Odfjell Drilling erhält rund 37 Mio. US-Dollar zurück – Norwegens Oberster Gerichtshof beendet Steuerstreit
Wichtige Erkenntnisse
- •Norwegens Oberster Gerichtshof ließ die Berufung der Steuerbehörde nicht zu; das Aprilurteil des Gulating-Berufungsgerichts zugunsten von Odfjell Offshore ist damit endgültig und rechtskräftig.
- •Odfjell Drilling erhält rund 37 Mio. US-Dollar zurück – bestehend aus den finanzierten 307 Mio. NOK an Steuern und Zinsen zuzüglich weiterer Zinsen und Kosten.
- •Der Streit betraf einen Steuerabzug im Zusammenhang mit dem Verkauf der 40%-Beteiligung an Deep Sea Metro im Jahr 2017, der einen verbuchten Steuerverlust von rund 2,3 Mrd. NOK zur Folge hatte.
- •Odfjell Technology erhält 137 Mio. NOK zuzüglich Zinsen für 2022–2025 zurück und kann ab 2026 weitere 70 Mio. NOK an Steuerverlusten nutzen.
- •Die Rückzahlung stellt für Odfjell Drilling einen einmaligen Zufluss dar, keine Veränderung des Geschäftsbetriebs.

Odfjell Drilling wird voraussichtlich rund 37 Mio. US-Dollar zurückerhalten, nachdem Norwegens Oberster Gerichtshof eine Berufung der norwegischen Steuerbehörde nicht zugelassen hat. Damit geht ein jahrelanger Steuerstreit um die ehemalige Gruppengesellschaft Odfjell Offshore zu Ende.
Der Berufungsausschuss des Obersten Gerichtshofs lehnte die Prüfung des Antrags der Steuerbehörde gegen ein Aprilurteil des Gulating-Berufungsgerichts ab. Diese einstimmige Entscheidung zugunsten von Odfjell Offshore ist nun endgültig und rechtskräftig. Norwegens Oberster Gerichtshof lässt nur einen kleinen Teil der eingelegten Zivilberufungen zu, sodass die Ablehnung durch den Berufungsausschuss das Verfahren in der Regel ohne erneute Sachprüfung beendet.
Der Streit drehte sich um einen Steuerabzug, der nach der Veräußerung der 40%-Beteiligung an Deep Sea Metro im Jahr 2017 geltend gemacht wurde. Das Unternehmen verbuchte einen Steuerverlust von rund 2,3 Mrd. NOK, von dem etwa 1,3 Mrd. NOK zwischen 2017 und 2021 über Gruppenbeiträge anderer norwegischer Gesellschaften innerhalb der damaligen Odfjell-Drilling-Gruppe genutzt wurden. Gruppenbeiträge ermöglichen norwegischen Unternehmen derselben steuerlich verbundenen Gruppe die Übertragung von Gewinnen und Verlusten untereinander – ein Mechanismus, der bereits in mehreren bekannten norwegischen Steuerstreitigkeiten eine Rolle spielte.
Die norwegische Steuerbehörde lehnte den Abzug im Dezember 2022 auf Grundlage von Anti-Umgehungsvorschriften ab. Odfjell Offshore verlor seinen Einspruch zunächst, als das Bezirksgericht Hordaland im Januar 2025 der Behörde Recht gab. Diese Entscheidung wurde jedoch im April dieses Jahres vom Gulating-Berufungsgericht aufgehoben. Die Steuerbehörde legte im Mai Berufung beim Obersten Gerichtshof ein; dessen Weigerung, den Fall zu übernehmen, lässt das Berufungsurteil bestehen.
Der finanzielle Vorteil fließt aufgrund von Vereinbarungen, die bei der Abspaltung von Odfjell Technology aus der Gruppe getroffen wurden, direkt an Odfjell Drilling zurück. Odfjell Offshore, heute Teil von Odfjell Technology, zahlte im Februar 2023 insgesamt 307 Mio. NOK an Steuern und Zinsen für die Geschäftsjahre 2017–2021. Odfjell Drilling finanzierte diese Zahlung auf Grundlage einer im März 2022 unterzeichneten Freistellungsvereinbarung. Nun werden die 307 Mio. NOK zuzüglich Zinsen und bestimmter Kosten zurückerstattet, was einer Gesamtsumme von rund 37 Mio. US-Dollar entspricht. Für einen Offshore-Bohrunternehmer in einem umkämpften Rig-Markt stellt die Rückzahlung einen einmaligen Zufluss dar, keine operative Veränderung des Geschäfts.
Auch Odfjell Technology profitiert separat. Das Unternehmen gab an, für 2022–2025 weitere 137 Mio. NOK an Steuern gezahlt zu haben, weil die umstrittenen Verluste nicht anerkannt worden waren. Dieser Betrag wird nun samt Zinsen erstattet, während das Urteil zudem die Nutzung weiterer 70 Mio. NOK an Steuerverlusten in 2026 und den Folgejahren stützt.
Quelle: Splash247