Polymarket startet perpetual Futures mit 20-fachem Hebel weltweit – aber nicht für US-Trader
Wichtige Erkenntnisse
- •Polymarket hat den Handel mit perpetual Futures öffentlich geöffnet und bietet bis zu 20x Hebel auf Krypto, Aktien, Rohstoffe und Indizes ohne Verfallsdatum an.
- •US-Trader ist die Nutzung des gehebelten Produkts untersagt, was die strengere US-Regulierung von Retail-Krypto-Derivaten widerspiegelt.
- •Der Konkurrent Kalshi hat perpetual Futures für US-Trader unter CFTC-Aufsicht gestartet – ein Zeichen für den breiteren Wandel der Branche Richtung Derivate.
- •Bei 20-fachem Hebel kann eine relativ geringe gegenläufige Kursbewegung eine Handelsposition vollständig liquidieren.
- •Die französische Glücksspielbehörde hat Polymarket für illegal erklärt und Internetdienstanbieter zur Sperrung des Zugangs verpflichtet.

Polymarket hat den Handel mit perpetual Futures für die Öffentlichkeit geöffnet und bietet internationalen Nutzern einen Hebel von bis zu 20-fach auf Krypto, Aktien, Rohstoffe und Indizes. Die Kontrakte haben kein Verfallsdatum und ermöglichen Tradern sowohl Long- als auch Short-Positionen. Perpetuals zählen inzwischen zu den am häufigsten gehandelten Instrumenten im Kryptobereich – Plattformen mit hohem Hebel wie Hyperliquid setzen täglich Volumen in Milliardenhöhe um, einen Markt, den Polymarket nun durch die Erweiterung über seine Kernprodukte im Bereich Ereignisprognosen hinaus anzuzapfen versucht. (VORSTELLUNG | Polymarket erweitert sein Angebot über Prognosemärkte hinaus mit 20x gehebelten Perps außerhalb der USA)
Die Ironie ist schwer zu übersehen: Polymarket ist bereit, Nutzern weltweit einen 20-fachen Hebel anzubieten, doch US-Trader sind vom selben Produkt ausgeschlossen. Die Dokumentation der Plattform untersagt ausdrücklich die Aufträge aus den Vereinigten Staaten, was die unterschiedliche regulatorische Behandlung von gehebelten Derivaten in dieser Rechtsordnung widerspiegelt. In den USA unterliegen gehebelte Retail-Krypto-Derivate in der Regel einer Registrierungs- und Aufsichtspflicht, weshalb der Zugang zu solchen Produkten üblicherweise über regulierte Stellen und nicht über Offshore-Plattformen erfolgt.
Der Schritt bringt Polymarket in direkte Konkurrenz zu Offshore-Derivatebörsen wie Hyperliquid, während US-Nutzer auf die separate US-Plattform verwiesen werden. Der Konkurrent im Bereich Prognosemärkte, Kalshi, hat unterdessen bereits perpetual Futures für US-Trader unter der Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gestartet – ein Zeichen für den breiteren Trend führender Prognosemarkt-Plattformen in den Handel mit Mainstream-Derivaten. Für die Nutzer sind die praktischen Folgen dieses Wettbewerbs erheblich: Ein hoher Hebel verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste, und bei einem 20-fachen Hebel kann eine relativ geringe gegenläufige Kursbewegung eine Position vollständig liquidieren. (Führende Prognosemarkt-Plattformen drängen in den Mainstream-Handel mit Derivaten)
Das regulatorische Paradox ist augenfällig: Ein Produkt, das für amerikanische Trader als zu problematisch gilt, um angeboten zu werden, kann anderweitig mit 20-fachem Hebel an berechtigte Kunden vermarktet werden. Diese Lücke verdeutlicht eine der zentralen Spannungen im Bereich der Krypto-Derivate – derselbe Hebel kann je nach Rechtsraum im Ausland als Hochrisikoprodukt und im Inland als reguliertes Finanzprodukt betrachtet werden. Wie weit Regulierungsbehörden in anderen Rechtsräumen diese Expansion dulden und ob Polymarket – wie Kalshi – einen regulierten Weg für Derivate in den USA einschlägt, wird bestimmen, wie weit dieser Vorstoß in den Mainstream-Handel reichen kann.
Der aufsichtsrechtliche Druck auf Polymarket beschränkt sich nicht auf die Vereinigten Staaten. In Frankreich hat die nationale Glücksspielbehörde Polymarket als illegal eingestuft und Internetdienstanbieter zur Sperrung des Zugangs zur Plattform verpflichtet. (REGULIERUNG | Französische Glücksspielbehörde stuft Polymarket als illegal ein und ordnet Sperrung durch Internetdienstanbieter an)