Pakistans Krypto-Chef plädiert für eine nationale Bitcoin-Reserve
Wichtige Erkenntnisse
- •Bilal Bin Saqib hat vorgeschlagen, bereits in staatlichem Gewahrsam befindliche Bitcoin in eine Strategic Bitcoin Reserve zu überführen, die über eine nationale Wallet verwaltet wird.
- •Bis Februar 2026 meldete Pakistan, dass der erste Governance-Meilenstein für die formelle Verwahrung staatlich gehaltener digitaler Vermögenswerte erreicht worden sei.
- •Die Regierung Pakistans hat außerdem 2.000 Megawatt überschüssiger Stromkapazität für Bitcoin-Mining und KI-Rechenzentren umgeleitet.
- •Der Virtual Assets Act 2026 etablierte PVARA als Regulierungsbehörde für digitale Vermögenswerte und schuf ein Lizenzportal für Anbieter virtueller Vermögenswerte.
- •Pakistan verfügt Schätzungen zufolge über rund 40 Millionen Nutzer digitaler Vermögenswerte und gehört damit zu den größten Retail-Kryptomärkten der Welt.

Pakistan bewegt sich über vorsichtiges Interesse an Bitcoin hinaus — das Land bereitet sich darauf vor, es als Staatsvermögen zu halten.
Bilal Bin Saqib, Vorsitzender der Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority (PVARA), hat die Idee auf globalen Krypto-Konferenzen vorgestellt: Pakistan sollte Bitcoin als strategischen nationalen Vermögenswert halten. Nicht für den Handel, nicht für Spekulation, sondern für staatliche Vorsorge.
Die Idee hat seit 2025 bei Regierungen an Bedeutung gewonnen. Die Vereinigten Staaten richteten im März 2025 per Präsidialerlass eine Strategic Bitcoin Reserve ein, El Salvador hat seit der Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel im Jahr 2021 Bestände aufgebaut, und Bhutans staatliche Investmentgesellschaft hat ihre Bestände durch Wasserkraft-Mining vergrößert. Pakistans Vorschlag würde diese kleine Gruppe um einen der größten Retail-Kryptomärkte der Welt erweitern — und, in Saqibs Darstellung, dies mit Coins tun, die der Staat bereits hält.
Von beschlagnahmten Coins zu staatlichen Reserven
Das Konzept tauchte erstmals während Saqibs Keynote auf der Bitcoin Vegas 2025 am 29. Mai 2025 auf, als er einen Plan skizzierte, bereits in staatlichem Gewahrsam befindliche Bitcoin anderweitig zu nutzen. Strafverfolgungsbehörden in ganz Pakistan haben im Laufe der Jahre im Zuge verschiedener Strafverfahren digitale Vermögenswerte beschlagnahmt, und diese Coins lagen bislang größtenteils brach. Saqibs Vorschlag ist es, diesen Bestand in eine Strategic Bitcoin Reserve zu überführen, die über eine nationale Wallet verwaltet wird.
Bis Februar 2026 berichtete Saqib, dass der erste Governance-Meilenstein erreicht worden sei: die Überführung staatlich gehaltener digitaler Vermögenswerte in formelle Verwahrungsvereinbarungen, die auf Transparenz und Rechenschaftspflicht ausgelegt sind.
Die Reserve-Strategie ist Teil einer deutlich größeren digitalen Neuordnung. Die Regierung Pakistans hat zudem beschlossen, 2.000 Megawatt überschüssigen Stroms für Bitcoin-Mining und den Betrieb von KI-Rechenzentren umzuleiten. Die Energiezuweisung berührt ein seit Langem bestehendes innenpolitisches Problem: Der Stromsektor Pakistans weist in den vergangenen Jahren überschüssige vertraglich gebundene Kapazitäten auf, wobei Kapazitätszahlungen an Erzeuger fällig sind, unabhängig davon, wie viel Strom tatsächlich abgenommen wird.
Aufbau des regulatorischen Rahmens
Pakistan hat den Virtual Assets Act 2026 verabschiedet, der PVARA offiziell als Regulierungsbehörde für digitale Vermögenswerte des Landes etablierte und ein Lizenzportal für Anbieter virtueller Vermögenswerte schuf. Die gesamte Lizenzierungsinfrastruktur wurde Berichten zufolge mit einem Budget von etwa $200,000 aufgebaut, was rund 8% des Gesamtbudgets der Behörde entspricht.
Das Gesetz markiert eine deutliche Kehrtwende in der offiziellen Haltung. Noch 2018 untersagte die State Bank of Pakistan Banken und Finanzinstituten, Transaktionen mit virtuellen Währungen zu verarbeiten, und Pakistan stand jahrelang auf der FATF-"grey list" der unter verstärkter Beobachtung stehenden Jurisdiktionen, bevor es im Oktober 2022 gestrichen wurde. Ein Lizenzsystem mit formeller Aufsicht ist ein grundlegend anderer Ansatz — einer, der virtuelle Vermögenswerte als zu überwachende Aktivität und nicht als auszuschließende betrachtet.
Saqib, der vor seiner Übernahme des PVARA-Vorsitzes im Mai 2025 als CEO des Pakistan Crypto Council tätig war, stellt digitale Vermögenswerte konsequent nicht als spekulative Instrumente, sondern als Mittel zur finanziellen Inklusion dar. In einem Land mit rund 240 Millionen Einwohnern, in dem ein erheblicher Teil der Bevölkerung weiterhin keinen Zugang zu Bankdienstleistungen hat, hat diese Einordnung großes Gewicht.
Pakistan hat Berichten zufolge etwa 40 Millionen Nutzer digitaler Vermögenswerte, was es zu einem der größten Retail-Kryptomärkte der Welt macht. Bis vor Kurzem befand sich jedoch nahezu die gesamte Aktivität in einer Grauzone — ohne formalen Regulierungsrahmen, ohne Verbraucherschutz und ohne Mechanismus, mit dem der Staat von der innerhalb seiner Grenzen stattfindenden Aktivität profitieren konnte. Die offenen Fragen sind nun praktischer Natur: Wie viele Anbieter sich über das neue Portal registrieren, wie die Bestände der Reserve unter den neuen Verwahrungsregelungen bewertet und ausgewiesen werden und wie der Übergang von informellen zu lizenzierten Kanälen für die zig Millionen Nutzer des Landes verläuft.
Quelle: CryptoBriefing