NachrichtenMakroASB erwartet einstimmige 25-Basispunkte-Erhöhung der RBNZ am 2. September – OCR-Pfad als zentraler Marktfokus

ASB erwartet einstimmige 25-Basispunkte-Erhöhung der RBNZ am 2. September – OCR-Pfad als zentraler Marktfokus

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • ASB erwartet, dass die RBNZ den Official Cash Rate auf ihrer Sitzung am 2. September um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent anhebt – ein Schritt, der von den Märkten bereits nahezu vollständig eingepreist ist.
  • Die Septembersitzung der RBNZ ist eine vierteljährige Monetary-Policy-Statement-Runde, sodass die Zinsentscheidung von neuen Wirtschaftsprognosen und einem neuen OCR-Pfad begleitet wird.
  • ASB rechnet damit, dass der OCR-Pfad mindestens eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte bis Jahresende signalisiert, mit einem veröffentlichten Höchststand von rund 3,3 Prozent – unterhalb der aktuellen Marktpreise.
  • ASBs eigener Basisfall sieht weitere Erhöhungen im Oktober und Dezember, die den OCR bis Jahresende auf ein weitgehend neutrales Niveau von 3,25 Prozent heben, bei anerkanntem zweiseitigem Risiko.
  • Wenn die RBNZ wie erwartet liefert, hält ASB eine moderate dovishche Neubewertung neuseeländischer Zinsen und etwas Druck auf den Kiwi-Dollar für wahrscheinlich.
ASB erwartet einstimmige 25-Basispunkte-Erhöhung der RBNZ am 2. September – OCR-Pfad als zentraler Marktfokus

ASB erwartet, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) auf ihrer kommenden Sitzung den Weg des geringsten Widerstands geht und am 2. September eine weithin erwartete Erhöhung um 25 Basispunkte beschließt, während sie auf das zweiseitige Risiko hinweist, wo der Straffungszyklus letztlich seinen Höhepunkt erreichen wird.

Einstimmigkeit bei 25-bp-Erhöhung auf 2,75 % erwartet

Die Reserve Bank of New Zealand wird laut einer Vorschau von ASB weithin erwartet, den Official Cash Rate (OCR) um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent anzuheben, wenn ihr Monetary Policy Committee die Entscheidung am Mittwoch, den 2. September, um 14 Uhr bekannt gibt. Der OCR ist der Leitzins der RBNZ und das wichtigste Instrument, mit dem sie die Kreditkosten in der Gesamtwirtschaft beeinflusst, wodurch jede Entscheidung ein zentraler Anhaltspunkt für Hypotheken-, Einlagen- und Swap-Sätze ist. Das Wirtschaftsteam der Bank beschreibt die Entscheidung als ziemlich unkompliziert, da eine vollständige Erhöhung um 25 Basispunkte von den Finanzmärkten bereits nahezu vollständig eingepreist ist und eine Einstimmigkeit unter allen sechs Komiteemitgliedern wahrscheinlich ist.

ASB nennt drei Faktoren, die die Erhöhung stützen:

  • Sowohl die Kopf- als auch die Kerninflation liegen für die RBNZ weiterhin unangenehm hoch, und je länger die Inflation über 3 Prozent liegt, desto größer ist das Risiko eines ausgeprägteren Überschießens. Die RBNZ verfolgt ein Inflationszielband von 1 bis 3 Prozent mit einem Midpunkt von 2 Prozent, auf den sie sich konzentrieren muss.
  • Selbst nach einer Erhöhung läge der OCR weiterhin deutlich unter den Einschätzungen des neutralen Zinssatzes, wobei die eigene Mai-Schätzung der RBNZ den neutralen Satz bei rund 3,5 Prozent ansiedelt, gegenüber ASBs eigener Annahme von 3,25 Prozent. Der neutrale Zinssatz ist das Niveau, bei dem die Geldpolitik weder als expansiv noch als restriktiv gilt; ein darunter liegender OCR bedeutet, dass die Ausrichtung der Politik die Wirtschaft weiterhin stützt.
  • Die von der RBNZ bekundete Vorliebe für die Vermeidung unnötiger wirtschaftlicher Instabilität spricht dafür, einen Schritt umzusetzen, den Märkte und Analysten bereits weitgehend erwarten, statt durch eine Abweichung davon Volatilität zu riskieren.

Bedingter Straffungsbias erwartet

Über die eigentliche Entscheidung hinaus erwartet ASB, dass die RBNZ einen bedingten Straffungsbias beibehält und bestätigt, dass weitere Erhöhungen notwendig sind, um die Inflation nachhaltig auf 2 Prozent zurückzuführen, wobei sie betont, dass künftige Schritte von eingehenden Daten abhängen.

