Pony.ai strebt 100.000 autonome Lkw auf chinesischen Straßen bis 2030 an
Wichtige Erkenntnisse
- •Pony.ai plant, bis 2030 100.000 leichte autonome Lkw in China einzusetzen, wobei die Zahl der Schwerlast-Lkw in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 500–1.000 steigen soll.
- •Die Hardwarekosten für die neueste Generation autonomer Schwerlast-Lkw des Unternehmens sind um etwa 70 % gesunken, was den Weg für die Massenproduktion ebnet.
- •Die Robotaxis und leichten Lkw von Pony.ai teilen sich rund 90 % ihres zentralen Technologie-Stacks, da beide hauptsächlich in städtischen Umgebungen operieren.
- •Das Unternehmen hat sich mit Sany Truck für schwere Roboter-Lkw und mit CATL für leichte autonome Fahrzeuge zusammengetan.
- •Chinas Regierung unterstützt die Entwicklung autonomer Fahrzeuge durch ausgewiesene Pilotzonen für intelligent vernetzte Fahrzeuge in Städten wie Peking, Schanghai und Guangzhou.

Pony.ai strebt 100.000 autonome Lkw auf chinesischen Straßen bis 2030 an
Das Unternehmen für selbstfahrende Technologien Pony.ai hat einen ehrgeizigen Fahrplan vorgelegt, um seine Flotte autonomer Lkw in China drastisch zu vergrößern, mit dem Ziel, bis 2030 100.000 leichte selbstfahrende Lkw einzusetzen. Der Plan kommt zu einem Zeitpunkt, da China, das einen der weltweit größten Straßenfrachtmärkte nach Volumen betreibt, danach strebt, Automatisierung in einen Logistiksektor zu integrieren, der mit Fahrermangel und steigenden Arbeitskosten konfrontiert ist.
Das in Guangzhou ansässige Unternehmen, das Ende 2024 an die NASDAQ ging und ein Jahrzehnt lang mit der Entwicklung automatisierter Fahren-Technologien für Robotaxis und Nutzfahrzeuge verbracht hat, sagt, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren zwischen 500 und 1.000 selbstfahrende Schwerlast-Lkw in ganz China einsetzen kann. Stand November 2025 betrieb Pony.ai eine Flotte von etwa 200 Lkw.
Schwere Roboter-Lkw sind für den Langstreckenfrachtverkehr vorgesehen, einschließlich Hafenlogistik, Ferntransport und spezialisierter Massenguttransporte in Westchina. Leichte autonome Fahrzeuge werden hauptsächlich in städtischen Umgebungen eingesetzt und verkehren auf Routen zwischen Einzelhandelsgeschäften, Vertriebszentren und Kühllogistik-Einrichtungen.
Pony.ai erzielte mit seinem Robotaxi-Service in China erste Erfolge, bevor das Unternehmen seine Operationen in den Nahen Osten und nach Europa ausweitete.
Kostenreduzierungen ermöglichen Skalierung
Vizepräsident He Xing sagte, das Unternehmen habe absichtlich auf günstige Bedingungen gewartet, bevor es die Massenproduktion anstrebte, und stellte fest, dass die Hardwarekosten erheblich gesunken seien – um etwa 70 % bei der neuesten Generation von Schwerlast-Lkw.
„Wir haben auf den richtigen Moment gewartet. Unsere Lkw-Technologie hatte bereits ein hohes Niveau erreicht, aber die Kosten für den Bau eines L4-Roboter-Lkw blieben hoch“, sagte He in einer Erklärung. L4, wie von der Society of Automotive Engineers definiert, bezeichnet den vollständig fahrerlosen Betrieb in bestimmten Szenarien.
„Die Reduzierung der ADK-Kosten [Autonomous Driving Kit] kam sowohl schweren als auch leichten Lkw zugute“, fügte He hinzu. „Deshalb sind wir früher nicht in die Großserienproduktion eingestiegen.“
Gemeinsamer Technologie-Stack
Alle drei Anwendungsgebiete von Pony.ai – Robotaxis, leichte Lkw und schwere Lkw – basieren auf derselben zugrunde liegenden Technologie. Robotaxis und leichte Lkw teilen sich etwa 90 % ihres zentralen Technologie-Stacks, da sie in ähnlichen städtischen Umgebungen operieren. Schwere Lkw erfordern eine fahrzeugspezifischere Anpassung, nutzen aber dieselbe Methodik zur Entscheidungsfindung.
Daten aus allen drei Anwendungen fließen in eine gemeinsame Entwicklungsschleife. PonyWorld 2.0, das proprietäre Weltmodell des Unternehmens, scannt die gesammelten Daten, um durch Selbstdiagnose und gezielte Datenerfassung Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Anforderungen an das Ökosystem
Um die für leichte Fahrzeuge angestrebte drastische Skalierung zu erreichen, sind mehr als nur fortschrittliche autonome Technologie und KI-Modelle erforderlich. Pony.ai betonte die Notwendigkeit von „Fahrzeugen, Frachtnachfrage, etablierten Betriebsnetzwerken, Wartungskapazitäten und Infrastruktur wie Logistikknotenpunkte und Ladeeinrichtungen.“
Das Unternehmen hat bei schweren Roboter-Lkw mit Sany Truck und bei leichten Fahrzeugen mit CATL, dem größten Batteriehersteller der Welt, zusammengearbeitet. Pony.ai stellt sich die Entstehung eines autonomen Driving-as-a-Service-Modells vor, bei dem Fahrzeughersteller die Lkw produzieren, Logistikpartner die Flotten besitzen und betreiben und Pony.ai seinen virtuellen Fahrer und technische Dienstleistungen bereitstellt.
Globaler Kontext
Während sich der aktuelle Roll-out auf China konzentriert, signalisierte Pony.ai Potenzial für autonome Lkw in Überseemärkten. In den Vereinigten Staaten führte Bot Auto früher in 2026 durch, was das Unternehmen als die erste „menschenlose“ kommerzielle Frachtfahrt des Landes bezeichnete, durch, und andere Unternehmen führen umfangreiche Tests durch, hauptsächlich in Texas und den südlichen Bundesstaaten. Chinas Regierung hat die Entwicklung autonomer Fahrzeuge durch ausgewiesene Pilotzonen für intelligent vernetzte Fahrzeuge in Städten wie Peking, Schanghai und Guangzhou unterstützt und inländischen Unternehmen umfangreiche realitätsnahe Testumgebungen geboten.
Quelle: AI Business