NachrichtenKryptoOndo Finance fordert die SEC auf, Regel 611 der Regulation NMS aufzuheben, und schlägt drei Schutzmaßnahmen für den Handel mit tokenisierten Aktien vor

Ondo Finance fordert die SEC auf, Regel 611 der Regulation NMS aufzuheben, und schlägt drei Schutzmaßnahmen für den Handel mit tokenisierten Aktien vor

Autor: Tron Weekly·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ondo Finance unterstützt den Vorschlag der SEC, Regel 611 der Regulation NMS aufzuheben, die seit 2005 vorschreibt, Orders an die Handelsplätze mit dem besten Preis weiterzuleiten.
  • Dezentrale Börsen können technisch nicht mit Regel 611 konform sein, da sie weder Securities-Information-Processor-Daten verarbeiten noch Intermarket-Sweep-Orders ausführen können.
  • Tokenisierte Aktien sind laut RWA.xyz-Daten derzeit mit über 1 Milliarde USD bewertet, was die Marktrelevanz der regulatorischen Entscheidung unterstreicht.
  • Ondo Finance hat drei konkrete Schutzmaßnahmen von der SEC gefordert: On-Chain-Ausführungsstandards, die Zulassung von RFQ-basierter Preisfindung für tokenisierte Orders sowie die Klarstellung, dass der Betrieb neutraler Ausführungsinfrastruktur keine neue Registrierung erfordert.
  • Die SEC hat bis August 2026 Zeit, um die erforderliche 60-tägige öffentliche Kommentierungsfrist abzuschließen. Die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich die Koexistenz von tokenisierten und traditionellen Wertpapieren auf den US-Märkten maßgeblich neu gestalten.
Ondo Finance fordert die SEC auf, Regel 611 der Regulation NMS aufzuheben, und schlägt drei Schutzmaßnahmen für den Handel mit tokenisierten Aktien vor

Ondo Finance hat einen Kommentarbrief an die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht, in dem das Unternehmen die vorgeschlagene Aufhebung von Regel 611 der Regulation NMS (National Market System) unterstützt – der Trade-Through-Regel, die die Ausführung von US-Aktiengeschäften seit 2005 regelt. Regel 611 schreibt vor, dass Orders an den Handelsplatz weitergeleitet werden, der den besten Preis anzeigt – ein Rahmenwerk, das Ondo zufolge für zentralisierte Börsen mit einseitigem Handel konzipiert wurde.

Der Emittent für Real-World-Assets (RWA) argumentiert, dass die Regel nicht mit dezentraler Infrastruktur vereinbar ist. Laut Galaxy Research kann eine dezentrale Börse (DEX) keine Daten des Securities Information Processor (SIP) verarbeiten – dem konsolidierten Datenfeed, das die besten Geld- und Briefkurse aller US-Börsen aggregiert – und keine Intermarket-Sweep-Orders ausführen, was bedeutet, dass jeder tokenisierte NMS-Aktienpool, der versucht, Regel 611 einzuhalten, strukturell scheitern wird.

Diese Woche reichte Ondo einen Kommentarbrief bei der SEC zu deren Vorschlag ein, Regel 611 der Regulation NMS aufzuheben – der Regel, die bestimmt, wie jedes US-Aktiengeschäft seit 2005 ausgeführt wird. Regel 611 leitet Orders an den Handelsplatz weiter, der den besten Preis bietet, konzipiert für einen Markt mit einem… pic.twitter.com/kV9PWkEvPm — Ondo Finance (@Ondo) 12. August 2026

Für Befürworter von Ondo Stock sowie für alternative Handelssysteme (ATS) und andere Market Maker könnten die geprüften regulatorischen Änderungen darüber entscheiden, ob tokenisierte Aktienangebote von Plattformen wie Robinhood, Kraken und Coinbase direkt mit traditionellen Orderbüchern konkurrieren und Orders eigenständig weiterleiten können. Das Ergebnis wird in der digitalen Vermögenswertbranche ebenso aufmerksam verfolgt wie im traditionellen Wertpapiersektor, da es eine der wichtigsten strukturellen Barrieren beseitigen könnte, die On-Chain-Plattformen daran hindert, konformen Aktienhandel alongside konventioneller Brokeragen anzubieten.

Marktkontext und Zeitplan

Laut Daten von RWA.xyz sind tokenisierte Aktien derzeit mit über 1 Milliarde USD bewertet. Die SEC hat bis August 2026 Zeit, um die erforderliche 60-tägige öffentliche Kommentierungsfrist abzuschließen.

Falls die vorgeschlagenen Änderungen angenommen werden, müssen Händler und Börsen ihre Order-Routing-Verfahren, Überwachungsmechanismen und Best-Execution-Richtlinien überarbeiten. Das Ergebnis wird maßgeblich bestimmen, wie traditionelle Wertpapiere und tokenisierte Vermögenswerte im breiteren Markt interagieren.

SEC-Modernisierung über die Aufhebung von Regel 611 hinaus

Obwohl Ondo Finance die Aufhebung von Regel 611 befürwortet, erklärte das Unternehmen in seinem Kommentarbrief, dass die Aufhebung allein die Interoperabilität zwischen tokenisierten und traditionellen Märkten nicht vollständig ermöglichen wird. Das Unternehmen hat die SEC aufgefordert, weitere Schritte zur Modernisierung der Aktienmarktstruktur zu unternehmen.

Der SEC-Vorschlag vom 1. April 2024 würde sowohl Regel 611 als auch Regel 610(e) streichen und damit die Verpflichtung entfernen, Orders an Handelsplätze weiterzuleiten, die das bestgeschützte Angebot anzeigen – eine Vorgabe, die ursprünglich von der Kommission entworfen und verabschiedet wurde.

Drei geforderte Schutzmaßnahmen

Ondo Finance, das eine Plattform für tokenisierte US-Aktienberechtigungen betreibt, die über die Depository Trust Company (DTC) durch den Broker-Dealer Ethereum Alpaca und den Verwahrer BitGo ausgegeben werden, hat drei konkrete Schutzmaßnahmen bei der Kommission beantragt:

  1. Ausführungsstandards müssen sowohl On-Chain als auch Off-Chain gelten.
  2. Tokenisierte Orders sollten über Request-for-Quote-Preisfindung (RFQ) konkurrieren dürfen – ein Ansatz, der in Festzins- und Over-the-Counter-Märkten bereits weit verbreitet ist, wo zentralisierte Orderbücher weniger praktikabel sind.
  3. Eine Klarstellung, dass der Betrieb einer neutralen Ausführungsinfrastruktur keine neue Registrierung erfordert.

Die endgültige Entscheidung der SEC über den Vorschlag wird erhebliche Auswirkungen darauf haben, wie tokenisierte und traditionelle Wertpapiere auf den US-Märkten koexistieren und miteinander konkurrieren.