Revolut erhält bedingte OCC-Zulassung für eine US-Nationalbank – die Markteinführung steht aber noch aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Revolut hat eine bedingte OCC-Genehmigung zur Gründung einer US-Nationalbank erhalten, benötigt aber vor dem operativen Betrieb noch die Zulassungen von FDIC und Federal Reserve sowie die endgültige Freigabe des OCC.
- •Das Unternehmen strebt eine Eröffnung der Bank im Jahr 2027 an und könnte Kredite, Kreditkarten, versicherte Einlagen, Kryptodienstleistungen und Stablecoin-Produkte anbieten.
- •FDIC-versicherte Einlagen würden für Revoluts US-Kunden einen Wandel bedeuten, da diese ihre Gelder derzeit über Partnerinstitute statt über eine Revolut-lizenzierte Bank halten.
- •Seit 2025 hat das OCC 40 Banklizenzanträge erhalten und 21 genehmigt, darunter Krypto-bezogene Unternehmen wie Coinbase, Paxos, BitGo, Ripple und Circle.
- •Revolut besitzt Banklizenzen in Frankreich, Australien und dem Vereinigten Königreich, bedient weltweit mehr als 80 Millionen Kunden und peilt bis Mitte 2027 100 Millionen an.

Revolut hat eine bedingte Genehmigung des US-amerikanischen Office of the Comptroller of the Currency (OCC) zur Gründung einer Nationalbank erhalten. Damit erhält das Fintech-Unternehmen eine Perspektive, Bankdienstleistungen künftig direkt für US-Kunden anzubieten.
Die Genehmigung verleiht Revolut jedoch noch keine vollständige Befugnis, Bankgeschäfte aufzunehmen. Bevor die geplante Bank eröffnen kann, benötigt das Unternehmen noch Zulassungen der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) und der Federal Reserve sowie die endgültige Freigabe des OCC. Bedingte OCC-Zulassungen stellen eine vorläufige Stufe im Lizenzierungsprozess dar: Sie bestätigen grundsätzlich, dass der Geschäftsplan und die Struktur des Antragstellers tragfähig sind, machen den operativen Start jedoch von der Erfüllung aufsichtsrechtlicher Auflagen abhängig.
Revolut strebt US-Bankstart für 2027 an
Revolut plant, die Bank im Jahr 2027 zu eröffnen, vorbehaltlich des Abschlusses des verbleibenden regulatorischen Verfahrens. Chief Executive Nik Storonsky bezeichnete die OCC-Entscheidung als einen wichtigen Schritt in der US-Expansion des Unternehmens.
Die geplante Bank könnte Kredite, Kreditkarten, versicherte Einlagen, Kryptodienstleistungen und Stablecoin-Produkte anbieten. Diese Dienstleistungen hängen jedoch von den endgültigen regulatorischen Genehmigungen und der Einhaltung der Bundesbankvorschriften ab. FDIC-versicherte Einlagen würden für Revoluts US-Kunden insbesondere eine bedeutende Veränderung bedeuten, da diese ihre Gelder derzeit über Partnerinstitute und nicht direkt bei einer von Revolut lizenzierten Bank halten.
Revolut bietet in den Vereinigten Staaten bereits Finanz- und Kryptodienstleistungen über eigenständig regulierte Unternehmen und Partnerinstitute an. Eine Nationalbanklizenz würde dem Unternehmen eine breitere Struktur für seine US-Bankaktivitäten geben, die Abhängigkeit von Partnerbanken verringern und mehr Produktdienstleistungen unter der eigenen Bundesaufsicht bündeln.
Das OCC hat zudem einen klareren Weg für Unternehmen geöffnet, die zugelassene Digitalasset-Dienstleistungen anbieten. Comptroller Jonathan Gould hat erklärt, dass Unternehmen, die Krypto und andere neue Finanztechnologien nutzen, bei Einhaltung der regulatorischen Standards Zugang zur Bankenaufsicht des Bundes haben sollten. Das OCC erwartet, die Regeln zum GENIUS Act nach Rücksprache mit der Branche bis November fertigzustellen.
US-Aufseher prüfen weitere Lizenzanträge
Das OCC hat in den vergangenen Monaten mehrere Krypto-bezogene Unternehmen zugelassen, darunter Coinbase, Paxos, BitGo, Ripple und Circle. Der Aufseher hat außerdem World Liberty Financial eine bedingte Genehmigung erteilt.
Seit 2025 hat das OCC 40 Anträge auf neue Banklizenzen erhalten, 21 genehmigt und zwei abgelehnt. Revolut muss vor dem Betrieb der geplanten Bank weiterhin Anforderungen an Kapital, Unternehmensführung, Risikokontrolle und Compliance erfüllen. Die Zahl der Anträge spiegelt einen breiteren Wandel in der Bundesbankpolitik wider, der Fintech- und Digitalasset-Firmen direkten Zugang zum Lizenzierungssystem ermöglicht – im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen solche Unternehmen in der Regel über staatliche Lizenzen oder Bankpartnerschaften operierten.
Revolut baut seine regulierten Geschäfte außerhalb der Vereinigten Staaten weiter aus. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über Banklizenzen in Frankreich, Australien und dem Vereinigten Königreich und expandiert zudem in Mexiko und anderen lateinamerikanischen Märkten.
Das Fintech-Unternehmen gibt an, weltweit mehr als 80 Millionen Kunden zu bedienen, und möchte bis Mitte 2027 die Marke von 100 Millionen erreichen. Der US-Bankplan bleibt so lange bedingt, bis alle erforderlichen regulatorischen Genehmigungen der Bundesbehörden erteilt sind.