Raubkopien von „The Odyssey“ eingesetzt, um Krypto-Wallets mit Lumma Stealer anzugreifen
Wichtige Erkenntnisse
- •Raubkopien von „The Odyssey“ dienen als Verbreitungsweg für die Lumma-Stealer-Malware, anstatt den tatsächlichen Film zu enthalten.
- •Lumma Stealer, erstmals 2022 beobachtet und als Malware-as-a-Service verkauft, stiehlt nachweislich im Browser gespeicherte Passwörter, Cookies, AutoFill- und Kartendaten, Kryptowährungs-Wallet-Dateien und -Erweiterungen sowie Screenshots.
- •Die Berichte beschreiben, dass Krypto-Wallets ins Visier genommen werden – was nicht gleichbedeutend mit einem in jedem Fall bestätigten Diebstahl ist.
- •Im Mai 2025 beschlagnahmte Microsoft auf Grundlage einer US-gerichtlichen Anordnung rund 2.300 mit Lumma verbundene Domains; das US-Justizministerium stellte in Abstimmung mit Europol und Japans JPCERT/CC zusätzliche Infrastruktur sicher.
- •Microsoft berichtete, dass in den Wochen vor der Abschaltung mehr als 394.000 Windows-Geräte Kontakt zu Lumma-Kommando-und-Kontroll-Domains hatten und dass die Betreiber nach früheren Zerschlagungsversuchen Domains neu registrierten.

Berichten der Sicherheitsforschung und Medien zufolge werden Raubkopien von The Odyssey gezielt eingesetzt, um Kryptowährungs-Wallets mit der Malware Lumma Stealer anzugreifen – aus der Suche nach einer kostenlosen Kopie des Films wird so eine unmittelbare Bedrohung für Besitzer digitaler Vermögenswerte.
Wie die Raubkopien die Malware einschleusen
Die Kampagne konzentriert sich auf inoffizielle, raubkopierte Versionen von The Odyssey, nicht auf legale Streaming- oder Kaufkanäle. Statt den Film bereitzustellen, dienen diese Dateien als Köder, der darauf ausgelegt ist, Malware auf den Geräten der Nutzer zu installieren, die sie herunterladen, wie Bitdefender berichtet.
Die in der Kampagne identifizierte Malware ist Lumma Stealer, eine Familie von Informationsschädlingen (Infostealern), die bereits zur Ausspähung sensibler Daten auf infizierten Rechnern eingesetzt wurde. Berichte über die Kampagne verbinden die Raubkopien direkt mit Lumma Stealer, wie Decrypt im Detail ausführt. Der Einsatz von Raubkopien als Köder entspricht einem Verbreitungsmuster, das Sicherheitsanbieter seit Jahren dokumentieren: Infostealer werden routinemäßig über gefälschte oder manipulierte („gecrackte“) Downloads verbreitet und nicht über klassische Netzwerkangriffe.
Der in den Berichten bestätigte Zusammenhang ist eng begrenzt, aber eindeutig: Der Download ist der Einschleusungsweg, und Lumma Stealer ist die Nutzlast. Nutzer, die Raubkopien meiden und auf legale Kanäle setzen, sind diesem speziellen Köder nicht ausgesetzt.
Warum Lumma Stealer eine ernsthafte Bedrohung für Wallet-Besitzer ist
Für Kryptowährungs-Nutzer besteht die zentrale Sorge darin, dass Lumma Stealer darauf ausgelegt ist, den Zugriff auf Wallets und zugehörige Zugangsdaten zu kompromittieren, statt lediglich ein Gerät zu beeinträchtigen. Lumma, erstmals 2022 beobachtet und als Malware-as-a-Service-Abo über Untergrundforen und Telegram-Kanäle verkauft, stiehlt nach dokumentierten Erkenntnissen unter anderem im Browser gespeicherte Passwörter, Cookies, AutoFill- und Kartendaten sowie Kryptowährungs-Wallet-Dateien und -Erweiterungen und erstellt darüber hinaus Screenshots von infizierten Rechnern. Genau dieser Fokus auf den Diebstahl von Zugangsdaten macht einen Infostealer für jeden gefährlich, der digitale Vermögenswerte hält.
Die Formulierung der Berichte verdient Präzision: Sie beschreiben, dass Krypto-Wallets ins Visier genommen werden – das ist nicht gleichbedeutend mit einem in jedem Einzelfall bestätigten Diebstahl. Das Risiko besteht in der Offenlegung von Wallet-Daten und Login-Informationen, sobald ein Rechner infiziert wurde.
Lumma Stealer hat weit über diese einzelne Kampagne hinaus Aufmerksamkeit erregt. Microsoft hat breit angelegte, koordinierte Maßnahmen gegen das als beliebtes Cybercrime-Werkzeug genutzte Programm beschrieben, in seinem eigenen Bericht über die Operation. Bei dieser Aktion im Mai 2025 gab Microsoft an, auf Grundlage einer US-gerichtlichen Anordnung rund 2.300 Domains beschlagnahmt zu haben, während das US-Justizministerium in Abstimmung mit Europol und Japans JPCERT/CC zusätzliche Lumma-Infrastruktur sicherstellte. Microsoft berichtete zudem, dass in den Wochen vor der Abschaltung mehr als 394.000 Windows-Geräte Kontakt zu Lumma-Kommando-und-Kontroll-Domains hatten, und wies darauf hin, dass die Betreiber nach früheren Zerschlagungsversuchen Domains neu registriert hatten – Nutzer können sich also nicht allein auf solche Abschaltaktionen verlassen.
Die Risiken für die Wallet-Sicherheit ähneln anderen jüngsten Vorfällen, bei denen die Offenlegung von Zugangs- und Kundendaten Kryptowährungs-Nutzer gefährdet hat – darunter die Untersuchung des Datenlecks bei Bits of Gold über einen Drittanbieter. Sie überschneiden sich zudem mit Debatten über Self-Custody, etwa in Berichten über Bitstamp und Einzahlungen aus Self-Custody-Wallets.
Worauf Leser achten sollten
Die klarste Präventionsbotschaft, die sich aus den Berichten ableiten lässt, ist einfach: Raubkopien von The Odyssey nicht herunterladen und ähnliche inoffizielle Software-Angebote meiden. Inoffizielle Quellen sollten als direktes Risiko für die Wallet-Sicherheit betrachtet werden, nicht nur als Urheberrechtsproblem.
Die weiterreichende Erkenntnis aus der Kampagne: Unterhaltungs-Köder werden gezielt gegen Kryptowährungs-Nutzer eingesetzt, indem Wallet-Diebstahlsversuche in etwas so Alltägliches wie einen Film-Download eingebettet werden. Für Besitzer digitaler Vermögenswerte bleibt Wachsamkeit bezüglich der Herkunft von Dateien die praktische Verteidigung gegen diese Art von Bedrohung, da Infostealer sensible Daten still auslesen können, oft ohne offensichtliche Anzeichen dafür, dass ein Gerät kompromittiert wurde.