Die Bank erwartet, dass die RBNZ trotz Risiken wie erhöhten Spannungen zwischen den USA und dem Iran, Frachtstörungen und Zollreibungen ein weiterhin robustes globales Umfeld anerkennt. Zudem rechnet sie damit, dass das Komitee auf die reichlich vorhandenen freien Kapazitäten am Arbeitsmarkt als Faktor verweist, der die mittelfristigen Inflationsdruck dämpfen sollte, auch wenn dies eine Phase überdurchschnittlichen Wachstums unterstützt.

Prognosen und der OCR-Pfad

Die Septembersitzung ist eine der vierteljährigen Monetary-Policy-Statement-Runden der RBNZ, was bedeutet, dass das Komitee alongside seiner Entscheidung neue Wirtschaftsprognosen veröffentlicht – ein Turnus, der diese Sitzungen typischerweise zu den marktbewegenderen macht, da der OCR-Pfad den Märkten eine Orientierung über die beabsichtigte Politik der RBNZ gibt.

Bei den veröffentlichten Prognosen erwartet ASB, dass die RBNZ zeigt, dass die jährliche Inflation bis Anfang 2027 unter 3 Prozent fällt und danach gegen den Ziel-Midpunkt von 2 Prozent konvergiert, junto mit der Bestätigung, dass sich im restlichen Verlauf des Jahres 2026 eine zyklische Erholung entfalten soll.

ASB erwartet, dass der OCR-Pfad der RBNZ mindestens eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte bis Jahresende signalisiert, mit einem veröffentlichten Höchststand von rund 3,3 Prozent – ähnlich der Mai-Projektion und etwas unter dem Niveau, das die Märkte derzeit für den Zyklus einpreisen. Die Bank erwartet zudem, dass die RBNZ angesichts der Bedingtheit des Pfads dessen Signalwert herunterspielt.

ASBs eigene Sicht: OCR bei 3,25 % zum Jahresende

ASBs eigener Basisfall sieht, dass die RBNZ nach der Erhöhung am 2. September weitere Schritte um 25 Basispunkte im Oktober und Dezember folgt und den OCR damit zum Jahresende auf 3,25 Prozent hebt – ein Niveau, das die Bank als weitgehend neutral einschätzt. Die Bank weist auf ein zweiseitiges Risiko dieser Sicht hin: Ein graduellerer Straffungspfad und ein niedrigerer Höhepunkt sind möglich, wenn die Inflationsdruck nachlassen, während ein höherer Höhepunkt nötig wäre, falls die Inflation hartnäckiger ausfällt als derzeit erwartet.

Marktimplikationen

Da eine Erhöhung um 25 Basispunkte von den Finanzmärkten bereits nahezu vollständig eingepreist ist, bietet ASBs Vorschau laut eigenen Angaben wenig Spielraum für eine hawkische Überraschung bei der Entscheidung selbst. Das bedeutet, dass eine Marktreaktion eher vom Ton der begleitenden Erklärung und der Form des veröffentlichten OCR-Pfads ausgehen dürfte.

ASB erwartet, dass dieser Pfad mindestens eine weitere Erhöhung bis Jahresende und einen Höchststand von rund 3,3 Prozent signalisiert – etwas unter der aktuellen Marktpricing. Sollte dies wie erwartet eintreffen, könnte dies zu einer moderaten dovishchen Neubewertung am kurzen Ende der neuseeländischen Zinskurve und zu einigem Druck auf den Kiwi-Dollar führen. Der neuseeländische Dollar gehört gemessen an der Wirtschaftsgröße zu den stärker gehandelten Währungen der Industrieländer, und Zinserwartungen sind ein langjähriger Treiber seiner Bewegungen – weshalb neuseeländische Datenveröffentlichungen und RBNZ-Kommunikation tendenziell außerordentlich starke Reaktionen im Vergleich zu anderen Märkten auslösen.

Die Bank weist zudem auf sich straffende Finanzierungsbedingungen hin – darunter ein festerer handelsgewichteter Index und höhere Swap-Sätze – als Thema, das die RBNZ likely zitieren dürfte, was gegen einen besonders aggressiven Wortlaut spricht.

Angesichts des zweiseitigen Risikos rund um den mittelfristigen Inflationsausblick werden Devisen- und Zinsmärkte in den kommenden Monaten unabhängig vom Ausgang am Mittwoch empfindlich auf eingehende neuseeländische Daten reagieren.


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