Luke Dashjr verlässt den OCEAN-Mining-Pool per Buy-out – Ein Vermögensverschiebung zum neuen Pool CONVOY ist noch nicht belegt
Wichtige Erkenntnisse
- •Luke Dashjr trat gemäß einer gemeinsamen Erklärung vom 29. August als OCEANs Vorsitzender, CTO und Direktor zurück, und OCEAN kaufte sämtliche seiner Anteile zurück.
- •Der Buy-out-Preis, die verbleibende Eigentümerstruktur und Nachfolgebesetzungen wurden nicht offengelegt; Dashjrs Abgang lässt OCEAN ohne seine prominenteste technische Stimme zurück.
- •Dashjr plant ein neues Mining-Vorhaben namens CONVOY, für das kein Endpunkt, kein Code, keine Miner, keine Infrastruktur, keine Gebühren und keine Block-Template-Politik veröffentlicht wurden, um dessen Funktion zu belegen.
- •Mempool.space-Daten wiesen OCEAN in den letzten Zeitfenstern zwischen rund 2,45 % und 2,88 % der Bitcoin-Netzwerk-Hashrate aus – deutlich hinter führenden Pools wie Foundry USA und Antpool.
- •Die Unternehmen erklärten, die Trennung spiegele unterschiedliche Visionen nach jüngsten Protokollentwicklungen wider, verknüpften den Buy-out aber mit keinem konkreten Vorschlag wie BIP-110.

OCEAN Mining hat einen Buy-out von Mitgründer Luke Dashjr abgeschlossen, einem seit 16 Jahren aktiven Bitcoin-Core-Entwickler, womit sowohl seine Eigentümerbeteiligung als auch seine drei Führungspositionen im Bitcoin-Mining-Pool endeten.
Gemäß einer gemeinsamen Erklärung vom 29. August trat Dashjr als Vorsitzender, Chief Technology Officer und Direktor zurück, und OCEAN kaufte sämtliche Anteile von ihm zurück. Diese Positionen in Vorstand, Technik und Geschäftsführung hatten ihn ins Zentrum sowohl von OCEANs Unternehmensführung als auch seiner Mining-Politik-Entscheidungen gestellt.
Das privat gehaltene Unternehmen gab weder den Rückkaufspreis noch die verbleibende Eigentümerstruktur oder Nachfolgebesetzungen bekannt. OCEAN erklärte, den transparenten, Non-Custodial-Mining-Pool weiterzubetreiben, während Dashjr ein neues Mining-Vorhaben namens CONVOY verfolgen wird.
Zum Redaktionsschluss hatte CONVOY nicht genügend Informationen veröffentlicht, um zu belegen, dass ein funktionierender Pool betrieben wird. Das öffentliche Profil und die Ankündigung enthielten keinen Endpunkt, keinen Code, keine beteiligten Miner, keine Infrastruktur, keine Gebühren und keine Block-Template-Politik. Ebenso wurde kein Transfer von Minern, Personal außer Dashjr selbst oder Infrastruktur von OCEAN offengelegt.
Der Buy-out ist die jüngste Umwälzung für einen Pool, der sich als dezentralisierte Alternative zu großen, zentralisierten Mining-Unternehmen positioniert hat. OCEAN startete Ende 2023 als transparenter, Non-Custodial-Pool – ein Modell, das einzelnen Minern den direkten Erhalt von Blockbelohnungen und Transaktionsgebühren ermöglichen soll, statt über eine vom Pool kontrollierte Auszahlungswallet – und erhielt frühzeitig Unterstützung von Block-CEO Jack Dorsey. Dashjrs Abgang nimmt dem Pool seine prominenteste technische Stimme und wirft die Frage auf, wie die künftige Mining-Politik ausgerichtet wird, auch wenn das Unternehmen nicht bekannt gegeben hat, wer seine Rollen übernimmt.
OCEAN hält weiterhin einen messbaren Anteil
Eine Mempool.space-Aufnahme vom 30. August, 07:07 UTC, wies vier der vorherigen 163 Bitcoin-Blöcke OCEAN zu, was 2,45 % entspricht. Wendet man diesen Anteil auf die Netzwerk-Hashrate-Schätzung des Endpunkts an, ergibt sich eine blockanteilsbasierte Schätzung von rund 24,57 Exahashes pro Sekunde.
Das längere Zeitfenster zeigte ein ähnliches Bild. Mempool.space wies 29 von 1.007 Blöcken der zurückliegenden Woche OCEAN zu, also 2,88 %, während die aktuelle wöchentliche Hashrate-Zeile den Pool bei 25,33 EH/s und 2,86 % des Netzwerks auswies.
In beiden Zeitfenstern blieb OCEAN in einer breiten Spanne von 2,5 % bis 3 % – ein Bereich, der groß genug ist, um Abwanderungen von Minern messbar zu machen, ohne aus einem einzelnen Block einen Trend zu machen. Diese Spanne platziert OCEAN deutlich hinter Branchenführern wie Foundry USA und Antpool, die historisch jeweils deutlich größere Anteile an der Netzwerk-Hashrate auf sich vereinten, aber sie ist groß genug, dass eine Abwanderung von Minern in der Gründerära in öffentlichen Blockdaten sichtbar würde.
Diese Zahlen beschreiben die an OCEAN gerichtete Hashrate, nicht die im Besitz des Unternehmens befindlichen Mining-Maschinen. Ein rollierendes 24-Stunden-Fenster kann sich zudem schnell verschieben, wenn Blöcke in die Stichprobe ein- und austreten, weshalb es eher eine Momentaufnahme als ein Maß für dauerhaften Marktanteil ist.
Die gemeinsame Erklärung besagte, die Trennung spiegele unterschiedliche Visionen nach jüngsten Protokollentwicklungen wider, nannte aber weder BIP-110, Bitcoin Knots, eine Proof-of-Work-Änderung noch einen anderen konkreten Vorschlag als Ursache.
OCEAN fügte im Juli dedizierte Endpunkte für BIP-110 und No-Signal hinzu und stellte am 9. August seinen Standard-Endpunkt wieder auf die Nicht-BIP-110-Chain um, wobei beide Optionen verfügbar blieben. OCEAN erklärte, sein DATUM-System ermögliche beteiligten Minern die Kontrolle über die Blockkonstruktion. Eine frühere Berichterstattung von CryptoSlate beschrieb die umliegende Fork- und Proof-of-Work-Kontroverse, doch die Trennungserklärung verknüpfte keine konkrete Entwicklung mit dem Buy-out.
Ein funktionierender CONVOY-Pool, veröffentlichte Mining-Anweisungen oder eine anhaltende Veränderung von OCEANs Anteil wären die ersten messbaren Belege dafür, dass sich Miner und Template-Politik tatsächlich bewegen. Die bloße Unternehmensaufteilung ist es nicht.