NachrichtenAktienRobinhood-CEO lehnt Vetorecht von Emittenten bei tokenisierten Aktien ab

Robinhood-CEO lehnt Vetorecht von Emittenten bei tokenisierten Aktien ab

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • Robinhood-CEO Vlad Tenev ist der Ansicht, dass Emittenten kein Vetorecht über separate blockchainbasierte Wertpapiere haben sollten, die lediglich auf ihre börsennotierten Aktien Bezug nehmen.
  • Die von Robinhood Assets (Jersey) Limited ausgegebenen Stock Tokens bieten ein wirtschaftliches Engagement in den zugrunde liegenden Aktien, verleihen jedoch keine Aktionärsrechte, einschließlich Stimmrechten.
  • Jeder Stock Token ist eins zu eins durch die entsprechende Aktie gedeckt, die bei einer US-amerikanischen Verwahrstelle gehalten wird. Derzeit sind die Produkte nur für berechtigte Anleger in bestimmten Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten verfügbar.
  • AMC-CEO Adam Aron hat Robinhoods Tokenisierungsstrategie scharf kritisiert und argumentiert, dass die Aktien von Unternehmen nicht ohne deren Beteiligung oder Zustimmung in Finanzprodukten als Referenz dienen sollten.
  • Robinhood hat noch nicht bekannt gegeben, wie das Unternehmen die mit den zugrunde liegenden Aktien verbundene Stimmrechtsmacht verwalten will. Damit bleiben wichtige Fragen für Regulierungsbehörden und Marktteilnehmer offen.
Robinhood-CEO lehnt Vetorecht von Emittenten bei tokenisierten Aktien ab

Robinhood-CEO Vlad Tenev stellt sich gegen börsennotierte Unternehmen, die die Möglichkeit anstreben, tokenisierte Versionen ihrer Aktien zu blockieren. Damit verschärft er eine breitere Debatte darüber, wer die Kontrolle über Finanzprodukte ausübt, die auf börsennotierten Aktien basieren.

Im Mittelpunkt des Streits stehen die tokenisierten Aktienprodukte von Robinhood und der Konflikt des Unternehmens mit AMC Entertainment. Tenev ist der Ansicht, dass Unternehmen die mit ihren eigenen Aktien verbundenen Rechte und Pflichten kontrollieren sollten. Er argumentiert jedoch, dass sich diese Befugnis nicht auf separate Wertpapiere erstrecken sollte, die von anderen Unternehmen geschaffen wurden und auf diese Aktien Bezug nehmen.

Tenev unterscheidet zwischen Aktien und tokenisierten Wertpapieren

Tenev sagte, ob die Zustimmung eines Emittenten erforderlich ist, sollte davon abhängen, wie ein tokenisiertes Produkt strukturiert ist. Robinhoods Stock Tokens werden von Robinhood Assets (Jersey) Limited ausgegeben und bieten ein wirtschaftliches Engagement in den zugrunde liegenden Aktien.

Die Produkte sind nicht mit dem direkten Eigentum an den Aktien der Unternehmen gleichzusetzen. Token-Inhaber erhalten keine Aktionärsrechte, einschließlich Stimmrechten, an den zugrunde liegenden Unternehmen. Robinhood zufolge ist jeder Stock Token eins zu eins durch die entsprechende Aktie gedeckt.

Die zugrunde liegenden Aktien werden von einer US-amerikanischen Verwahrstelle gehalten, während der Token ein separates Finanzinstrument darstellt. Robinhood bietet die Produkte derzeit nur berechtigten Anlegern in bestimmten Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten an. Diese Struktur macht die Unterscheidung zwischen einem Engagement in einer Aktie und dem Eigentum an der Aktie zum Kern des Streits. Dazu gehört auch die Frage, welche Rechte bei den zugrunde liegenden Aktien verbleiben und welche den Token-Inhabern zustehen.

AMC kritisiert Robinhoods Strategie

AMC-CEO Adam Aron hat Robinhoods Ansatz zur Tokenisierung scharf kritisiert. Er argumentiert, dass die Aktien von Unternehmen nicht ohne deren Beteiligung oder Zustimmung in Finanzprodukten als Referenz dienen sollten.

Die Auseinandersetzung verdeutlicht eine grundsätzliche Frage für die wachsende Tokenisierungsbranche: Wenn eine börsennotierte Aktie als Referenz für ein separates blockchainbasiertes Finanzprodukt dienen kann, sollte der ursprüngliche Emittent das Recht haben, dieses Produkt zu stoppen?

Tenev argumentiert, dass der Vertrieb eines Finanzprodukts über die Blockchain-Technologie kein Vetorecht begründen sollte, über das ein Emittent bei anderen rechtmäßigen Nutzungen seiner börsennotierten Aktien zuvor nicht verfügte.

Die Debatte wirft außerdem Fragen zu Stimmrechten und den Aktien auf, die tokenisierten Produkten zugrunde liegen. Robinhood hat noch nicht bekannt gegeben, wie das Unternehmen mit der mit diesen zugrunde liegenden Aktien verbundenen Stimmrechtsmacht umgehen will. Diese offenen Fragen sowie die Anwendung der Zustimmungspflicht von Emittenten auf unterschiedlich strukturierte Produkte werden Regulierungsbehörden und Marktteilnehmer weiter beobachten.

Mit dem zunehmenden Momentum für tokenisierte Aktien könnte der Streit beeinflussen, wie Regulierungsbehörden und Finanzmärkte das Verhältnis zwischen traditionellen Wertpapieren und blockchainbasierten Produkten definieren.