Gesetz zur Quantenbereitschaft rückt Risiken für Krypto-Verschlüsselung wieder in den Fokus
Wichtige Erkenntnisse
- •Der National Quantum Readiness Act wurde von den Senatoren Mike Rounds und Richard Blumenthal eingebracht, um den Einsatz von Quanten-Sensing-Technologie im Pentagon zu beschleunigen.
- •Der Gesetzentwurf würde das Verteidigungsministerium verpflichten, innerhalb von 60 Tagen nach Inkrafttreten mindestens drei prioritäre Quanten-Sensorprojekte zu benennen und deren Einführung bis zum 30. Sept. 2028 anzustreben.
- •Die Gesetzgebung sieht eine Koordinierung zwischen dem Verteidigungsministerium, dem Handelsministerium, dem Energieministerium und der National Science Foundation zur Unterstützung privater Quantenpartnerschaften vor.
- •Die Maßnahme richtet sich nicht gegen Kryptowährungen und verlangt keine Änderungen an den Sicherheitssystemen von Blockchain-Netzwerken.
- •US-Behörden bereiten sich bereits auf Post-Quanten-Kryptografie vor, nachdem eine Executive Order vom 22. Juni den Übergang zu NIST-genehmigten Standards angeordnet hat.

Zwei US-Senatoren haben Gesetzgebung eingebracht, die darauf abzielt, die Einführung von Quanten-Sensortechnologie im Pentagon zu beschleunigen. Dies ist Teil einer breiteren staatlichen Anstrengung, die Position des Landes in einem sich rasch entwickelnden Bereich zu stärken, der Verteidigung, Cybersicherheit und Hochleistungsrechnen verändern könnte.
Der National Quantum Readiness Act, eingebracht von den Senatoren Mike Rounds und Richard Blumenthal, würde das Verteidigungsministerium verpflichten, innerhalb von 60 Tagen nach Inkrafttreten mindestens drei prioritäre Quanten-Sensorprojekte zu benennen und das Ziel festzulegen, diese Systeme bis zum 30. Sept. 2028 einzusetzen.
Der Gesetzentwurf fordert außerdem eine Koordinierung zwischen dem Verteidigungsministerium, dem Handelsministerium, dem Energieministerium und der National Science Foundation, um Partnerschaften mit privaten Quantenunternehmen zu unterstützen.
Die Gesetzgebung richtet sich nicht gegen Kryptowährungen und verlangt auch nicht, dass Blockchain-Netzwerke ihre Sicherheitssysteme ändern. Sie kommt jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem sich Regierungen weltweit auf die Möglichkeit vorbereiten, dass leistungsstarke Quantencomputer künftig einige der heutigen Verschlüsselungsmethoden herausfordern könnten, was Quantenpolitik weit über die Beschaffung für die Verteidigung hinaus relevant macht.
Warum Krypto das Wettrennen um Quanten beobachtet
Die Sorge um digitale Vermögenswerte rührt von der Kryptografie her.
Bitcoin, Ethereum und viele andere Blockchain-Netzwerke verlassen sich auf Public-Key-Kryptografie, um Transaktionen zu autorisieren und Nutzervermögen zu schützen. Aktuelle Computer können diese Systeme nicht brechen, und heutige Quantenmaschinen sind dazu ebenfalls nicht in der Lage.
Die langfristige Sorge besteht darin, dass ausreichend fortgeschrittene Quantencomputer bestimmte mathematische Probleme leichter lösbar machen könnten, was einige Formen der Public-Key-Verschlüsselung potenziell gefährden würde.
Deshalb entwickeln Regierungen und Forscher Post-Quanten-Kryptografie, oder PQC — Verschlüsselungsmethoden, die Angriffen künftiger Quantencomputer standhalten sollen.
Auch die US-Regierung hat bereits mit der Planung für diesen Übergang begonnen. Eine Executive Order vom 22. Juni wies Bundesbehörden an, auf vom National Institute of Standards and Technology genehmigte Post-Quanten-Standards hinzuarbeiten und Betreiber kritischer Infrastrukturen auf künftige kryptografische Risiken vorzubereiten.
Was das für Blockchain-Netzwerke bedeutet
Für Krypto-Projekte geht es eher um Vorbereitung als um eine unmittelbare Sicherheitsbedrohung.
Bitcoin verwendet elliptische Kurven-Digital signaturen, während Ethereum-Konten ebenfalls auf elliptischer Kurven-Kryptografie beruhen. Theoretisch könnte ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer diese Systeme kompromittieren. Forschende haben jedoch noch keine Quantenmaschinen gebaut, die dazu in der Lage wären.
Derzeit gibt es zudem keine staatlichen Vorgaben, die Bitcoin, Ethereum, Börsen oder Blockchain-Entwickler dazu zwingen, Post-Quanten-Standards einzuführen.
Ein solcher Übergang würde wahrscheinlich von Entscheidungen der Blockchain-Communities, Entwickler und Infrastruktur-Anbieter abhängen. Die Änderung kryptografischer Systeme könnte umfangreiche technische Upgrades und eine Koordination über Netzwerke hinweg erfordern, weshalb das Thema sowohl in der öffentlichen Planung als auch in der privaten Infrastruktur Teil einer breiteren Standardisierungsdebatte geworden ist.
Warum das wichtig ist
Die US-Quantenstrategie konzentriert sich darauf, Fähigkeiten aufzubauen, bevor die Technologie zu einem Sicherheitsrisiko wird.
Quanten-Sensing hat unmittelbarere Verteidigungsanwendungen, darunter Navigation, wenn GPS-Signale nicht verfügbar sind, sowie fortgeschrittene Detektionssysteme.
Für die Krypto-Branche wird die Quanten-Debatte Teil einer breiteren Diskussion über die langfristige Resilienz von Blockchains, insbesondere da Bundesbehörden mit der Planung für Post-Quanten-Standards beginnen und Betreiber kritischer Infrastrukturen aufgefordert werden, dasselbe zu tun.
Die unmittelbaren Prioritäten für Bitcoin und Ethereum bleiben Netzwerksicherheit, Akzeptanz und Entwicklung. Doch da Regierungen und Branchen auf Post-Quanten-Sicherheitsstandards zusteuern, könnten Blockchain-Projekte irgendwann prüfen müssen, ob ihre aktuellen kryptografischen Designs einer künftigen Quantenära standhalten können.