NachrichtenMakroErstes Kreuzfahrtschiff wird an Landstrom im Portsmouth International Port angeschlossen

Erstes Kreuzfahrtschiff wird an Landstrom im Portsmouth International Port angeschlossen

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Portsmouth International Port hat seine erste kommerzielle Landstromverbindung für ein Kreuzfahrtschiff abgeschlossen, als die Valiant Lady von Virgin Voyages an das netzgespeiste System angeschlossen wurde.
  • Der Hafen plante, zwei Schiffe gleichzeitig an Landstrom anzuschließen, wobei die Guillaume de Normandie von Brittany Ferries neben der Valiant Lady eingeplant war – eine Premiere für die Anlage.
  • Das Mehr-Liegeplatz-Landstromprojekt wurde vom britischen Verkehrsministerium und Innovate UK im Rahmen des Clean Maritime Plan finanziert, um die Emissionen der inländischen Schifffahrt zu senken.
  • Die Landstromtechnologie ermöglicht es am Kai liegenden Schiffen, ihre Hilfsmotoren abzuschalten und Netzstrom zu nutzen, wodurch Emissionen von Kohlendioxid, Stickoxiden und Feinstaub reduziert und die Lärmbelastung gesenkt wird.
  • Die Verordnung über alternative Kraftstoffinfrastruktur der Europäischen Union wird ab 2030 die Verfügbarkeit von Landstrom an großen Häfen des TEN-T-Netzwerks vorschreiben.
Erstes Kreuzfahrtschiff wird an Landstrom im Portsmouth International Port angeschlossen

Der Portsmouth International Port im Vereinigten Königreich hat seine erste kommerzielle Landstromverbindung für ein Kreuzfahrtschiff abgeschlossen. Dies stellt einen weiteren Schritt in der Elektrifizierung des Hafens dar und erweitert die kleine, aber wachsende Liste britischer Häfen, die am Kai liegenden Schiffen Strom aus dem Netz liefern können.

Das Kreuzfahrtschiff Valiant Lady von Virgin Voyages wurde an das Landstromsystem des Hafens angeschlossen, wie der Hafen am Mittwoch in einem LinkedIn-Beitrag bekannt gab. Die Verbindung ermöglicht es dem Schiff, während des Liegens am Kai Strom aus dem lokalen Netz zu beziehen, anstatt seine Hilfsmotoren zu betreiben.

Der Hafen deutete außerdem an, dass er in Kürze einen weiteren Meilenstein erreichen würde: zwei Schiffe, die gleichzeitig an Landstrom angeschlossen sind. Die Guillaume de Normandie von Brittany Ferries sollte das System zusammen mit der Valiant Lady nutzen – eine Premiere für die Anlage.

Landstrom, auch als Cold Ironing oder Onshore Power Supply (OPS) bekannt, ermöglicht es Schiffen, ihre Hilfsmotoren am Kai abzuschalten und stattdessen Strom aus dem lokalen Netz zu beziehen. Die Technologie wird weithin als wirksam anerkannt zur Reduzierung von Emissionen Kohlendioxid, Stickoxiden und Feinstaub sowie zur Senkung der Lärmbelastung und zur Verbesserung der Luftqualität in den umliegenden Hafengemeinden.

Portsmouth bezeichnete die geplante Doppelverbindung als bedeutenden Meilenstein für den britischen Seeschifffahrtssektor und als einen Schritt in Richtung des Vollbetriebs des Landstromsystems.

Das Mehr-Liegeplatz-Landstromprojekt wurde vom britischen Verkehrsministerium (Department for Transport) und Innovate UK finanziert und ordnet sich in die umfassenderen britischen Bemühungen unter dem Clean Maritime Plan ein, die Emissionen im inländischen Seeschifffahrtssektor zu senken – als Teil der gesetzlich verbindlichen Zielsetzung des Landes, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Der Hafen hatte das System im Vormonat in Betrieb genommen.

Die Landstrominfrastruktur gewinnt an Häfen in ganz Europa und Nordamerika an Bedeutung, da die Schifffahrtsindustrie zunehmendem regulatorischem Druck zur Emissionsreduzierung ausgesetzt ist. Auf internationaler Ebene hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) eine überarbeitete Treibhausgasstrategie verabschiedet, die auf Netto-Null-Emissionen im internationalen Schiffsverkehr bis oder um 2050 abzielt. Die Europäische Union hat unter ihrer Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) die Verfügbarkeit von Landstrom an großen Häfen zur Pflicht gemacht, mit Verpflichtungen, die ab 2030 schrittweise für Seehäfen im transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) in Kraft treten. Häfen und Betreiber, die jetzt in OPS-Infrastruktur investieren, positionieren sich frühzeitig vor diesen Anforderungen, wobei die tatsächlichen Emissionsvorteile von der Kohlenstoffintensität des gelieferten Netzstroms abhängen.