Oracle bereitet eine neue Entlassungsrunde vor, da die Ausgaben für die KI-Infrastruktur steigen
Wichtige Erkenntnisse
- •Oracle plant in diesem Monat eine weitere Runde von Stellenkürzungen, wobei einige Teams vor dem 1. September potenziell zweistellige prozentuale Reduzierungen erfahren könnten.
- •Die Kapitalaufwendungen des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2026 erreichten 55,7 Milliarden US-Dollar, mehr als das Doppelte der im Vorjahr ausgegebenen 21,2 Milliarden US-Dollar, was zu einem Mittelabfluss von 23,7 Milliarden US-Dollar führte.
- •Oracle reduzierte seine Belegschaft um etwa 21.000 Mitarbeiter oder 13 %, wodurch die Gesamtzahl der Mitarbeiter bis zum 31. Mai 2026 auf etwa 141.000 sank.
- •Um den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu finanzieren, nahm Oracle im Geschäftsjahr 2026 43 Milliarden US-Dollar über Schulden und 5 Milliarden US-Dollar über Eigenkapital auf und erwartet, im kommenden Jahr rund 40 Milliarden US-Dollar mehr aufzunehmen.
- •Oracles Cloud-Infrastruktur-Segment wuchs im Geschäftsjahr 2026 um 77 %, was zu einem Gesamtumsatzwachstum von 17 % beitrug, angetrieben durch die Nachfrage von Kunden wie OpenAI.

Oracle Corporation (ORCL) plant in diesem Monat eine weitere Runde von Stellenkürzungen, da das Unternehmen weiterhin massiv in die KI-Infrastruktur investiert, einem Bericht von Business Insider zufolge.
Der Bericht, der sich auf mit den Plänen vertraute Personen und ein internes Dokument beruft, deutet darauf hin, dass die Kürzungen bei einigen Teams zweistellige Prozentwerte erreichen könnten. Managern wurde Berichten zufolge aufgetragen, die betroffenen Mitarbeiter zu identifizieren, wobei Oracle darauf abzielt, seine Gehaltsliste vor dem 1. September zu reduzieren – dem Beginn seines zweiten Fiskalquartals. Oracle lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Die ORCL-Aktie ist im laufenden Jahr um fast 26 % gefallen, gedrückt durch breitere Bedenken der Wall Street hinsichtlich ausufernder Kapitalausgaben im Technologiesektor sowie durch Befürchtungen, dass KI die Nachfrage nach traditionellen Softwareprodukten mindern könnte. Oracle-Chef Larry Ellison wies diese Bedenken während eines Telefonats zu Quartalsergebnissen im März zurück und sagte Analysten, er glaube, dass die Bedrohung die Wettbewerber, aber nicht Oracle treffen werde.
Oracle ist nicht das einzige Unternehmen, das mit dieser Spannung konfrontiert ist. Auch Konkurrenten wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud haben zig Milliarden für den Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten für KI-Workloads zugesagt und mussten sich jeweils von Investoren erklären, wie schnell sich diese Ausgaben in Rendite umwandeln lassen. Was Oracle auszeichnet, ist das Tempo, in dem es im Verhältnis zu seiner Größe seinen Infrastruktur-Fußabdruck hochskaliert und sich als Alternative zu den etablierten Hyperscalern für KI-Entwickler positioniert, die Rechenkapazitäten suchen.
Die Kosten von Oracles KI-Ausbau
Oracles Kapitalaufwendungen für das Geschäftsjahr 2026 beliefen sich auf 55,7 Milliarden US-Dollar, mehr als das Doppelte der im Vorjahr ausgegebenen 21,2 Milliarden US-Dollar. Dieses Ausgabenniveau führte bei dem Unternehmen zu einem Mittelabfluss von 23,7 Milliarden US-Dollar mehr als erwirtschaftet wurde.
Um die Lücke zu schließen, nahm Oracle im Geschäftsjahr 2026 43 Milliarden US-Dollar über die Schuldenmärkte und weitere 5 Milliarden US-Dollar über die Ausgabe von Eigenkapital auf. Das Unternehmen erwartet, im kommenden Jahr durch Kreditaufnahme und Aktienverkäufe weitere rund 40 Milliarden US-Dollar aufzunehmen. Oracle hatte ursprünglich Anfang Februar erklärt, dass es im Jahr 2026 damit rechne, zwischen 45 Milliarden und 50 Milliarden US-Dollar zur Erweiterung seiner Cloud-Infrastrukturkapazität aufzunehmen.
Oracle hat den steigenden Bedarf als Grund für die Ausgaben angeführt. Das Unternehmen verzeichnete im Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 17 %, wobei sein Cloud-Infrastruktur-Segment um 77 % wuchs, angetrieben durch die Nachfrage nach Rechenleistung zur Unterstützung von KI-Workloads. OpenAI gehört zu den Kunden, für die Oracle Kapazitäten aufbaut.
Belegschaft bereits stark getroffen
Die jüngste geplante Kürzungsrunde folgt auf ein Jahr mit erheblichen Umstrukturierungen. Oracles Belegschaft schrumpfte bis zum 31. Mai 2026 auf etwa 141.000 Vollzeitbeschäftigte, verglichen mit 162.000 ein Jahr zuvor – ein Rückgang von 21.000 Mitarbeitern oder 13 %.
Das Unternehmen verzeichnete in diesem Jahr unter seinem 2026 Restructuring Plan Restrukturierungskosten von 1,8 Milliarden US-Dollar, wobei die voraussichtlichen Gesamtkosten bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar betragen. Oracle hat erklärt, dass der Personalabbau teilweise auf den internen Einsatz von KI-Technologien zurückzuführen ist.
Die jüngsten geplanten Kürzungen deuten darauf hin, dass Oracle weiterhin nach Möglichkeiten sucht, die Kosten seiner Expansion durch Gehaltseinsparungen beim Eintritt in das neue Fiskalquartal zu kompensieren. Die Kombination aus aggressiver Kreditaufnahme, Eigenkapitalverwässerung und anhaltendem Personalabbau unterstreicht, in welchem Maße Oracle seine Zukunft auf die Nachfrage nach KI-Infrastruktur setzt – und den Druck, zu zeigen, dass sich diese Wette auszahlen wird.