NachrichtenAktienRobinhood-Aktie fällt trotz Rekordumsatz im Q2, da Anleger die Ertragsqualität und steigende Kosten prüfen

Robinhood-Aktie fällt trotz Rekordumsatz im Q2, da Anleger die Ertragsqualität und steigende Kosten prüfen

Autor: CryptoNewsNet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Robinhood erzielte im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 1,31 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 32 % gegenüber dem Vorjahr, während das verwässerte EPS um 48 % auf 0,62 US-Dollar stieg.
  • Ein einmaliger Gewinn von 129 Millionen US-Dollar aus der Entkonsolidierung von Robinhood Ventures Fund I steuerte rund 0,14 US-Dollar zum verwässerten EPS bei und erhöhte den ausgewiesenen Gewinn deutlich.
  • Die gesamten Betriebskosten stiegen im Jahresvergleich um 33 % auf 734 Millionen US-Dollar und wuchsen damit nahezu im Gleichschritt mit dem Umsatz, was auf begrenzten operativen Hebel hindeutet.
  • Die Erlöse aus Kryptotransaktionen sanken im Jahresvergleich um 38 % auf 100 Millionen US-Dollar, während die Erlöse aus Event Contracts auf 156 Millionen US-Dollar sprangen und damit sowohl Krypto- als auch Wertpapiertransaktionen übertrafen.
  • Robinhood erhöhte die Zahl der Gold-Abonnenten auf 4,8 Millionen und verzeichnete im Quartal Nettoneueinlagen von 21,7 Milliarden US-Dollar.
Robinhood-Aktie fällt trotz Rekordumsatz im Q2, da Anleger die Ertragsqualität und steigende Kosten prüfen

Warum fällt die HOOD-Aktie trotz Robinhoods Rekordumsatz im Q2?

Die Aktien von Robinhood Markets [NASDAQ: HOOD] weiteten ihre Verluste aus, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal Rekordumsatz und Ergebnisse gemeldet hatte, die die Erwartungen der Wall Street übertrafen.

Obwohl die Schlagzeilen solide wirkten, blickten Anleger über die reinen Umsatz- und Gewinnzahlen hinaus.

Ein einmaliger Buchungsgewinn erhöhte den Gewinn, die Betriebskosten stiegen deutlich an, und die Erträge aus dem Kryptohandel schwächten sich weiter ab. Dadurch stellte der Markt trotz Rekordumsatz die Qualität des Quartals infrage.

Anleger konzentrierten sich nicht nur auf den Gewinnschlag

Robinhood meldete einen Rekordumsatz von 1,31 Milliarden US-Dollar für das Quartal, ein Plus von 32 % gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten.

Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 48 % auf 0,62 US-Dollar, während der Nettogewinn 573 Millionen US-Dollar erreichte. Zudem zog das Unternehmen 21,7 Milliarden US-Dollar an Nettoneueinlagen an und erhöhte die Zahl der Gold-Abonnenten auf 4,8 Millionen.

Ein Teil des Gewinnschlags ging jedoch auf einen Gewinn von 129 Millionen US-Dollar zurück, der größtenteils mit der Entkonsolidierung von Robinhood Ventures Fund I zusammenhing.

Dieser Gewinn steuerte rund 0,14 US-Dollar zum verwässerten Gewinn je Aktie bei. Ohne diesen Posten hätte das bereinigte EPS näher bei 0,48 US-Dollar gelegen.

Das lag weiterhin über der von Reuters genannten Konsensschätzung von 0,44 US-Dollar. Dennoch war die Marge des Gewinnschlags deutlich kleiner, als die Schlagzeile vermuten ließ.

Auch die steigenden Kosten standen im Fokus der Anleger.

Die gesamten Betriebskosten stiegen im Jahresvergleich um 33 % auf 734 Millionen US-Dollar. Gründe waren höhere Investitionsausgaben, Restrukturierungskosten und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Produktportfolios des Unternehmens.

Der Kryptohandel schwächt sich weiter ab

Auch das Kryptogeschäft von Robinhood blieb im Quartal unter Druck.

Die Erlöse aus Kryptotransaktionen sanken im Jahresvergleich um 38 % auf 100 Millionen US-Dollar, während das Handelsvolumen mit Kryptowährungen in der Robinhood-App um 35 % auf 18 Milliarden US-Dollar zurückging.

Nach der Übernahme von Bitstamp verzeichnete das Unternehmen zusätzlich ein Kryptohandelsvolumen von 22 Milliarden US-Dollar, womit sich das kombinierte Quartalsvolumen auf 40 Milliarden US-Dollar belief.

Trotzdem trug Krypto weniger Umsatz bei als einige der neueren Geschäftsbereiche von Robinhood.

Die Erlöse aus Event Contracts stiegen auf 156 Millionen US-Dollar und damit um mehr als das Zehnfache. Damit übertrafen sie im Quartal sowohl die Kryptoerlöse als auch die Erlöse aus Wertpapiertransaktionen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Robinhoods Geschäft breiter aufgestellt wird. Die anhaltende Abschwächung im Kryptohandel bleibt jedoch ein Bereich, den Anleger voraussichtlich genau beobachten werden.

Kann die HOOD-Aktie 86 US-Dollar halten?

Aus technischer Sicht steht HOOD weiterhin unter Druck, nachdem die Aktie von ihrem Juli-Hoch nahe 119 US-Dollar gefallen ist.

Zuletzt notierte die Aktie bei rund 87,58 US-Dollar und damit unter dem 50-Perioden-EMA bei 96,98 US-Dollar sowie dem 100-Perioden-EMA bei 93,89 US-Dollar, was darauf hindeutet, dass Verkäufer den kurzfristigen Trend weiter kontrollieren.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) fiel auf 36,76 und signalisiert damit anhaltend bärisches Momentum. In den überverkauften Bereich ist die Aktie jedoch noch nicht eingetreten.

Die erste wichtige Unterstützung liegt bei 86 US-Dollar.

Sollte dieses Niveau nicht halten, könnten Verkäufer 84 US-Dollar anvisieren, gefolgt von der psychologisch wichtigen Marke von 80 US-Dollar.

Damit sich die Stimmung verbessert, müsste HOOD zunächst 90 US-Dollar zurückerobern, bevor ein Angriff auf den Widerstand um 94 US-Dollar möglich wäre.

Abschließende Zusammenfassung

Robinhood lieferte Rekordumsatz und einen weiteren Gewinnschlag. Dennoch konzentrierten sich Anleger eher auf die Qualität der Gewinne, steigende Kosten und eine nachlassende Kryptoaktivität als auf die Schlagzeilen.

Ein Halten der 86-US-Dollar-Marke könnte die jüngste Gegenbewegung stabilisieren. Ein Bruch darunter würde zugleich das Risiko eines Rückgangs in Richtung 84 US-Dollar und möglicherweise 80 US-Dollar erhöhen.