Europas 10 große Banken starten RL1-Blockchain für Tokenized-Finance-Netzwerk
Wichtige Erkenntnisse
- •RL1 startete am 28. Juli als European Cooperative Society mit Sitz in Luxemburg.
- •Zu den 10 Gründungsmitgliedern gehören große Banken und Finanzinstitute wie ABN AMRO, DekaBank, DZ BANK und Natixis CIB.
- •Das Netzwerk basiert auf der Distributed-Ledger-Technologie von SWIAT, die seit etwa drei Jahren in der Produktion eingesetzt wird und mehr als 50 institutionelle Transaktionen im Wert von über €700 million verarbeitet hat.
- •RL1 ist darauf ausgelegt, tokenisierte Anleihen, regulierte Register für digitale Wertpapiere und weitere blockchainbasierte Finanzdienstleistungen zu unterstützen.
- •Das Netzwerk bleibt für zusätzliche Finanzinstitute offen; bereits laufen Gespräche mit mehreren europäischen Banken, darunter NatWest.

Regulated Layer One (RL1) hat offiziell den Betrieb aufgenommen und markiert damit einen weiteren Schritt in Europas Entwicklung hin zur institutionellen Blockchain-Adoption. Das neue Netzwerk bringt einige der größten Finanzinstitute der Region unter einer gemeinsamen Blockchain-Infrastruktur für regulierte Finanzgeschäfte zusammen.
RL1 startet mit 10 Gründungs-Finanzinstituten
RL1 wurde am 28. Juli als European Cooperative Society (SCE) mit Sitz in Luxemburg eröffnet. Zu den ersten Mitgliedern gehören ABN AMRO, DekaBank, DZ BANK, Chartered Investment, Cecabank, Crédit Mutuel Alliance Fédérale, LBBW, Natixis CIB, SC Ventures und Seturion.
Das Netzwerk setzt auf ein genossenschaftliches Governance-Modell statt auf eine privat kontrollierte Struktur. Jedes Mitglied hat eine gleichberechtigte Stimme, und die teilnehmenden Institute können die Weiterentwicklung des Netzwerks mitgestalten und zugleich die Infrastruktur gemeinsam nutzen. Diese Struktur soll regulierten Instituten eine gemeinsame operative Basis bieten, ohne sie in ein Single-Bank-Plattformmodell zu zwingen, das die breitere Koordination bei Tokenisierungsprojekten häufig verlangsamt hat.
Henning Vollbehr, ehemaliger Managing Director von SWIAT, wird als Managing Director von RL1 die Expansion des Netzwerks im regulierten Finanzsektor in Europa leiten.
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Auf Infrastruktur aufgebaut, die bereits in der Produktion eingesetzt wird
RL1 ist kein völlig neuer Technologie-Stack. Die Blockchain basiert auf der Distributed-Ledger-Technologie von SWIAT, die seit etwa drei Jahren in der realen Produktion entwickelt und betrieben wird.
Laut dem Projekt hat die zugrunde liegende Infrastruktur bereits mehr als 50 institutionelle Transaktionen mit einem Gesamtwert von über €700 million, also rund $808 million, abgewickelt.
Die Plattform lässt sich in die bestehenden Anwendungen von SWIAT integrieren und ermöglicht es Finanzinstituten, tokenisierte Anleihen auszugeben, regulierte Register für digitale Wertpapiere zu führen und weitere blockchainbasierte Finanzdienstleistungen bereitzustellen, ohne die technologische Infrastruktur neu aufbauen zu müssen.
Die Genossenschaft will zudem ihr institutionelles Angebot ausbauen, darunter tokenisiertes Geld, Anleihen in digitaler Währung, Collateral Management, Smart Derivatives und Settlement-Services der nächsten Generation. Da RL1 auf einer bereits bestehenden Produktionsbasis statt auf einem frühen Pilotprojekt aufsetzt, ist die Einführung an eine Infrastruktur gebunden, die bereits für regulierte Transaktionen genutzt wird, und nicht an ein Testnetz, das seine Kernfunktionalität noch unter Beweis stellt.
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Eine gemeinsame Infrastruktur für Europas Tokenisierungswelle
RL1 erklärte, dass eine der größten Herausforderungen bei der institutionellen Blockchain-Adoption fragmentierte Infrastruktur sei. Das Netzwerk will dieses Problem angehen, indem es Banken Zugriff auf ein gemeinsames Ledger bietet, das regulierte Transaktionen unterstützt und zugleich Compliance- sowie Business-as-usual-Anforderungen erfüllt.
Der Start erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Europas Tokenisierungsbemühungen weiter voranschreiten. Initiativen der Europäischen Zentralbank sowie die zunehmende Nutzung von Stablecoins, tokenisierten Geldmarktfonds und digitalen Wertpapieren haben die Nachfrage nach interoperabler Blockchain-Infrastruktur erhöht, die regulierte Finanzinstitute unterstützen kann. Vor diesem Hintergrund tritt RL1 in einen Markt ein, in dem Banken und Anbieter von Marktinfrastruktur zunehmend auf Systeme setzen, die tokenisierte Vermögenswerte mit bestehenden regulatorischen und operativen Rahmenbedingungen verbinden können.
RL1 erklärte, das Netzwerk bleibe für weitere Finanzinstitute offen, und bereits mit mehreren europäischen Banken, darunter NatWest, liefen Gespräche. Die Entwicklungsbanken KfW und L-Bank werden die Initiative in der nächsten Expansionsphase weiterhin unterstützen.
Das erklärte Ziel von RL1 ist es, eine gemeinsame Blockchain-Umgebung zu schaffen, die es dem europäischen Finanzsektor ermöglicht, von einzelnen Pilotprojekten zu einer volumenstarken, blockchainbasierten Financial Assetization überzugehen.