Öl setzt Rückgang fort, da Gespräche zwischen den USA und Iran Hoffnungen auf eine dauerhafte Entspannung wecken
Wichtige Erkenntnisse
- •Brent-Öl fiel im asiatischen Handel um 1,3 % auf 87,24 Dollar je Barrel, WTI um 1,2 % auf 81,61 Dollar je Barrel.
- •Beide Referenzsorten hatten in der vorherigen Sitzung mehr als 9 % verloren, da Händler geopolitische Risiken zurücknahmen.
- •Die Preise gaben nach, nachdem Präsident Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten und Iran führten Gespräche zur Beendigung des Konflikts.
- •Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus und die Bab el-Mandeb-Straße hat sich nicht wesentlich erholt, sodass die Versorgungssorgen bestehen bleiben.
- •Verhandler aus Iran und Oman sprechen weiter über eine Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, während Kasachstans wichtigster Exportterminal die Verladungen wieder aufgenommen hat.

Öl setzt Rückgang fort, da Gespräche zwischen den USA und Iran Hoffnungen auf eine dauerhafte Entspannung wecken
in Oil & Companies News 28/07/2026
Die Ölpreise setzten ihre Verluste im asiatischen Handel am Dienstag fort, da Hoffnungen auf erneute Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran die Sorgen über eine breitere Unterbrechung der Rohölversorgung aus dem Nahen Osten weiter linderten.
Stand 21:23 ET (01:23 GMT) fielen Brent Oil Futures um 1,3 % auf 87,24 Dollar je Barrel, während Crude Oil WTI Futures um 1,2 % auf 81,61 Dollar je Barrel nachgaben und damit die starken Verluste ausweiteten, nachdem beide Referenzsorten in der vorherigen Sitzung um mehr als 9 % eingebrochen waren.
Die jüngsten Verluste kamen, als Anleger die Rally der vergangenen Woche weiter zurücknahmen, da Signale einer Deeskalation Händler dazu veranlassten, ihre Wetten auf eine schwere Störung der globalen Ölexporte zu reduzieren.
Crude drehte in den vergangenen zwei Sitzungen deutlich nach unten, nachdem Brent in der vergangenen Woche kurzzeitig über 100 Dollar je Barrel gestiegen war. Dies unterstreicht, wie schnell sich die Preise mit den wechselnden Erwartungen hinsichtlich des Versorgungsrisikos bewegt haben.
Diplomatische Hoffnungen belasten Rohöl
Die Stimmung besserte sich, nachdem Präsident Donald Trump erklärte, Washington und Teheran führten Gespräche mit dem Ziel, den Konflikt zu beenden, nachdem er weitere US-Angriffe ausgesetzt und Verhandlungen eine weitere Chance gegeben hatte.
Auch Iran stoppte nach der US-Pause Vergeltungsangriffe, während Berichte darauf hindeuteten, dass China daran gearbeitet hatte, diplomatische Bemühungen zwischen beiden Seiten wiederzubeleben.
Der leitende Marktanalyst von IG, Tony Sycamore, sagte, der mehr als 9%ige Ausverkauf spiegele das wachsende Vertrauen wider, dass ein Ausweg aus dem Konflikt gefunden worden sei, wodurch unmittelbare Sorgen über Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Nahen Osten nachließen.
Gleichzeitig warnte er, dass die Pause fragil bleibe und die Märkte weiterhin konkrete Belege für einen dauerhaften diplomatischen Fortschritt abwarteten, bevor geopolitische Risiken vollständig ausgepreist würden.
Störungen im Schiffsverkehr trüben den Versorgungsausblick weiterhin
Trotz der verbesserten Stimmung stellte Sycamore fest, dass sich der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus kaum spürbar erholt habe, während auch die Durchflüsse durch die Bab el-Mandeb-Straße weiterhin deutlich unter dem Normalniveau lägen. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die physischen Versanddaten, da Schlagzeilendiplomatie die Stimmung schneller bewegen kann, als Schiffe zu normalen Routen zurückkehren.
Er fügte hinzu, dass die Märkte genau verfolgen werden, ob die Verhandlungen mehr Klarheit über die Navigation durch die Straße von Hormus bringen können. Ein Scheitern der Gespräche – oder erneute Angriffe auf saudische Exportinfrastruktur – würden wahrscheinlich die geopolitische Risikoprämie in den Rohölpreisen wieder erhöhen.
Verhandlungsführer aus Iran und Oman setzen ihre Gespräche fort, die darauf abzielen, den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße wiederherzustellen, über die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Ölexporte läuft.
Eine erfolgreiche Vereinbarung könnte den Weg für breitere Gespräche zwischen den USA und Iran ebnen, obwohl die Unsicherheit über die Beständigkeit der diplomatischen Pause die Händler weiterhin nervös hält.
Auch andernorts beobachteten die Märkte die Angebotsentwicklung weiter, nachdem Kasachstans wichtigster Ölexportterminal nach früheren Unterbrechungen infolge ukrainischer Drohnenangriffe die Verladungen wieder aufgenommen hatte, was die Sorgen über die kurzfristige Rohölverfügbarkeit etwas verringerte.
Source: Investing.com