OpenAI erwirbt Patente von der altman-unterstützten Rain AI nach gescheiterten Übernahmegesprächen
Wichtige Erkenntnisse
- •OpenAI erwarb eine nicht genannte Anzahl von Patenten von Rain AI, nachdem Gespräche über eine vollständige Übernahme gescheitert waren; über Mitarbeiterwechsel wurde nichts bekannt.
- •Rain AI, 2018 zur Entwicklung neuromorpher Verarbeitungseinheiten gegründet, hat nahezu alle Mitarbeiter verloren und den Betrieb eingestellt, nachdem die finanziellen Mittel aufgebraucht waren.
- •Apples Klage gegen OpenAI behauptet, dass etwa 400 ehemalige Apple-Ingenieure vertrauliche Hardware-Informationen zu dem KI-Unternehmen mitgebracht haben, woraufhin OpenAI einen Antrag auf Abweisung einreichte.
- •OpenAI stellte im Juni seinen Jalapeno-Inferenz-Chip in Zusammenarbeit mit Broadcom vor und behauptete, dieser werde die Inferenzkosten um die Hälfte senken.
- •Große KI-Labore including Anthropic, Meta und Google entwickeln unabhängig voneinander kundenspezifisches Silizium, um die Abhängigkeit von teuren Nvidia-GPUs zu reduzieren.

OpenAI hat eine Reihe von Patenten vom Chip-Startup Rain AI erworben, nachdem Verhandlungen über den vollständigen Kauf des Unternehmens gescheitert waren. Die Ankündigung enthielt weder den Kaufpreis noch die Anzahl der involvierten Patente.
Rain AI hatte zuvor persönliche Investitionen von Sam Altman, dem CEO von OpenAI, erhalten. Der Patenterwerb erfolgt, während OpenAI sich gleichzeitig vor Gericht gegen Apples Vorwürfe der Aneignung von Hardware-Handelsgeheimnissen verteidigt und in dieser Woche einen Antrag auf Abweisung der Klage eingereicht hat.
Gescheiterte Übernahme, wertvolles geistiges Eigentum
OpenAI und Rain AI konnten sich nicht auf eine vollständige Übernahme einigen, doch OpenAI ging mit einem Teil des Patentportfolios von Rain AI aus den Verhandlungen hervor. Die Aussichten für Rain AI sind düster: Das Startup hat nahezu alle seine Mitarbeiter verloren und der Betrieb ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Ein Mitarbeiterwechsel von Rain AI zu OpenAI wurde nicht angekündigt, wie The Information berichtet.
OpenAI hat nicht öffentlich bekannt gegeben, wofür die erworbenen Patente verwendet werden sollen. Der Erwerb von geistigem Eigentum ohne das ursprüngliche Team ist bei Halbleitergeschäften ungewöhnlich, da der Wert oft bei den Ingenieuren liegt, die die Technologie entwickelt haben. Ohne die Erfinder können Patente dennoch als defensive Vermögenswerte gegen Verletzungsansprüche oder als Bausteine für künftige hauseigene Designs dienen.
Die Altman-Verbindung
Rain AI wurde 2018 gegründet und spezialisierte sich auf neuromorphe Verarbeitungseinheiten — Chips, die darauf ausgelegt sind, Merkmale des menschlichen Gehirns nachzuahmen, um den Energieverbrauch zu senken und die Kosten für das Training von KI-Modellen zu senken. Neuromorphes Computing hat das Interesse von Forschern und nationalen Laboren als potenzieller Weg zu deutlich effizienterer KI-Hardware geweckt, aunque sich die Kommerzialisierung als schwierig erwiesen hat. Rain AI ist nicht das einzige Unternehmen, das in diesem Bereich Schwierigkeiten hat; Intels eigenes neuromorphes Forschungsprogramm, Loihi, ist seit Jahren weitgehend experimentell geblieben.
Die Beziehung zwischen OpenAI und Rain AI geht mehrere Jahre zurück. Im Jahr 2019 unterzeichnete OpenAI eine Absichtserklärung (LOI) über den Kauf von Chips im Wert von 51 Millionen Dollar, sobald Rain AI mit der Produktion beginnen würde. Diese Chips wurden nie geliefert.
Rain AI schöpfte schließlich seine finanziellen Mittel aus und verlor seine Kundenbasis. Etwa um 2025 begann das Unternehmen, einen Käufer zu suchen. Eine geplante Series-B-Finanzierungsrunde über 150 Millionen Dollar kam nicht zustande.
Apple-Klage geht weiter
Apples Klage gegen OpenAI wirft vor, dass ehemalige Apple-Ingenieure vertrauliche Hardware-Informationen zu OpenAI mitgebracht haben. Apple behauptet, dass etwa 400 seiner ehemaligen Ingenieure nun bei dem KI-Unternehmen beschäftigt sind, wie TechCrunch berichtet.
OpenAI reichte einen Antrag auf Abweisung ein und argumentierte, dass Apples eigene Praktiken die Situation herbeigeführt hätten. OpenAI behauptet, Apple habe seinen Mitarbeitern erlaubt, über persönliche iCloud-Konten zu arbeiten und den Zugriff nach ihrem Ausscheiden nicht entzogen — einen Zustand, den OpenAI als "residualen Zugriff" bezeichnet. In seiner offiziellen Stellungnahme wies OpenAI die Vorwürfe zurück.
Apple hat noch nicht auf den Abweisungsantrag reagiert, und das Gericht hat noch keine Entscheidung getroffen. Der Fall verdeutlicht die Wettbewerbsspannungen, die entstehen, wenn KI-Unternehmen aggressiv bei etablierten Hardware-Herstellern rekrutieren.
Sowohl die Apple-Litigation als auch der Patenterwerb von Rain AI unterstreichen OpenAIs breiteres Vordringen in die Hardware-Entwicklung, insbesondere bei kundenspezifischem Silizium für KI-gestützte Geräte.
OpenAIs Strategie für kundenspezifische Chips
OpenAI hat sein Programm für kundenspezifische Chips stetig vorangetrieben. Im Juni stellte das Unternehmen Jalapeno vor, einen speziell entwickelten Inferenz-Chip, der in Zusammenarbeit mit Broadcom entwickelt wurde. Das Unternehmen behauptet, das Design werde die Inferenzkosten um die Hälfte senken.
Die Strategie steht im Einklang mit einem breiteren Trend bei den großen KI-Laboren in den Vereinigten Staaten, die bestrebt sind, ihre Abhängigkeit von Nvidia-GPUs zu reduzieren, die derzeit KI-Training und Inferenz dominieren. Nvidias GPUs haben sich zu einem der teuersten Kostenposten für KI-Unternehmen entwickelt, wobei die Nachfrage das Angebot konstant übersteigt. Anthropic und Meta haben kürzlich ebenfalls Initiativen zur Entwicklung eigener Chips angekündigt. Google betreibt seit Jahren eigene Tensor Processing Units, was sowohl die potenziellen Kosteneinsparungen als auch das über Jahre gehende Engagement veranschaulicht, das erforderlich ist, um kundenspezifisches KI-Silizium in die Produktion zu bringen.