Oracle startet neue Entlassungsrunde, während KI die globale Belegschaft verändert
Wichtige Erkenntnisse
- •Die für September gemeldeten Entlassungen bei Oracle sollen schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Beschäftigte betreffen, wurden vom Unternehmen jedoch nicht öffentlich bestätigt.
- •Oracles weltweite Belegschaft schrumpfte zwischen Mai 2025 und Mai 2026 um etwa 21.000 Personen, während die Abfindungskosten auf $1,84 Milliarden stiegen.
- •Oracle erklärte in seinem Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026, dass die Einführung und der Einsatz von KI-Technologien zu einem Abbau der Belegschaft geführt haben und künftig weiter führen könnten.
- •Das Unternehmen gab im Geschäftsjahr 2026 $55,7 Milliarden für Investitionen aus und erwartet für das Geschäftsjahr 2027 Infrastrukturinvestitionen von $90 Milliarden bis $95 Milliarden.
- •Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur stieg im Geschäftsjahr 2026 um 77 %, und Oracles Auftragsbestand erhöhte sich um 26 % auf $664 Milliarden.

Oracle hat laut Berichten eine weitere Entlassungsrunde eingeleitet, von der schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Beschäftigte betroffen sind. Die Stellenstreichungen traten am 14. September 2026 in Kraft, wurden von Oracle jedoch nicht offiziell bestätigt. Das Unternehmen lehnte es ab, den Umfang oder die Größenordnung der Reduzierungen zu kommentieren.
Die Entlassungen im September folgen auf einen umfassenderen Abbau der Belegschaft. Zwischen Mai 2025 und Mai 2026 sank die weltweite Mitarbeiterzahl von Oracle von 162.000 auf 141.000 – ein Nettoabbau von etwa 21.000 Personen beziehungsweise rund 13 % der Gesamtbelegschaft. Im selben Zeitraum stiegen die Abfindungskosten von $374 Millionen auf $1,84 Milliarden. Oracles Restrukturierungsplan für 2026 sieht erwartete Gesamtkosten von bis zu $2,8 Milliarden vor.
Oracle hat einen Teil des Stellenabbaus zudem direkt mit künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht. In seinem Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026 erklärte das Unternehmen: „Die Einführung und der Einsatz von KI-Technologien in unseren Geschäftsbereichen haben zu einem Abbau unserer Belegschaft geführt und könnten auch künftig dazu führen.“ Nur wenige Unternehmen von Oracles Größe haben den Abbau von Arbeitsplätzen in einer behördlichen Einreichung so ausdrücklich auf die Einführung von KI zurückgeführt. Die Formulierung im Bericht deutet darauf hin, dass Oracle Veränderungen bei der Belegschaft im Zusammenhang mit KI als fortlaufende Möglichkeit und nicht als einmaliges Ereignis betrachtet.
Die Entlassungen erfolgen, während Oracle eines der umfangreichsten Infrastruktur-Investitionsprogramme seiner Geschichte verfolgt. Das Unternehmen gab im Geschäftsjahr 2026 $55,7 Milliarden für Investitionen aus – mehr als doppelt so viel wie die im Vorjahr ausgegebenen $21,2 Milliarden –, um die Rechenzentrumskapazitäten für Cloud-Kunden wie Nvidia, OpenAI, Meta, AMD und xAI auszubauen. Der Gegensatz zwischen steigenden Infrastrukturverpflichtungen und einer sinkenden Mitarbeiterzahl ordnet Oracles Restrukturierung in einen umfassenderen Wandel bei der Ressourcenverteilung zugunsten von Cloud- und KI-bezogenen Kapazitäten ein.
Diese Ausgaben überstiegen Oracles Mittelzuflüsse deutlich und führten zu einem negativen freien Cashflow von $23,7 Milliarden. Das Unternehmen nahm $43 Milliarden an Schulden auf und beschaffte $5 Milliarden über Eigenkapital, um die Finanzierungslücke zu schließen. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert Oracle Investitionen zwischen $90 Milliarden und $95 Milliarden. Angesichts des Umfangs dieser geplanten Ausgaben wird Oracles Fähigkeit, den Ausbau der Infrastruktur umzusetzen und gleichzeitig Restrukturierungskosten sowie den Finanzierungsbedarf zu steuern, weiterhin ein wichtiger Beobachtungspunkt sein.
Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur stieg im Geschäftsjahr 2026 um 77 %, während Oracles Auftragsbestand 26 % auf $664 Milliarden zulegte. Diese Zahlen deuten auf eine anhaltende Nachfrage nach Oracles Dienstleistungen hin, obwohl die Belegschaft schrumpft. Sie zeigen jedoch nicht, wie sich diese Nachfrage auf die künftige Beschäftigtenzahl auswirken wird.
Berichten aus dem August 2026 zufolge waren Manager bei Oracle gebeten worden, vor dem 1. September Mitarbeiterlisten zur Prüfung einzureichen. Einige Teams sahen sich dabei mit prozentual zweistelligen Reduzierungen konfrontiert. Der 14. und der 15. September wurden intern als mögliche Termine für weitere Kürzungen genannt. Die Runde vom 14. September fand ohne öffentliche Bestätigung durch Oracle statt. Das Unternehmen hat nicht mitgeteilt, ob weitere Reduzierungen geplant sind. Eine Bestätigung der gemeldeten Entlassungen durch Oracle, Angaben zu den betroffenen Funktionen und Aktualisierungen seiner Restrukturierungspläne würden Umfang und Richtung der Veränderungen bei der Belegschaft genauer erkennen lassen.
Quelle: https://technext24.com/news/oracle-cuts-job-as-ai-reshapes-workforce/