Ehemaliger GOP-Abgeordneter sagt, Republikaner wenden sich gegen das große Geld in der Politik
Wichtige Erkenntnisse
- •Campbell sagt, einige Republikaner seien zunehmend offen für eine Reform der Wahlkampffinanzierung, während die politischen Ausgaben weiter steigen.
- •Externe Ausgaben überschritten laut Campbell bei den Zwischenwahlen 2022 $2 billion und verdoppelten sich im Wahlzyklus 2024 nahezu.
- •Pew stellte fest, dass Geld in der Politik für Wähler beider Parteien ein wichtiges Anliegen ist und höher eingestuft wird als Inflation und Gesundheitskosten.
- •Rep. Tom Barrett brachte Joint House Resolution 191 ein, einen vorgeschlagenen Verfassungszusatz, der Begrenzungen für Wahlkampfausgaben ermöglichen soll.
- •Campbell argumentiert, ein Verfassungszusatz sei realistischer, als darauf zu warten, dass der Supreme Court jahrzehntelange Präzedenzfälle aufgibt.

Als der U.S. Supreme Court 2010 seine 5-4-Entscheidung in Citizens United v. Federal Election Commission verkündete, kam die Kritik vor allem von Liberalen, Progressiven und Demokraten, die argumentierten, das Urteil würde es Millionären und Milliardären erheblich erleichtern, Wahlen zu kaufen. Doch der konservative frühere U.S. Rep. Tom Campbell (R-California) sagt, einige Republikaner stellten sich inzwischen gegen den Einfluss des großen Geldes in der U.S.-Politik.
In Citizens United schrieb der damalige Justice Anthony Kennedy die Mehrheitsmeinung und argumentierte, Wahlkampfausgaben seien eine Form von "speech" und Beschränkungen von Wahlkampfspenden verletzten den First Amendment der U.S. Constitution. Kennedy, ein rechtslibertärer Richter, der von President Ronald Reagan ernannt wurde, stellte sich bei Themen wie Rechten von Homosexuellen und Abtreibung häufig auf die Seite der liberalen Richter des Supreme Court, was die Religious Right verärgerte. Bei Citizens United zog Kennedy jedoch scharfe Kritik von links auf sich.
Campbell argumentierte in einem Gastbeitrag vom 23. Juli für The Hill, dass inzwischen mehr Republikaner gegen politische Ausgaben in großem Umfang Stellung beziehen.
"Of all the problems I observed over the nine years I served in Congress, none were as corrosive to the functioning of our political system as the tremendous sums of cash spent to influence elections," schrieb Campbell, der 2016 die GOP verließ und heute Rechtsprofessor an der Chapman University in Southern California ist. "Since I left Washington in 2001, the role of money in politics has only gotten worse. Outside spending in the 2022 midterms topped $2 billion, which then nearly doubled in 2024. Early projections for 2026 suggest that another record will topple."
Campbell sagte, das Thema sei für Wähler mit steigenden Ausgaben wichtiger geworden.
"As spending has dramatically increased, so too has the salience of the issue among voters," schrieb der frühere Kongressabgeordnete. "Pew recently found 'the role of money in politics' to be among Americans' top concerns for the second year in a row, ranking higher than inflation and the cost of healthcare. Long assumed to be an issue exclusively of the left, it is a top issue of concern among Republican voters, according to Pew, and is the only issue that supermajorities of both Democrats and Republican voters said is a 'very big problem.'"
Campbell zufolge könnten die "tough reelection campaigns", denen Republikaner bei den Zwischenwahlen 2026 gegenüberstehen, erklären helfen, warum "some Republicans" sich "increasingly warming up to campaign finance reform" zeigen. Er verwies auf Rep. Tom Barrett (R-Michigan), der "recently introduced Joint House Resolution 191, a constitutional amendment that would allow Americans to limit the sums of money spent in campaigns."
Der Weg über einen Verfassungszusatz steht im Zentrum von Campbells Argumentation, weil er die derzeitigen Grenzen der Regulierung eher in Präzedenzfällen des Supreme Court als in einfacher Gesetzgebung verankert sieht. Damit geht es in der Debatte nicht nur um Wahlkampftaktiken, sondern auch um die Frage, ob die Verfassung geändert werden sollte, um gewählten Amtsträgern und Wählern mehr Spielraum zur Begrenzung politischer Ausgaben zu geben.
"Waiting for the Supreme Court to reverse course on 50 years of jurisprudence is not a realistic strategy," schrieb Campbell. "The only durable, realistic option we have to restore the ability to regulate campaign spending is to pass a constitutional amendment. The Republicans who join Barrett on the issue of money in politics will come from different places. Some will represent competitive districts where independents will decide the election. Some will represent safe seats but have watched primary fundraising spiral into something none of them quite recognize from earlier in their careers."
Campbell fügte hinzu, andere Republikaner könnten das Anliegen unterstützen, weil sie der Ansicht seien, Wähler sollten mehr Einfluss haben als Spender.
"Some will simply believe that voters, not donors, should set the country's agenda," schrieb Campbell. "What unites them is the recognition that the politics of this issue have shifted — and that the voters of both parties are well ahead of Washington in noticing."