Neuverhandlung von Roman Storm auf April 2027 verschoben, während Antrag auf Freispruch weiter anhängig ist
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Neuverhandlung von Roman Storm ist nun für den 26. April 2027 statt des zuvor geplanten Oktobers angesetzt.
- •Eine Jury in Manhattan verurteilte Storm im August 2025 wegen Verschwörung zum Betrieb eines nicht lizenzierten Geldübermittlungsgeschäfts.
- •Bei den Vorwürfen der Geldwäsche- und Sanktionsverschwörung gab es keine Einigung der Geschworenen, sodass diese Anklagepunkte erneut verhandelt werden können.
- •Storms Rule-29-Antrag zur Anfechtung der Beweislage liegt weiterhin bei Richterin Katherine Polk Failla.
- •Der Fall steht im Fokus, weil die aktuelle DOJ-Politik eine engere Sicht auf die strafrechtliche Haftung nicht verwahrter Krypto-Software einnimmt.

Die Neuverhandlung von Roman Storm zu den offenen Geldwäsche- und Sanktionsvorwürfen im Zusammenhang mit Tornado Cash wurde auf den 26. April 2027 verschoben, wodurch sich das Verfahren um sechs Monate nach hinten verschiebt, während ein Bundesrichter seinen Antrag auf Freispruch prüft.
U.S. District Judge Katherine Polk Failla setzte den neuen Termin am 25. August fest, nachdem Storms Verteidigung einen Termin im April oder zumindest 90 Tage zwischen einer Entscheidung über seinen Rule-29-Antrag und einer möglichen Neuverhandlung beantragt hatte. Zuvor war der Fall für den 26. Oktober angesetzt worden.
Freispruchsantrag könnte die Neuverhandlung beeinflussen
Storm wurde im August 2025 nach einem vierwöchigen Prozess in Manhattan wegen Verschwörung zum Betrieb eines nicht lizenzierten Geldübermittlungsgeschäfts verurteilt.
Die Geschworenen konnten sich bei den Vorwürfen der Verschwörung zur Geldwäsche und der Verschwörung zur Verletzung von U.S.-Sanktionen nicht einstimmig einigen, sodass die Staatsanwaltschaft diese beiden Anklagepunkte erneut verhandeln kann. Der Geldübermittlungsvorwurf sieht eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft vor, während jeder offene Verschwörungsvorwurf mit bis zu 20 Jahren geahndet werden kann. Dem Urteil im August gingen vier Tage Juryberatung voraus.
Nach dem Prozess reichte Storm einen Rule-29-Antrag ein, mit dem er die rechtliche Tragfähigkeit der Beweise sowohl für seine Verurteilung als auch für die offenen Vorwürfe angriff. Failla hörte die Argumente im April an, hat aber noch nicht entschieden. Das Gericht hatte bereits einen Neuverhandlungstermin im Herbst genehmigt, der von dieser Entscheidung abhing, sodass der neue Termin das Verfahren zwar fortführt, der Freispruchsantrag aber weiterhin darüber bestimmt, wie es weitergeht.
DOJ-Krypto-Politik hat sich seit der Anklage gegen Storm verändert
Storms Fall läuft unter einem Justizministerium weiter, das inzwischen eine engere Sicht auf die strafrechtliche Haftung für nicht verwahrte Krypto-Software vertritt.
Todd Blanche, inzwischen U.S. attorney general, veröffentlichte im April 2025 das Memo „Ending Regulation By Prosecution“, als er noch als Deputy Attorney General amtierte. Die Richtlinie wies Staatsanwälte an, Börsen, Mixer oder Offline-Wallets nicht allein wegen des Verhaltens ihrer Endnutzer oder wegen unbeabsichtigter Verstöße gegen Vorschriften ins Visier zu nehmen.
Matthew Galeotti präzisierte später die Haltung des Ministeriums gegenüber Entwicklern und erklärte, dass das Beitragen von Code zu einem Open-Source-Projekt ohne die konkrete Absicht, kriminelles Verhalten zu unterstützen, keine strafrechtliche Haftung begründet. Das DOJ erklärte außerdem, dass neue Anklagen wegen Geldübermittlung in der Regel nicht genehmigt würden, wenn Software tatsächlich dezentralisiert ist, Peer-to-Peer-Transaktionen automatisiert und Dritten weder Verwahrung noch Kontrolle über Nutzervermögen verschafft.
Dennoch verfolgen die Staatsanwälte Storm weiter und argumentieren, dass die Entwickler von Tornado Cash die Infrastruktur aufrechterhielten und die Bewegung krimineller Erlöse wissentlich erleichterten. Diese Spannung zwischen der aktuellen DOJ-Politik und den bereits erhobenen Anklagen trägt dazu bei, dass die Neuverhandlung von der Krypto-Branche genau beobachtet wird, in der Fragen zur Haftung von Entwicklern und zur Kontrolle über Software weitreichendere Bedeutung haben.
Tornado-Cash-Verfahren kehrt zur Frage der Entwicklerkontrolle zurück
Die Neuverhandlung dürfte denselben Streit darüber erneut aufgreifen, wie viel Kontrolle Storm nach der Bereitstellung der Smart Contracts von Tornado Cash noch behalten hatte.
Der erste Prozess befasste sich mit Änderungen an der Frontend-Oberfläche von Tornado Cash und mit dem Einsatz eines Chainalysis-Sanktions-Orakels, das Adressen auf Sanktionslisten blockieren sollte. Die Verteidigung stellte in Frage, ob diese Kontrollen Nutzer stoppen konnten, die Gelder über frische Adressen verschoben, bevor sie mit dem Protokoll interagierten.
Auch das rechtliche Umfeld rund um Tornado Cash hat sich seit der Anklage gegen Storm verändert. Das Finanzministerium hob die Sanktionen gegen Tornado Cash im März 2025 auf, nachdem der Fifth Circuit entschieden hatte, dass unveränderliche Smart Contracts nicht als Eigentum gelten, das OFAC sanktionieren könne.
Storms Rule-29-Antrag liegt Failla weiterhin vor. Das Gericht hat die Neuverhandlung nun für den 26. April 2027 angesetzt, wobei das nächste Verfahren weiterhin davon abhängt, wie sie den Freispruchsantrag entscheidet.
Der Beitrag „Roman Storm Retrial Delayed to April 2027 as Acquittal Motion Remains Pending“ erschien zuerst auf Crypto Adventure.