NachrichtenKryptoTether-gestützte Börse Orionx stellt den Betrieb ein: Forensisches Audit findet 7 Millionen US-Dollar an Kundengeldern in externen Wallets

Tether-gestützte Börse Orionx stellt den Betrieb ein: Forensisches Audit findet 7 Millionen US-Dollar an Kundengeldern in externen Wallets

Autor: Hokanews·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein forensisches Audit fand über 7 Millionen US-Dollar an Orionx-Kundengeldern, die zwischen 2018 und 2021 in extern kontrollierte Wallets transferiert wurden.
  • Orionx hat Auszahlungen für mehr als 100.000 Nutzer eingefroren und führt einen stufenweisen Schließungs- und Rückführungsprozess durch.
  • Die Börse hat Strafanzeigen gegen zwei Mitgründer eingereicht, die jegliches Fehlverhalten bestreiten.
  • Die chilenische Financial Market Commission lehnte Orionx' Registrierungsantrag nach dem Fintech-Gesetz ab und beaufsichtigt weder die Schließung noch das Rückführungsverfahren.
  • Die geprüften Transaktionen betrafen Bitcoin, Ethereum, XRP und Polygon.
Tether-gestützte Börse Orionx stellt den Betrieb ein: Forensisches Audit findet 7 Millionen US-Dollar an Kundengeldern in externen Wallets

Die von Tether unterstützte chilenische Kryptobörse Orionx stellt ihren Betrieb dauerhaft ein, nachdem ein forensisches Audit mehr als 7 Millionen US-Dollar an Kundengeldern identifizierte, die in Wallets außerhalb der Kontrolle des Unternehmens transferiert worden waren. Dies geht aus Informationen hervor, die Coin Bureau auf X veröffentlichte und die Orionx anschließend im Detail bestätigte.

Die Börse hat Auszahlungen ausgesetzt, was mehr als 100.000 Nutzer betrifft, während sie ein formales Schließungs- und Rückführungsverfahren einleitet. Orionx erklärte, die forensische Prüfung habe Transaktionen mit Kundengeldern gefunden, die in extern kontrollierte Wallets verschoben wurden. Das Unternehmen hat zudem Strafanzeigen gegen zwei Mitgründer eingereicht, die jegliches Fehlverhalten bestreiten.

Audit verfolgt Vermögenstransfers bis 2018–2021 zurück

Den von Coin Bureau zitierten Informationen zufolge fanden die vom forensischen Audit identifizierten Transaktionen zwischen 2018 und 2021 statt und betrafen Bitcoin, Ethereum, XRP und Polygon.

Orionx bestätigte, dass das Asset-Konten betraf, die an nicht vom Unternehmen verwaltete Wallets übertragen worden waren – der Betrag überstieg 7 Millionen US-Dollar. Die Börse erklärte, sie habe die Ergebnisse den chilenischen Staatsanwälten gemeldet und Strafanzeige gegen ehemalige Führungskräfte erstattet.

Das Unternehmen hat nicht zugesagt, dass Kunden sofort eine vollständige Entschädigung erhalten. Stattdessen wurden Auszahlungen vorübergehend eingefroren, während ein stufenweiser Schließungs- und Wiederherstellungsprozess umgesetzt wird. Orionx erklärte, die Aussetzung solle sicherstellen, dass alle Kunden während der Abwicklung gleichbehandelt werden, anstatt einigen Nutzern Abhebungen vor anderen zu ermöglichen.

Chilenische Aufsichtsbehörde stellt klar: Orionx stand nicht unter Aufsicht

Die Schließung erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter regulatorischer Prüfung von Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte in Chile. Die Financial Market Commission (CMF) erklärte am 4. September, dass sie Orionx' Antrag vom Juni auf Registrierung und Autorisierung nach dem chilenischen Fintech-Gesetz abgelehnt hatte, das 2023 in Kraft trat und ein Registrierungssystem für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen im Land schuf.

Die Aufsichtsbehörde betonte zudem, dass Orionx keine beaufsichtigte Einrichtung war und dass die CMF weder die Schließung noch das Rückführungsverfahren leitet. Sie erklärte, sie habe keine Befugnis, die Rückgabe von Kundengeldern oder Vermögenswerten der Börse anzuordnen.

Der regulatorische Status ist bedeutsam für Kunden, die Klarheit über den Wiederherstellungsprozess suchen. Da die CMF die Abwicklung nicht beaufsichtigt, bleibt die Verantwortung für die Schließung und die Rückführung der Vermögenswerte bei Orionx und den zuständigen Rechtsbehörden.

Verwahrungsrisiken wieder im Fokus

Der Fall Orionx verdeutlicht die Risiken, die entstehen können, wenn Kryptobörsen Kundengelder in Verwahrung halten, ohne Mechanismen zu bieten, mit denen Nutzer oder Aufsichtsbehörden die Vermögenswerte, die den gemeldeten Kontoständen zugrunde liegen, unabhängig überprüfen können. Ähnliche Verwahrungsversagen gingen anderen prominenten Börsenzusammenbrüchen voraus, darunter FTX im Jahr 2022, wonach Proof-of-Reserves-Nachweise in der Branche verbreiteter wurden.

Für die breitere Kryptobranche unterstreicht der Vorfall zudem die Bedeutung transparenter Verwahrungskontrollen, interner Unternehmensführung und regulatorischer Aufsicht – insbesondere da Börsen zunehmend größere Privatkundengruppen bedienen wollen.

Die unmittelbare Frage ist, wie viel der verlorenen Vermögenswerte wiederbeschafft werden kann und welcher Anteil gegebenenfalls letztlich an die mehr als 100.000 betroffenen Nutzer zurückgezahlt werden kann. Orionx hat die erste Phase ihres Schließungs- und Rückführungsplans begonnen, während die Strafanzeigen gegen die ehemaligen Führungskräfte vorangetrieben werden.

Quelle: Hokanews