russland zu liefern. Die Verarbeitung von russischem Rohöl würde diese Behelfslösung erheblich ausbauen, obwohl das Energieministerium nicht offengelegt hat, über wie viel freie Raffineriekapazität Kasachstan verfügt oder welche Kraftstoffmengen realistisch nach Russland zurückgeführt werden könnten.

Die vorgeschlagene Vereinbarung würde den weltweiten Dieselmarkt kaum entlasten. Jeder Kraftstoff, der in Kasachstan verbleibt oder nach Russland zurücktransportiert wird, stellt eine Versorgung dar, die internationale Käufer nicht erreichen wird, wo die Verfügbarkeit aufgrund von Raffineriesörungen sowohl in Russland als auch im Nahen Osten bereits eingeschränkt ist.

Es wurde noch keine formelle Vereinbarung abgeschlossen. Russland hat keinen Rohölmangel — es hat einen Mangel an betriebsbereiten Raffinerien und sucht nun jenseits seiner Grenze nach einer Lösung.

Quelle: OilPrice.com