OCC peilt November-Zeitplan zur Finalisierung der GENIUS-Act-Stablecoin-Regeln an
Wichtige Erkenntnisse
- •Das OCC peilt laut nur teilweise verifizierten Berichten auf Grundlage eines Behörden-Bulletins einen Zeitplan bis November an, um die Stablecoin-Regeln zur Umsetzung des GENIUS Act abzuschließen.
- •US-Aufsichtsbehörden verpassten die Einjahresfrist des GENIUS Act für endgültige Stablecoin-Regeln; das im Juli 2025 unterzeichnete Gesetz schuf das erste umfassende bundesrechtliche Rahmenwerk für Zahlungs-Stablecoins.
- •Der GENIUS Act verlangt von Emittenten, Reserven in Höhe von 100 Prozent der ausstehenden Stablecoins in Bargeld, kurzfristigen Treasuries und vergleichbaren hochwertigen liquiden Mitteln zu halten, einschließlich monatlicher Reserveoffenlegungen, die von einer hochrangigen Führungskraft zertifiziert werden.
- •Es wurde kein endgültiger Regeltext veröffentlicht; Details zu Kapital-, Reserve- und Offenlegungsanforderungen sowie konkrete Compliance-Termine bleiben unbestätigt.
- •Nach dem Gesetz beaufsichtigt die Federal Reserve die größten auf Ebene der US-Bundesstaaten zugelassenen Stablecoin-Emittenten, während die FDIC kleinere Emittenten unterhalb einer Schwelle von 10 Milliarden US-Dollar überwacht.

Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) – die für die Zulassung und Aufsicht nationaler Banken und bundesrechtlicher Sparinstitute (federal savings associations) zuständige Behörde des US-Finanzministeriums – peilt laut nur teilweise verifizierten Berichten über den Regelsetzungsprozess der Behörde einen Zeitplan bis November an, um die Stablecoin-Regeln nach dem GENIUS Act abzuschließen. Der Zieltermin ist das bislang deutlichste Signal dafür, wann Stablecoin-Aufsichtsstandards auf Bundesebene Gestalt annehmen könnten, wobei der Inhalt der Regeln weiterhin unbestätigt ist.
Der November-Termin ist in einem OCC-Bulletin festgehalten, das als Hauptquelle für diesen Bericht gilt. Da die dem Bericht zugrunde liegenden Recherchen nur teilweise verifiziert sind, lautet die zentrale Aussage der Zeitplan selbst – nicht eine bestimmte Bestimmung der anstehenden Regeln.
Der Vorstoß zur Fertigstellung bis November folgt auf frühere Berichte, wonach US-Aufsichtsbehörden die Einjahresfrist des GENIUS Act für endgültige Stablecoin-Regeln verpasst haben, wodurch das OCC unter Zeitdruck steht, um das Rahmenwerk fertigzustellen. Diese Frist geht auf das Gesetz selbst zurück: Der GENIUS Act – der Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins Act, der im Juli 2025 als erstes umfassendes bundesrechtliches Rahmenwerk für Zahlungs-Stablecoins Gesetz wurde – legte fest, dass zentrale Bestimmungen ein Jahr nach Verabschiedung in Kraft treten.
Warum ein fester Zieltermin für die Stablecoin-Aufsicht wichtig ist
Es geht hier um regulatorische Umsetzung, nicht um eine Produkteinführung. Der GENIUS Act bildet die gesetzliche Grundlage für die Stablecoin-Aufsicht, und die Regelsetzung des OCC übersetzt diesen Auftrag in Standards, an die sich Emittenten und Banken halten müssen. Das Gesetz verlangt von Emittenten bereits, Reserven in Höhe von 100 Prozent der ausstehenden Stablecoins in Bargeld, kurzfristigen Treasuries und vergleichbaren hochwertigen liquiden Mitteln zu halten sowie monatliche Reserveoffenlegungen zu veröffentlichen, die von einer hochrangigen Führungskraft zertifiziert werden; die Regeln des OCC sind das Instrument, mit dem solche Anforderungen auf die von der Behörde beaufsichtigten Institute angewendet werden.
Ein fester Zieltermin ist wichtig, weil Emittenten, Banken und Compliance-Teams einen konkreten Planungshorizont brauchen und kein unbefristetes Verfahren. Die Branche hat den Regelsetzungsprozess bereits aufgegriffen: Mehrere gemeinsame Branchenverbände haben Stellungnahmen zur Umsetzung des GENIUS Act durch das OCC eingereicht.
Die genauen Inhalte der Regeln sind anhand der vorliegenden Erkenntnisse nicht bestätigt. Diese Unsicherheit ist für den breiteren Stablecoin-Markt relevant – Token, die an eine Referenzwährung gekoppelt sind, überwiegend an den US-Dollar, mit Hunderten Milliarden Dollar im Umlauf –, auf dem Emittenten weiterhin Produkte einführen, etwa den kürzlich von der SBI Group in Japan gestarteten, von einer Trustbank gedeckten Yen-Stablecoin, der unter einem japanischen Rahmenwerk ausgegeben wurde, das banken- und trustgedeckte Stablecoins seit 2023 zulässt – angesichts eines US-Regelwerks, das sich noch formiert.
Was vor der November-Frist noch unklar ist
Der endgültige Regeltext wurde nicht veröffentlicht, und die vorliegenden Recherchen enthalten keine bestätigten Details zu Kapital-, Reserve- oder Offenlegungsanforderungen. Leser sollten die endgültigen Formulierungen des OCC und etwaige begleitende Umsetzungshinweise verfolgen.
Auch konkrete Compliance-Termine sind unbestätigt. Ob der November-Termin Bestand hat und wie er sich mit den übrigen an der Umsetzung des GENIUS Act beteiligten Behörden verzahnt – nach dem Gesetz beaufsichtigt die Federal Reserve die größten auf Ebene der US-Bundesstaaten zugelassenen Emittenten, während die FDIC kleinere Emittenten unterhalb einer Schwelle von 10 Milliarden US-Dollar überwacht –, ist im derzeitigen Erkenntnismaterial nicht geklärt.
Weitere Analysen zum Vorgehen des OCC finden sich in juristischen Fachbeiträgen zum Umsetzungsprozess. Bis der Regeltext veröffentlicht wird, bleibt der November-Zeitplan der wichtigste bestätigte Kontrollpunkt, der zu verfolgen ist.